HDL: High Density Lipoproteine

HDL transportiert fettlösliche Substanzen im Blut

von Christian Krumm, aktualisiert am 23.05.2014

Gewichtsabnahme und viel Bewegung können den HDL-Wert beeinflussen

W&B/Fotolia

Kurz gesagt:

Das HDL ist ein wichtiges Transportprotein, das überschüssiges Cholesterin abtransportiert. Es kann somit das Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkt senken. Die Konzentration im Blutserum wird oft routinemäßig bei Blutuntersuchungen mitbestimmt. Eine wirksame medikamentöse Therapie eines HDL-Mangels ist bisher nicht etabliert.


Was ist HDL?

Beim HDL (High Density Lipoproteine) handelt es sich um ein kleines Lipo-Protein, das in der Leber und im Darm gebildet wird und als Transportvehikel für fettlösliche Substanzen im Blut dient. So sorgt das HDL in erster Linie dafür, dass überschüssiges Cholesterin von den Arterienwänden zurück zur Leber transportiert wird, wo es schließlich über die Galle ausgeschieden werden kann. Weil das HDL im Gegensatz zum LDL also dafür sorgt, dass der Cholesterinspiegel sinkt, hat es wohl einen gewissen schützenden Effekt vor Arteriosklerose und Herzinfarkt. Daher wird das an HDL gebundene Cholesterin häufig auch als "gutes Cholesterin" bezeichnet. Neuere Studien deuten allerdings darauf hin, dass es wohl nicht allein auf die Konzentration des HDL-Cholesterins ankommt, sondern vermutlich auch auf seine Funktion. Wissenschaftler sehen hier also durchaus noch Forschungsbedarf.

Wann ist der Wert zu niedrig?

Ein niedriger HDL-Cholesterin-Wert kann – im Gegensatz zu einem hohen LDL-Cholesterin-Wert – bisher nicht behandelt werden. Er hat aber im Zusammenspiel mit anderen Werten des Fettstoffwechsels eine gewisse Aussagekraft bezüglich des individuellen Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risikos. Die HDL-Serum-Spiegel werden durch Hormone (Östrogen), aber auch genetisch beeinflusst. So haben Frauen vor der Menopause meist höhere HDL-Werte.

Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung können den HDL-Wert positiv beeinflussen. Insbesondere sollte man darauf achten, statt tierischer Fette vorwiegend pflanzliche Fette und Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu sich zu nehmen.


Welcher Wert  ist  normal?

Als erstrebenswert gelten folgende HDL-Werte:

Männer: über 40 mg/dl (über 1,0 mmol/l)

Frauen: über 45 mg/dl (über 1,3 mmol/l)


Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München



Partnersuche im Internet

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Zum Thema

Blutwerte

Laborbefund: Wie zuverlässig sind die Werte?

Ein Röhrchen Blut hat wohl jeder schon mal abgezapft bekommen: Heutzutage wandert das Blut dann meist in ein Großlabor. Was Sie beim Interpretieren der Laborwerte beachten sollten »

Frau krümmt sich vor Schmerzen

Alle Krankheiten von A bis Z

Alphabetisch sortiert finden Sie hier Informationen zu zahlreichen Krankheiten »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages