Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Weißdorn

Weißdorn kann bei milder Herzschwäche die Standardtherapie unterstützen und das Befinden verbessern
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Weißdorn (Crataegus monogyna)

Shostshop/Karen Kaspar

In England kommen noch recht häufig Weißdornhecken vor. Früher waren sie ein natürlicher Zaun. Die dornigen Büsche hielten das Vieh auf der Weide und wilde Tiere von ihm fern. Um einen Weißdornbusch, der in Glastonbury in Südengland wachsen soll, rankt sich eine Sage: Er soll aus dem Wanderstock entstanden sein, den Joseph von Arimathia an genau dieser Stelle in den Boden gerammt haben soll. Der Legende nach hat der Jünger Jesu den heiligen Gral nach England gebracht. An Weihnachten und zur Osterzeit blüht der Busch angeblich.

Weißdorn war schon im Altertum als Heilpflanze bekannt. Seit dem 14. Jahrhundert nutzten Heilkundige ihn als herzstärkendes Mittel.

Wie sieht Weißdorn aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Weißdorn (Crataegus monogyna) ist ein Strauch oder Baum, der bis zu acht Meter hoch wird. An den Ästen befinden sich spitze Dornen. Die gegenständigen Blätter sehen oberseits dunkelgrün aus und bestehen aus drei bis sieben Lappen, die gezähnt oder ganzrandig sind. Die Blüten stehen in zahlreichen Doldenrispen und sind weiß gefärbt. Aus ihnen entwickeln sich im Herbst leuchtend rote Früchte.
 Weißdorn gehört zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und blüht von Mai bis Juni. Er kommt fast überall in Europa vor und wächst in lichten Gebüschen und Hecken.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe kommen in den Blättern und Blüten vor. Sie enthalten spezielle sekundäre Pflanzenstoffe, und zwar sogenannte oligomere Procyanidine. Daneben finden sich zu 0,3 bis 2,5 Prozent Flavonoide, zu denen Substanzen wie Hyperosid, Rutosid und Vitexin gehören.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Weißdorn?

In experimentellen Untersuchungen erweitert Weißdorn die Herzkranzgefäße und verbessert damit die Durchblutung des Herzmuskels. Auch andere Wirkungen wie Erhöhung der Schlagkraft wurden gesehen.

In klinischen Studien haben Patienten mit Herzschwäche von positiven Ergebnissen berichtet, wenn sie über längere Zeit einen Extrakt aus Weißdorn eingenommen haben. So ließen etwa subjektiv wahrgenommene Beschwerden wie leichte Kurzatmigkeit bei körperlichen Belastungen nach, die Patienten fühlten sich wieder leistungsfähiger.

Achtung: Gehen Sie bei Symptomen wie Atemnot unter Belastung, Beklemmungsgefühl, Brustschmerzen oder Herzstolpern umgehend zum Arzt. Er kann festellen, ob wirklich eine Herzschwäche vorliegt und diese gezielt behandeln, auch im frühen Stadium. Dabei eingesetzte Arzneistoffe können neben den Beschwerden das Herzleiden selbst günstig beeinflussen. Klären Sie mit dem Arzt ab, ob die Einnahme von Weißdorn in Ihrem Fall sinnvoll ist und möglicherweise die Standardtherapie unterstützt. Mehr zum Thema Herzschwäche können Sie hier nachlesen: Herzinsuffizienz

Wichtige Hinweise:

Wer Weißdorn einnimmt, muss Geduld haben. Die Heilpflanze wirkt nicht sofort, sondern teilweise erst nach mehrwöchiger Anwendung.

Weißdornextrakte gelten als gut verträglich. Selten kann es zu leichten Schwindelgefühlen kommen, berichten Patienten. Während der Schwangerschaft sollte Weißdorn nicht eingenommen werden.

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



Partnersuche im Internet

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Zum Thema

Herzschwäche

Ratgeber Herzschwäche

Bei einer Herzschwäche ist das Herz nicht mehr dazu in der Lage, die benötigte Menge Blut durch den Körper zu pumpen. Luftnot und Müdigkeit sind typische Symptome. Mehr zu Ursachen und Therapien »

Heilpflanzen wie Beinwell, Hollunder, Ringelblume und Malve

Das Heilpflanzen-Lexikon

Hier finden Sie einen Überblick über wichtige Heilpflanzen von A wie Anis bis Z wie Zitronenmelisse »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages