Harnsäure: Endprodukt des Purinstoffwechsels

Harnsäure wird über die Nieren ausgeschieden. Arbeiten die Nieren nicht richtig, kann die Konzentration der Harnsäure erhöht sein

von Christian Krumm, aktualisiert am 23.05.2014

Auch purinreiche Innereien wie Leber können den Harnsäurespiegel im Blut erhöhen

W&B/Fotolia

Kurz gesagt:

Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen. Erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Blutserum weisen häufig auf eine Nierenfunktionsstörung oder eine genetisch bedingte Abbaustörung hin.


Was ist Harnsäure?

Harnsäure entsteht als Endprodukt des Purinstoffwechsels.  Purine sind Bausteine der Nukleinsäuren, aus denen die Erbinformation in den Körperzellen besteht. Gehen Zellen zugrunde oder werden zum Beispiel aus der Nahrung abgebaut, baut der Organismus DNA (Desoxyribonukleinsäure) und RNA (Ribonukleinsäure) zu Harnsäure ab. Der größte Teil der Harnsäure wird über die Niere ausgeschieden.

Wann steigt der Wert?

Durch die Aufnahme purinreicher Mahlzeiten (Fleisch, Innereien) steigt auch der Harnsäurespiegel im Serum. Ebenso erhöhen sich die Werte, wenn vermehrt Körperzellen zugrunde gehen, beispielsweise auch im Rahmen einer Krebstherapie. Bei Nierenfunktionsstörungen kann die Harnsäure nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden und reichert sich daher ebenfalls im Blut an. Auch die Enzyme, die die Harnsäure normalerweise abbauen, können eine zu niedrige Aktivität aufweisen, wodurch beispielsweise eine genetisch bedingte Gicht verursacht sein kann. Steigt die Konzentration auf zu hohe Werte, können sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern und entzündliche Reaktionen auslösen (Gichtanfall).


Welcher Wert ist normal?

Als normal gelten folgende Harnsäurewerte im Blutserum:

Frauen: bis 6 mg/dl (bis 357 μmol/l)

Männer: bis 7,2 mg/dl (bis 428 μmol/l)

Eine spezielle Beobachtung des Harnsäurespiegels ist notwendig zur Kontrolle einer Gichterkrankung, einer Nierenfunktionsstörung sowie zur begleitenden Kontrolle während einer Krebstherapie.   


Blutproben-Messgerät

Hochdurchsatzgerät für die Messung von Laborparametern (aufgeklappt)

Labor Becker, Olgemöller & Kollegen / W&B, Bernhard Huber

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München




Bildnachweis: W&B/Fotolia, Labor Becker, Olgemöller & Kollegen / W&B, Bernhard Huber
Bildnachweis: W&B/Fotolia, Labor Becker, Olgemöller & Kollegen / W&B, Bernhard Huber
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