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Kreatinin: Abbauprodukt des Kreatins

Wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist, steigt der Kreatininwert im Blut, der wichtigste Wert für die Nierenfunktion


Arbeitet die Niere nicht mehr richtig, kann der Kreatininwert ansteigen

Kurz gesagt:

Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffs Kreatin. Weil Kreatinin über die Nieren ausgeschieden wird, steigt seine Konzentration im Blutserum, wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist. Zur Früherkennung eines Nierenschadens eignet sich Kreatinin nicht.


Was ist Kreatinin?

Kreatinin ist ein Abbauprodukt von Kreatin. Kreatin kommt fast ausschließlich in den Skelettmuskeln vor, die die Substanz als Energiespeicher für die Muskelarbeit benötigen. Etwa ein bis zwei Prozent des Kreatins werden pro Tag zu Kreatinin abgebaut. Kreatinin hat im Organismus keine Funktion und wird über die Nieren ausgeschieden.

Wann steigt der Wert?

Weil Kreatinin über die Nieren ausgeschieden wird, steigt das Kreatinin, wenn die Nierenfunktion nachlässt. Allerdings wird der Kreatininanstieg erst messbar, wenn die Filterleistung der Niere schon um mindestens 50 Prozent abgenommen hat. Zur Früherkennung eines beginnenden Nierenschadens ist die Kreatininbestimmung im Serum daher nicht geeignet.


Welcher Wert ist normal?

Als normal gelten folgende Kreatinin-Werte im Blutserum:

Frauen: bis 1,1 mg/dl (bis etwa 97 μmol/l*)
Männer: bis 1,3 mg/dl (bis etwa 115 μmol/l*)

(* Normalwerte streuen besonders stark, auch wegen individueller Faktoren des Patienten)

Der Kreatininwert lässt nur bedingt einen Rückschluss auf die Schwere eines Nierenschadens zu.

Eine Million Filter in jeder Niere

In den Nierenkörperchen, von denen jede Niere eine Million besitzt, werden die Harnbestandteile aus dem Blut in den Urin gefiltert – darunter auch das Kreatinin. Lässt die Nierenfunktion nach, bleibt vermehrt Kreatinin im Blut, und der Kreatininwert steigt.


Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München




Bildnachweis: W&B/Shutterstock

www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 23.05.2014, erstellt am 17.10.2006
Bildnachweis: W&B/Shutterstock

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