Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Kürbissamen, Kürbiskerne

Kürbis-Inhaltsstoffe sollen die Beschwerden lindern, die eine beginnende gutartige Prostatavergrößerung hervorruft
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Gartenkürbis, Kürbis (Cucurbita pepo)

Panthermedia/Elena Elisseva

An Halloween, der Nacht vor Allerheiligen, starren einem vielerorts große Zähne und funkelnde Augen an. Dahinter verbergen sich keine Monster, sondern kunstvoll geschnitzte Kürbis-Grimassen. Der Brauch stammt angeblich aus Irland. Die Inselbewohner versuchten früher mit den Fratzen böse Geister zu vertreiben – allerdings mussten große Rüben dafür herhalten.

Auswanderer nahmen den Brauch wohl mit nach Nordamerika, wo er heute ausgiebig gefeiert wird – mit den dort heimischen Kürbissen. Seit etwa 8000 Jahren bauen Menschen in Mittelamerika Kürbisse an. Inzwischen gibt es unzählige Sorten, die vom kleinen Zierkürbis bis zum mehrere hundert Kilogramm schweren Riesenkürbis reichen.

Wie sieht der Kürbis aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Verschiedene Arten werden arzneilich genutzt. Häufig handelt es sich dabei um den gemeinen Kürbis (Cucurbita pepo), auch Gartenkürbis genannt. Er besitzt einen niederliegenden Stängel, der bis zu zehn Meter in die Länge wachsen kann und Kletterranken ausbildet. Die großen Blätter bestehen aus fünf Lappen und sind borstig behaart. Männliche und weibliche Blüten befinden sich auf derselben Pflanze und sind gelb gefärbt.

Die Früchte sehen, je nach Kulturrasse, unterschiedlich aus. Sie sind kugelig bis länglich, haben einen Durchmesser von 15 bis 40 Zentimetern und sind gelb bis orange gefärbt. Im Inneren der Früchte stecken die weißlichen, flachen Samen.
 Der Gartenkürbis gehört zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) und blüht von Juni bis September.
 Seine Heimat ist zwar Nordamerika, doch er wird weltweit angebaut.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Als pflanzliche Arznei werden die Kürbissamen, auch als Kürbiskerne bezeichnet, genutzt. Sie enthalten pflanzliche Hormone, die zu den Steroiden gehören. Vor allem Substanzen aus der Gruppe der delta-5-Sterole sowie der delta-7-Sterole kommen vor. Daneben finden sich in den Samen Vitamin E, Selen und reichlich fettes Öl.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft der Kürbis?

Die in Kürbissamen enthaltenen Phytosterole wirken hormonähnlich. Zumindest in Laborversuchen drosseln die Stoffe die Bildung von Dihydrotestosteron. Dieses körpereigene Hormon bildet sich aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron und spielt vermutlich bei der Entstehung einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) eine wichtige Rolle.

Zubereitungen aus Kürbiskernen sollen aufgrund dessen gegen Prostatabeschwerden helfen, zum Beispiel gegen Probleme beim Wasserlassen. In Absprache mit dem Arzt können Patienten Kürbisextrakte einnehmen, wenn eine leichte benigne Prostatahyperplasie (Stadium I und II) vorliegt.

Wichtige Hinweise:

Verspüren Sie die Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung, dann lassen Sie sich beim Arzt untersuchen. Er kann die Ursachen abklären und eine entsprechende Therapie einleiten.

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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