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Heilpflanzen-Lexikon:
Hopfen

Wer einen unruhigen Schlaf hat, kann Hopfen einnehmen. Sinnvoll ist eine Kombination mit Baldrian


Hopfen (Humulus lupulus)

Hopfen, Malz, Wasser und Hefe. Mit diesen Zutaten stellen Brauereien Bier her. Hopfen sorgt für das leicht bittere Aroma und macht das Getränk haltbar. Ob sich zuerst die Sumerer, die Römer oder die Kelten im Brauen von Bier versucht haben, daran scheiden sich die Geister. Die ersten großen Brauereien gibt es seit dem Mittelalter. Sie entstanden vielerorts in Klöstern.

Hopfen stammt überwiegend aus Deutschland: Die bayerische Hallertau gilt als das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Dort gedeiht das Gewächs wohl etwa seit dem 8. Jahrhundert. Zu dieser Zeit entdeckten Pflanzenkundige den Hopfen auch als Heilpflanze. Er sollte Leber- und Gallenbeschwerden lindern. Erst seit dem 18. Jahrhundert ist Hopfen als Schlaf- und Nervenmittel bekannt.


Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?

Hopfen (Humulus lupulus) ist eine Kletterpflanze, die drei bis sechs Meter hoch wird. Die Triebe winden sich rechts herum und besitzen hakige Kletterhaare. Die auf der Oberseite dunkelgrünen Blätter sind gegenständig und langgestielt. Sie bestehen aus drei bis fünf tiefen Lappen und sind mit kleinen gelben Drüsen besetzt. Die männlichen und weiblichen Blüten befinden sich auf verschiedenen Pflanzen. Die männlichen stehen in lockeren, rispenartigen Blütenständen, die weiblichen in zapfenartigen, gestielten. Hopfen gehört zu den Hanfgewächsen (Cannabaceae) und blüht von Juli bis August.
 Er ist in den gemäßigten Gebieten Europas und Asiens beheimatet und kommt wild an Ufern und in Auwäldern vor.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Arzneilich wirksam sind die Hopfenzapfen der weiblichen Blüten. Sie enthalten im Hopfenharz Bitterstoffe. Dazu gehören die Substanzen Humulon und Lupulon sowie Bittersäuren. In den Zapfen kommt ätherisches Öl vor, das unter anderem aus den Stoffen Humulen und Caryophyllen zusammengesetzt ist. Außerdem finden sich Gerbstoffe vom Proanthocyanidin-Typ und Flavonoide.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?

Hopfen wirkt beruhigend und verbessert den Schlaf. Das zeigen zumindest Experimente im Labor. Hopfen-Inhaltsstoffe greifen dabei an verschiedenen Andockstellen im Körper an, die den Schlaf-Wach-Rhythmus steuern. Möglicherweise hat Hopfen einen ähnlichen Effekt wie das körpereigene Schlafhormon Melatonin.

Es gibt bislang keine Studien, die Forscher ausschließlich mit Hopfen durchgeführt haben. In den meisten Fällen haben die Studienteilnehmer eine Kombination aus Hopfen und Baldrian eingenommen. Die beiden Pflanzen haben unterschiedliche Angriffspunkte im Körper und ergänzen sich in ihrer schlaffördernden Wirkung. Wer schlecht einschläft oder durchschläft, sollte daher beide Kräuter kombiniert anwenden.

Der Effekt ist mild und tritt nicht sofort ein. Dafür sind bisher auch keine Nebenwirkungen bekannt. So führen chemische Schlafmittel – im Gegensatz zu Hopfen und Baldrian – häufig zu einem „Hang-over“ am nächsten Morgen. Der Betroffene fühlt sich müde und ist wacklig auf den Beinen.

Wichtige Hinweise:

Wer Hopfen einnimmt, um seinen Schlaf zu verbessern, darf nicht sofort eine Wirkung erwarten. Experten sagen, dass sich ein Effekt erst nach zwei bis vier Wochen bemerkbar macht.

Pflanzliche Schlafmittel sollten Sie nicht ohne Absprache mit dem Arzt benutzen. Besonders, wenn Sie bereits andere Beruhigungs- oder Schlafmittel einnehmen. Auch Alkohol ist tabu.

Manche Hopfen-Inhaltsstoffe verhalten sich im Körper wohl ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen. Ob sich daraus gesundheitsfördernde Effekte ableiten lassen, ist jedoch nicht bekannt. Ebenso, ob möglicherweise Risiken bestehen.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



www.apotheken-umschau.de; 12.09.2005, aktualisiert am 17.10.2011
Bildnachweis: W&B/Annette Falck

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