C-Peptid: Ein Spaltprodukt des Insulins

In den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse wird das blutzuckersenkende Hormon Insulin gebildet. Dabei entsteht zunächst Proinsulin, das in Insulin und C-Peptid gespalten wird
aktualisiert am 23.05.2014

Die Bestimmung des C-Peptids kann in bestimmten Fällen bei der Entscheidung helfen, ob ein Typ-2-Diabetes mit Insulinspritzen behandelt werden muss

W&B/Schneider&Sporrer

Kurz gesagt:

Das C-Peptid wird bei der Insulinbildung in der Bauchspeicheldrüse abgespalten. Es lässt sich im Blut leichter nachweisen als Insulin. Seine Bestimmung kann zum Beispiel dabei helfen festzustellen, wie viel Insulin die Bauchspeicheldrüse noch produziert.

Lange glaubte man, dass C-Peptid im Blut keine Funktionen hat. Inzwischen zeigte sich, dass es einige Stoffwechselprozesse beeinflusst.

Wann wird das C-Peptid gemessen?

Es ist nur in seltenen Fällen nötig, die C-Peptid-Menge im Blut zu bestimmen. Dies kann beispielsweise dann sinnvoll sein, wenn beurteilt werden soll, wie viel Insulin die Bauchspeicheldrüse noch produziert. Insulin lässt sich im Blut nämlich wesentlich schwieriger messen als C-Peptid – unter anderem deshalb, weil es in der Leber rasch abgebaut wird. Die C-Peptid-Messung kann in Einzelfällen dabei helfen, zu entscheiden, wann ein Typ-2-Diabetes mit Insulin behandelt werden muss.

Wie hoch ist der Wert normalerweise?

Abhängig vom Testverfahren gilt im Allgemeinen:

  • Nüchternwert (nach zwölfstündigem Fasten) zwischen 0,81 und 3,85 μg/l
  • 30 bis 60 Minuten nach Glucosebelastung 4,0 bis 8,0 μg/l
  • Werte unter 0,2 μg/l weisen auf einen Insulinmangel hin.

Daneben gibt es Tests, bei denen das C-Peptid entweder nach längerem Fasten gemessen wird oder nachdem die Bauchspeicheldrüse durch Gabe eines speziellen Hormons (Glukagon) zur Produktion von Insulin angeregt wurde.

C-Peptid wird bei der Synthese des Insulins vom Vorgängermolekül Proinsulin abgespalten

W&B/Jörg Neisel

Wichtig: Die Referenzwerte sowie die ermittelten Werte können sich von Labor zu Labor stark unterscheiden. Weiterhin gibt es unter Umständen starke tageszeitliche und (saisonale) jahreszeitliche Schwankungen ohne Krankheitswert. Bevor Sie sich durch abweichende Ergebnisse verunsichern lassen, bitten Sie daher Ihren Arzt, Ihnen Ihre persönlichen Daten zu erklären. Einzelne Laborwerte alleine sind zudem meistens nicht aussagekräftig. Oft müssen sie im Zusammenhang mit anderen Werten und im zeitlichen Verlauf beurteilt werden.

Fachlich geprüft von Prof. Dr. med. Peter B. Luppa, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München


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