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Heilpflanzen-Lexikon:
Lavendel, Lavendelöl

Lavendelöl kann beruhigend wirken und den Schlaf verbessern


Echter Lavendel (Lavandula augustifolia)

Wer den Duft von Lavendel riecht, fühlt sich sogleich in die Provence versetzt. In dem milden Mittelmeerklima gedeiht der bläulich-violett blühende Strauch bestens. Seit dem 17. Jahrhundert wird er dort in großem Stil angebaut, denn er lässt sich vielfältig verarbeiten – zu Parfümessenzen, Seife, Honig, Kräuterkissen, Hautpflegeprodukten und Medizin. Wer Lavendel in den heimischen Garten pflanzt, profitiert gleich doppelt: Die Pflanze sieht hübsch aus und vertreibt Blattläuse von benachbarten Blumen, zum Beispiel von Rosen.

Der Name Lavendel stammt wohl vom lateinischen "lavare", also „waschen“. Denn im antiken Rom dienten die getrockneten Blüten als Bade- und Waschmittelzusatz. Als Heilpflanze wurde der echte Lavendel erst im 12. Jahrhundert bekannt. Hildegard von Bingen setzte das Kraut gegen Kopfläuse ein. Später galt Lavendel als hilfreich gegen Blähungen, Krämpfe und Angstzustände.


Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist ein Halbstrauch, der etwa 20 bis 60 Zentimeter hoch wird. Er besitzt zahlreiche verzweigte, teils auch verholzte Stängel. Die graugrün gefärbten Blätter sehen schmal und lanzettlich aus. Lavendel bildet bläulich-violette Blüten, die sich in ährenartigen Scheinquirlen anordnen. Sie bestehen jeweils aus einer längeren Ober- und einer kürzeren Unterlippe. Echter Lavendel riecht aromatisch, gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) und blüht von Juni bis August. Er ist im Mittelmeerraum beheimatet und wächst auf trockenen sonnigen Hängen.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Lavendelblüten. Sie enthalten zu ein bis drei Prozent ätherisches Öl, das sich hauptsächlich aus den beiden Substanzen Linalylacetat und Linalool zusammensetzt. Daneben kommen in den Blüten Gerbstoffe und Flavonoide vor.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

Lavendelöl, insbesondere die darin enthaltenen Substanzen Linalool und Linalylacetat, wirken sich positiv auf Schlaf und Psyche aus. Wer schlecht einschläft oder nachts aufwacht, dem kann das Öl eventuell helfen. Denn dessen Inhaltsstoffe wirken Studien zufolge beruhigend und schlaffördernd. Zudem gibt es Hinweise, dass Lavendel einen angstlösenden Effekt haben könnte.

Wichtig: Wer Angstzustände bekommt oder unter Schlafstörungen leidet, sollte die Beschwerden unbedingt von einem Arzt abklären lassen. Der kann auch entscheiden, ob sich Lavendel – als Tablette, als Entspannungsbad oder als reines Öl – für den Betreffenden empfiehlt.

Wichtige Hinweise:

Ätherische Öle reizen in konzentrierter Form Haut und Schleimhaut. Deshalb immer nur verdünnt anwenden!

Wer Krampfadern hat, einen fiebrigen Infekt durchmacht oder an Herz-Kreislauf-Krankheiten leidet, sollte ein Vollbad mit ätherischen Ölen nur nach Absprache mit dem Arzt anwenden.

Gelangt ein ätherisches Öl bei Babys und Kleinkindern in die Nähe von Mund oder Nase, kann es bei den Kleinen zu Atemnot kommen. Auch Menschen mit Asthma können auf ätherische Öle mit Atemproblemen reagieren. Lassen Sie sich in der Apotheke oder beim Arzt beraten, welche Produkte sich eignen.

Lavendel kann, wenn es hochdosiert als Tablette eingenommen wird, Blähungen und Bauchschmerzen hervorrufen. Es gibt zudem Hinweise, dass Lavendelöl – bei längerfristiger Anwendung – östrogene Effekte entfaltet. Letzteres stellten Forscher bislang jedoch nur in Laborversuchen fest.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



www.apotheken-umschau.de; 05.08.2005, aktualisiert am 27.12.2011
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer

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