Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Ringelblume

Ringelblumenblüten fördern die Wundheilung und haben einen antientzündlichen Effekt. Welche Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind, ist noch nicht genau geklärt
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Ringelblume (Calendula officinalis)

Mauritius/Eckart Pott

Die Ringelblume galt früher als Wetterorakel – und das nicht ohne Grund. Pünktlich zum Sonnenaufgang öffnet die Pflanze ihre leuchtend gelben Blüten. Verschwindet die Sonne hinter dem Horizont, schließen sie sich. Droht Regen, bleiben die Blütenköpfchen geschlossen. Der Name der Pflanze hat sich vermutlich aus den eingerollten, gebogenen Samen entwickelt, die nach der Blütezeit entstehen.

Obwohl die Ringelblume wohl zu den ältesten Kulturpflanzen gehört, ist sie erst seit dem Mittelalter als Heilpflanze bekannt. Hildegard von Bingen führte "Ringula" als Mittel gegen Verdauungsbeschwerden und Entzündungen aller Art ein.

Wie sieht die Ringelblume aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Die Ringelblume (Calendula officinalis) erreicht eine Höhe von etwa 50 Zentimetern und riecht unangenehm harzig. Sie besitzt einen aufrechten und filzig behaarten Stängel, an dem sich die Blätter wechselständig anordnen. Diese sehen lanzettlich aus und weisen feine Härchen auf. Der Blütenkorb besteht aus zahlreichen gelben bis orangegelben Zungenblüten sowie röhrigen Scheibenblüten.
 Die Ringelblume gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae) und blüht von Juni bis September. Woher die Ringelblume stammt, ist nicht genau bekannt.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Arzneilich verwendet werden die Ringelblumenblüten. In ihnen kommen zu zwei bis zehn Prozent sogenannte Triterpensaponine vor und zu 0,2 bis 0,3 Prozent ätherisches Öl. Es enthält als Hauptkomponente den Stoff alpha-Cadinol. Außerdem finden sich in den Blüten Triterpenalkohole wie Faradiol, Carotinoide, wasserlösliche Zuckerstoffe und Flavonoide.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Ringelblume?

Ringelblumenblüten werden hauptsächlich in Salben, Cremes und Tinkturen verarbeitet, die Patienten auf der Haut oder Schleimhaut anwenden. In Laborversuchen bewirken Auszüge aus der Heilpflanze, dass sich eine Wunde schneller verschließt und gut verheilt. Außerdem wirken bestimmte Inhaltsstoffe der Ringelblume antientzündlich – zumindest im Reagenzglas. Aufgrund dieser Effekte kommen Ringelblumenextrakte häufig in Wundheilungssalben vor, aber auch in Zubereitungen, die leichte Entzündungen in Mund und Rachen lindern sollen.

Wichtige Hinweise:

Menschen, die eine empfindliche Haut haben, können auf Ringelblume mit Hautreizungen reagieren. Wer auf Korbblütler allergisch ist, sollte Zubereitungen aus dem Heilkraut vorsichtshalber nicht anwenden.

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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