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Heilpflanzen-Lexikon:
Latschenkiefer

Latschenkieferöl löst – inhaliert – festsitzenden Schleim aus den Bronchien. Eingerieben auf die Haut regt Latschenkiefer die Durchblutung an und lockert verspannte Muskeln


Latschenkiefer (Pinus mugo)

Sie trotzt Wind und Wetter, überlebt unter einer meterdicken Schneedecke und bildet nicht selten die Baumgrenze: die Latschenkiefer. Der Mini-Baum, auch Latsche oder Bergkiefer genannt, prägt die Gebirgslandschaft der Alpen und steht unter Naturschutz. Das heißt: Sammeln verboten! Lediglich die Betreiber von Latschenbrennereien dürfen unter besonderen Auflagen die Zweige ernten und daraus das aromatisch riechende Latschenkieferöl gewinnen.

Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Die Latschenkiefer (Pinus mugo) ist ein Nadelbaum, der etwa zwei bis fünf Meter hoch wird und eine schuppige, braun-schwarze Rinde besitzt. Die Nadeln sind immergrün. Die kleine Kiefer trägt männliche und weibliche Blüten. Erstere sind gelb gefärbt, letztere bilden rötliche Zapfen aus. Zur Reife tragen die Zapfen spatelförmige Schuppen und fallen ab.
 Die Latschenkiefer gehört zu den Kieferngewächsen (Pinaceae) und blüht im Juli. Sie gedeiht in den Gebirgen Mittel- und Südeuropas. Angebaut wird sie unter anderem im Allgäu, in Tirol und Südtirol.


Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

In den Nadeln steckt ätherisches Öl, das Latschenkieferöl. Es setzt sich vorwiegend aus den Substanzen 3-Caren, alpha- und beta-Pinen, beta-Phellandren und Limonen zusammen.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

Latschenkieferöl wirkt innerlich und äußerlich. Wer das Öl inhaliert, bekommt die schleimlösende Wirkung zu spüren. Die Inhaltsstoffe machen das Bronchialsekret dünnflüssiger und fördern gleichzeitig dessen Abtransport aus den Atemwegen. Das ätherische Öl eignet sich daher gut, wenn Erkältete von Schnupfen und verschleimtem Husten geplagt werden. Positiver Nebeneffekt: Das Öl hemmt auch das Wachstum von Bakterien.

Wer Latschenkieferöl auf der Haut anwendet, dem wird es schnell warm. Denn die aromatischen Substanzen regen die Durchblutung in der Haut an. In Form von flüssigen Einreibungen oder Salben lockern sie verspannte Muskeln und helfen so zum Beispiel bei Muskelkater oder Rückenschmerzen. Auch bei Gelenkbeschwerden kann sich der durchblutungsfördernde Effekt positiv auswirken.

Wichtige Hinweise:

Latschenkieferöl nicht in unverdünnter Form anwenden! Denn das konzentrierte ätherische Öl reizt Haut und Schleimhäute stark.

Auch in verdünnter Form kann das Öl reizend wirken. Insbesondere bei Babys und Kleinkindern sollte Latschenkieferöl nicht mit Mund oder Nase in Kontakt kommen. Die Kleinen können unter Umständen mit Atemnot darauf reagieren. Wer empfindliche Haut hat, bei dem kann sie sich röten, nachdem er das Öl eingerieben hat.

Verwenden Sie Latschenkieferöl als Badezusatz, achten Sie ebenfalls auf die richtige Dosierung. Haben Sie Herz- oder Kreislaufbeschwerden, Krampfadern oder einen fieberhaften Infekt, dann klären Sie die Anwendung vorher mit Ihrem Arzt ab.

Wer an Asthma leidet, sollte vorab mit dem Arzt besprechen, ob sich Latschenkieferöl für ihn eignet. Denn ätherische Öle können, wenn sie inhaliert werden, einen Asthmaanfall auslösen.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



www.apotheken-umschau.de; 14.11.2008, aktualisiert am 06.12.2011
Bildnachweis: Fotolia/Thomas Woehrle/2010

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