Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Gelbwurzel, Kurkuma

Kurkuma ist vor allem als Gewürz bekannt, und zwar als Curry. Gelbwurzel kann jedoch mehr: Sie erleichtert die Verdauung von Fetten und lindert Blähungen und Völlegefühl
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Gelbwurzel, Kurkuma (Curcuma longa)

Fotolia/jeehyun

Curry kennen die meisten Deutschen als exotische Würze. Es besteht aus einem Mix verschiedenster Gewürze und weist häufig eine gelbliche Farbe auf. Verantwortlich dafür ist Kurkuma, auch Gelbwurzel genannt. Daneben besteht die "europäische" Mischung unter anderem aus Zimt, Koriander und Nelken. In Indien steht der Begriff Curry lediglich für "Gericht mit Soße." Welche Gewürzpflanzen beigemengt werden, hängt vom jeweiligen Gericht ab. Es gibt keine festgelegte Mixtur.

In Deutschland wurde das gelbliche Pulver bekannt, als Herta Heuwer, Besitzerin eines Berliner Imbissstandes, das Gewürz auf ihre Bratwürste streute. So soll sie die Currywurst erfunden haben.

Wie sieht die Gelbwurzel aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Die Gelbwurzel (Curcuma longa) wird bis zu einen Meter groß. Im Boden befindet sich ein reich verzweigter Wurzelstock, der knollig aussieht und außen von einer graubraunen Korkschicht überzogen ist. Die grundständigen Blätter sind sehr groß und vorne länglich zugespitzt. Die Blüten erscheinen in Bodennähe und sind leuchtend gelb gefärbt. Kurkuma gehört zu den Ingwergewächsen (Zingiberaceae) und ist damit mit Ingwer verwandt. Die Pflanze wird in tropischen Gebieten Asiens und Afrikas angebaut.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Arzneilich wirksam ist der Wurzelstock (das Rhizom). Er enthält drei bis fünf Prozent an sogenannten Curcuminoiden, welche der Knolle ihre gelbliche Farbe verleihen. Hauptsächlich kommt dabei die Substanz Curcumin vor. Daneben findet sich zu zwei bis sieben Prozent ätherisches Öl, das unter anderem aus den Stoffen alpha-Turmeron und Zingiberen besteht.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Gelbwurzel?

Die Inhaltsstoffe des Wurzelstocks erleichtern die Verdauung von Fetten. Insbesondere die Substanz Curcumin bewirkt, dass mehr Gallensäuren ausgeschüttet werden und sich die Gallenblase entleert. Gallensäuren bewirken, dass sich das Nahrungsfett im Darm in sehr feine Tröpfchen verteilt und so besser von fettspaltenden Enzymen zerlegt werden kann. Aufgrund dieses Effekts kann Kurkuma Blähungen und Völlegefühl lindern – vor allem nach einem fettreichen Essen.

Wie Laboruntersuchungen zeigen, besitzt die Gelbwurzel einen antientzündlichen Effekt. Vermutlich hemmen Inhaltsstoffe wie Curcumin Enzyme, die an Entzündungsvorgängen im Organismus beteiligt sind. Ob sich dies bei entzündlichen Krankheiten nutzen lässt, müssen Studien jedoch erst noch klären. Zudem gibt es erste Hinweise, dass Kurkuma schädliche Radikale abfängt und womöglich Krebs vorbeugen kann.

Wichtige Hinweise:

Manche Menschen vertragen Kurkuma nicht und bekommen Magenschmerzen. 

Wer an Gallensteinen leidet, sollte die Einnahme von Gelbwurzel vorher mit dem Arzt abklären.

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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