Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Echter Salbei

Salbei lindert Heiserkeit und Halsschmerzen, beruhigt entzündetes Zahnfleisch und kann gegen übermäßiges Schwitzen helfen
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Echter Salbei (Salvia officinalis)

W&B/Winfried Fischer

Salbei ist zum einen als aromatisches Gewürz bekannt. Zum anderen wird die schmale Sofie oder das Zahnblatt, wie sich das Kraut auch nennt, schon seit langem als Heilpflanze genutzt. Im alten Ägypten diente Salbei als Mittel gegen Unfruchtbarkeit. In der Antike setzten Heilkundige die aromatisch riechende Pflanze gegen Verdauungsprobleme und Zahnweh ein. Auch in der keltischen Mythologie spielte Salbei eine Rolle.

Wie sieht echter Salbei aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Echter Salbei (Salvia officinalis) ist ein aromatisch riechender Halbstrauch, der bis zu 70 Zentimeter hoch wächst. Stängel wie Blätter sind filzig behaart. Die Blätter stehen gegenständig zueinander, sind graugrün gefärbt und sehen schmalelliptisch aus. In den oberen Blattachseln befinden sich die hell- bis blauvioletten Blüten, die deutlich zweilippig sind. Sie ordnen sich ährenartig an. Echter Salbei gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) und blüht zwischen Mai und Juli. Er stammt aus dem Mittelmeergebiet und gedeiht an trockenen Standorten.


Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Arzneilich wirksam sind die Salbeiblätter. Sie bestehen zu ein bis 2,5 Prozent aus ätherischem Öl, das sich hauptsächlich aus den Substanzen Thujon und Kampfer zusammensetzt. Daneben kommen zu zwei bis sechs Prozent Lamiaceengerbstoffe vor, zum Beispiel Rosmarinsäure, sowie Flavonoide und das Triterpen Ursolsäure.
 Bitterstoffe wie Carnosol verursachen den leicht bitteren Geschmack.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft echter Salbei?

Salbei ist schon seit langem als pflanzliches Mittel gegen Heiserkeit, Halsschmerzen und Zahnfleischentzündungen bekannt. Für diese Effekte ist wohl das Zusammenspiel verschiedener Inhaltsstoffe verantwortlich. So bewirkt das ätherische Öl, dass sich Krankheitserreger nicht weiter vermehren können.

Die in den Blättern enthaltenen Lamiaceengerbstoffe ziehen gewissermaßen die Schleimhaut in Mund und Rachen zusammen. Dadurch wird diese erstens undurchlässiger für Viren und Bakterien, zweitens beruhigt sich die gereizte Schleimhautoberfläche. Drittens verschließen sich kleine Wunden im Zahnfleisch besser.

Salbeitee können Erkältete trinken oder als Gurgellösung verwenden. Bei entzündetem Zahnfleisch gibt es spezielle Lösungen, die der Patient – verdünnt – auf die betreffende Stelle tupfen oder mit denen er den Mund ausspülen kann.

In höherer Dosierung kann Salbei gegen übermäßiges Schwitzen helfen. Welche Wirkstoffe dafür verantwortlich sind, ist noch nicht genau bekannt. Wahrscheinlich spielt das ätherische Öl, ebenso wie die Gerbstoffe, dabei eine Rolle. Wichtig: Wer immer wieder heftig schwitzt – auch nachts und in Ruhephasen – sollte dies von einem Arzt abklären lassen. Der kann auch entscheiden, ob sich Salbei eignet oder eher ein anderes Mittel infrage kommt.

Wichtige Hinweise:

Salbeiöl sollten Sie nicht unverdünnt anwenden. Dies kann Haut und Schleimhaut stark reizen. Geben Sie stattdessen wenige Tropfen in ein Glas Wasser, um zum Beispiel den Mund zu spülen. Lassen Sie sich zur Anwendung in einer Apotheke beraten.

Verwenden Sie Salbei am besten nur für kurze Zeit – etwa, so lange Sie erkältet sind und Halsschmerzen haben. Von einem längerfristigen Einsatz raten Experten aufgrund des Thujon-Gehalts ab. Thujon kann – wenn es in zu großen Mengen aufgenommen wird – Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Für Kleinkinder, Schwangere und Stillende empfiehlt sich die Heilpflanze nicht. Mütter, die abstillen möchten, dürfen dagegen schon Salbeitee trinken. Denn nach traditionellem Verständnis soll der Tee die Milchbildung vermindern.

Heilpflanzen, die ätherische Öle enthalten, dürfen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich von Nase und Mund angewendet werden, da dies bei den Kleinen Atemnot auslösen kann. Dies gilt insbesondere, wenn im Öl die Substanzen Kampfer oder Menthol vorkommen.

Auch Menschen, die an Asthma leiden, müssen vorab mit dem Arzt abklären, ob sie entsprechende Mittel einnehmen dürfen. Inhalieren mit ätherischen Ölen ist für sie tabu, da dies einen Asthmaanfall auslösen kann.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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