Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Traubensilberkerze

Inhaltsstoffe aus der Traubensilberkerze besitzen östrogenähnliche Eigenschaften. Die Heilpflanze kann leichte Beschwerden in den Wechseljahren lindern
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 08.11.2016

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)

Imagesource/RYF

Von weitem sieht die Pflanze einer Kerze ähnlich, ihre fast silbrigen Blüten hängen in einer Traube am Stängel. Aus diesen äußeren Merkmalen ergab sich der Name des Krauts: Traubensilberkerze. Als Heilpflanze wurde das Gewächs zuerst in der indianischen Medizin bekannt. Die Ureinwohner Nordamerikas nutzten die Traubensilberkerze als Mittel gegen Schlangenbisse und um Frauen die Geburt zu erleichtern.

Wie sieht die Traubensilberkerze aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) kann bis zu zwei Meter in die Höhe wachsen und besitzt einen aufrechten Stängel. Die Wurzel ist dunkelbraun gefärbt, wird bis zu zwei Zentimeter dick und hat eine unregelmäßige, knotige Form. Die Blätter sind groß und zwei- bis dreifach gefiedert. In einer langen, schmalen Traube ordnen sich kleine, weiße Blüten an.
 Die Traubensilberkerze gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) und wächst im Osten Kanadas sowie in den USA.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich im Wurzelstock. Er enthält sogenannte Triterpenglykoside, darunter die Substanzen Actein und Cimifugosid. Daneben kommen Flavonoide wie das Isoflavon Formononetin vor und Phenolcarbonsäuren.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Traubensilberkerze?

Traubensilberkerze soll Frauen helfen, denen die Wechseljahre zu schaffen machen. Das Heilkraut soll sich dabei besonders auf Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche positiv auswirken. In Laborexperimenten konnten Extrakte aus Traubensilberkerze in die Temperaturregulation des Körpers eingreifen.

Insgesamt lässt sich bislang keine eindeutige Aussage treffen, ob Traubensilberkerze tatsächlich Wechseljahresbeschwerden lindern kann. Denn die bisherigen Studien liefern widersprüchliche Ergebnisse. Die deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt die Traubensilberkerze nicht als Alternative zu einer (heute stets sehr individuell abgewogenen) Hormontherapie.

Klären Sie vor der Einnahme auf jeden Fall mit ihrem Frauenarzt, ob das pflanzliche Mittel für Sie infrage kommt.

Wichtige Hinweise:

Studien, in denen Traubensilberkerze hilfreich war, ergaben, dass sich positive Effekte erst nach drei- bis vierwöchiger Einnahme zeigten.

Arznei-Zubereitungen aus der Pflanze können auch Nebenwirkungen hervorrufen. So kann es gelegentlich zu Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden kommen. Möglicherweise erhöht die längerfristige Einnahme das Risiko von Leberschäden. Bei Symptomen wie Gelbsucht, dunklem Urin, mangelndem Appetit oder anhaltenden Oberbauchschmerzen sollten Sie das Mittel absetzen und einen Arzt aufsuchen. Experten raten, Traubensilberkerze nicht länger als drei Monate nacheinander einzunehmen.

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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