„Süßholz raspeln“ – das heißt soviel wie „jemandem schmeicheln“ oder „sich beliebt machen.“ Früher zerkleinerte man Süßholzwurzeln durch Raspeln, irgendwann entstand daraus die Redewendung.
In den Wurzeln steckt der Stoff Glycyrrhizin, er schmeckt fünfzigmal süßer als Rohrzucker. Kein Wunder, dass Lakritze, also der eingedickte Wurzelsaft vermischt mit anderen Beigaben, eine beliebte Süßigkeit darstellt – egal ob in Form von Schnecken, Pastillen oder Stangen.
Der Sud aus den gelblichen Knollen ist nicht nur eine Leckerei, er hat sich auch als Heilmittel bewährt. Bereits im Altertum schätzten Mediziner ihn bei Husten. Im Mittelalter war Süßholz so begehrt, dass es im fränkischen Bamberg in riesigen Mengen angebaut wurde.
Extrakte aus der Süßholzwurzel zählen heute zu den bewährten Heilpflanzen: Sie helfen bei Husten und Schnupfen, aber auch bei Beschwerden in Magen und Darm.
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
29.09.2008, aktualisiert am 20.07.2010
Bildnachweis: W&B
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