Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Königskerze

Königskerzenblüten enthalten reichlich Schleimstoffe. Als Tee getrunken, kann die Heilpflanze daher trockenen Reizhusten lindern
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Königskerze (Verbascum densiflorum)

Mauritius/Kerstin Layer

Früher bestrich man die Königskerze mit Pech und Teer, und nutzte sie als Fackel oder Lampendocht. Daher stammt vermutlich auch der deutsche Name der Pflanze. An Maria Himmelfahrt spielte sie eine wichtige Rolle, denn die leuchtend gelben Blüten gehörten in jedes geweihte Kräuterbüschel. Und sogar als Wetterorakel musste die Königskerze herhalten: Je nachdem wie sich ihre Blüten präsentierten, kam der erste Schnee angeblich früher oder später im Jahr.

Seit der Antike ist die Königskerze zudem als Heilpflanze bekannt. Sie sollte bei Krämpfen, Schwellungen und Wunden helfen. Später entdeckten Heilkundige, dass sich das Kraut positiv auf die Atemwege auswirkt.

Wie sieht die Königskerze aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Es gibt drei Königskerzenarten, die arzneilich genutzt werden: die großblumige Königskerze (Verbascum densiflorum), die gemeine (Verbascum phlomoides) und die kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus). Alle sind zweijährig und wachsen bis zu zwei Meter in die Höhe.

Die großblumige Königskerze besitzt einen wollig behaarten Stängel. Sie bildet große gekerbte Blätter, die grauweiß aussehen. An langen Blütenständen befinden sich leuchtend gelbe Blüten. Dagegen trägt die gemeine Königskerze ganzrandige Blätter und flachere Blüten. Die kleinblütige Königskerze unterscheidet sich durch kürzer gestielte und kleinere Blüten.

Alle drei Arten gehören zu den Braunwurzgewächsen (Scrophulariaceae) und blühen zwischen Juli und September. Königskerzenarten kommen fast in ganz Europa, in Nordasien und in Nordafrika vor. Sie gedeihen auf sandigem Untergrund, zum Beispiel auf Schuttplätzen und Kahlschlägen.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Alle drei Arten weisen ähnliche Inhaltsstoffe auf, die auch in vergleichbaren Mengen vorliegen. Als Arznei werden Königskerzenblüten verwendet. Sie enthalten zu etwa drei Prozent Schleimstoffe. Daneben kommen sogenannte Iridoide vor, zum Beispiel die Substanzen Aucubin und Catalpol. Außerdem finden sich Triterpensaponine, unter anderem der Stoff Verbascosaponin.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Königskerze?

Für die Wirkungen der Königskerze sind die Schleimstoffe und die Triterpensaponine verantwortlich. Die Schleimstoffe legen sich wie eine Art schützender Film über die Schleimhaut in Mund und Rachen. Dadurch beruhigen sie diese und lindern Halsschmerzen ebenso wie trockenen Reizhusten. Die Saponine sollen dagegen zähes Sekret lösen, das sich in den Atemwegen festgesetzt hat. Ein Tee aus Königskerzenblüten kann daher die Beschwerden lindern, die eine Erkältung hervorruft.

 

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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