Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Wildes Stiefmütterchen

Das wilde Stiefmütterchen wirkt leicht antientzündlich und wird unter anderem als homöopathisches Mittel gegen Milchschorf angewendet
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Wildes Stiefmütterchen, Veilchen (Viola tricolor)

Mauritius/CuboImages

Im Frühling gehören Stiefmütterchen zu den ersten Farbtupfern auf Balkonen und in Gärten. Aus Duftveilchen lässt sich ätherisches Öl gewinnen, das unter anderem als Parfümessenz dient. Das wilde Stiefmütterchen ist eine altbekannte Heilpflanze.

Der Name "Stiefmütterchen" hat eine spezielle Bedeutung: Die oberen Blütenblätter stehen für die Stiefmutter, die beiden mittleren für ihre Töchter und das einzelne, untere Blütchen für die Stieftochter. Die dreifarbigen Blüten sind zudem ein Symbol der heiligen Dreifaltigkeit, weshalb sich die kleine Blume häufig auf Friedhöfen findet.


Wie sieht das wilde Stiefmütterchen aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Das wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor) wird bis zu 30 Zentimeter hoch. Die Pflanze besitzt wechselständige Blätter, die im unteren Teil rundlich bis herzförmig aussehen. Blätter, die sich weiter oben befinden, sind länglich geformt. In den Blattachseln sitzen lang gestielte Blüten, die schwach duften und in verschiedenen Farbvarianten vorkommen – in gelb, blau und/oder violett.
 Das Stiefmütterchen gehört zu den Veilchengewächsen (Violaceae) und blüht von Mai bis Oktober. Es kommt in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens vor und wächst wild auf Äckern, Wiesen und Schutthalden.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Als Arznei dient das ganze Kraut, also alle Pflanzenteile außer der Wurzel. In ihm kommen zu 0,06 bis 0,3 Prozent Salicylsäure und deren Abkömmlinge vor. Daneben sind zu etwa zehn Prozent Schleimstoffe enthalten, die sich unter anderem aus Glucose und Galactose zusammensetzen.
 Darüber hinaus finden sich reichlich Flavonoide sowie Gerbstoffe, Carotinoide und Cumarine im Kraut.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft wildes Stiefmütterchen?

Stiefmütterchen wird traditionell bei Milchschorf sowie bei leicht entzündlichen Hautkrankheiten (zum Beispiel schwach ausgeprägte Akne oder Ekzeme) eingesetzt. Auch als homöopathisches Mittel hat das Veilchen diese Einsatzgebiete. Der Grund: Die Heilpflanze weist leicht antientzündliche Eigenschaften auf. Welche Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind, ist noch nicht genau bekannt. Vermutlich spielt die im Kraut enthaltene Salicylsäure eine Rolle.

Wichtige Hinweise:

Es sind keine besonderen Hinweise zu beachten.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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