Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Indischer Flohsamen

Flohsamenschalen quellen im Darm auf, verdicken dadurch den Darminhalt und helfen so gegen Verstopfung. Informationen zu Wirkung und Anwendung

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 21.09.2012

Flohsamen (Plantago ovata)

Mauritius/Imagebroker

Die Samen weisen von weitem eine gewisse Ähnlichkeit mit Flöhen auf, daher der Name: Flohsamen. Auch die dazugehörige Pflanze nennt sich indischer Flohsamen, sie wird jedoch auch als indischer Wegerich bezeichnet. Dieser Name erinnert wiederum an ein heimisches Kraut: den Spitzwegerich. Und tatsächlich sind die beiden miteinander verwandt.

Wie sieht indischer Flohsamen aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Indischer Flohsamen (Plantago ovata) ist eine niedrig wachsende, einjährige Pflanze, die sehr fein behaart ist. Die Blätter sehen linealisch aus und bilden eine Rosette. Die unscheinbaren Blüten stehen in kurzen, dichten Ähren. Die Samen entwickeln sich in runden Kapseln und sind oval geformt. Ihre Farbe reicht von blassrosa bis rötlich-gelb. Der indische Wegerich gehört zu den Wegerichgewächsen (Plantaginaceae) und ist in Indien sowie im Iran beheimatet.


In Wasser quellen Flohsamenschalen aufgrund der enthaltenen Schleimstoffe auf

W&B/Winfried Fischer

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Arzneilich wirksam sind die Samen, genauer gesagt die äußerste Schicht (Epidermis) der Samenschalen. Darin kommen große Mengen an Schleimstoffen vor, die unter anderem aus den Zuckern Galactose und Rhamnose aufgebaut sind. Daneben findet sich in den Samen reichlich fettes Öl.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft indischer Flohsamen?

Flohsamenschalen wirken als sogenanntes Quellmittel: Gelangen die Schleimstoffe in den Darm, binden sie dort Wasser und quellen auf. Dadurch vergrößert sich das Volumen des Darminhalts, was die Verdauung anregt. Indischer Flohsamen hilft daher gegen Verstopfung. Das fette Öl, welches in den Samen vorkommt, unterstützt die abführende Wirkung. Es übt im Darm eine Art Schmiereffekt aus, wodurch der Darminhalt schneller weitertransportiert wird. Geschrotete Samen (in der Apotheke nachfragen) oder reine Samenschalen regen die Darmtätigkeit intensiver an als die ganzen Samen. Denn diese verlassen den Magen-Darm-Trakt oft in unveränderter Form, also ohne zerkleinert zu werden.

Wichtig: viel trinken! Sonst können die Schleimstoffe nicht richtig aufquellen und der Effekt bleibt aus. Wenden Sie Flohsamenschalen an, lassen Sie diese zunächst in einem Glas Wasser vorquellen. Trinken Sie dann die Mixtur und anschließend noch ein bis zwei Gläser Wasser hinterher. Tipp: Angenehmer ist diese Prozedur, wenn Sie die Samenschalen in pulverisierter Form zu sich nehmen. Alternativ können Sie auch auf Leinsamen setzen, da diese ebenfalls mild abführend wirken.

Es kann zwei bis drei Tage dauern, bis sich die Wirkung bemerkbar macht.

Wer täglich über längere Zeit Flohsamenschalen einnimmt, kann den Cholesterinspiegel im Blut leicht senken. Das legen zumindest Studien nahe. Ganze Samen empfehlen sich für eine dauerhafte Anwendung jedoch eher nicht, da sie sehr energiereich sind. Klären Sie jedoch mit Ihrem Arzt ab, ob Flohsamen für Sie infrage kommen.

Wichtige Hinweise:

Indische Flohsamen entfalten ihre Wirkung nur, wenn Sie dazu ausreichend viel trinken. Am besten ein bis zwei Gläser Wasser direkt nach der Anwendung trinken und über den Tag verteilt mindestens 1,5 Liter in Form von Wasser, Tees oder verdünnten Fruchtsäften. Ansonsten quellen die Schleimstoffe zum einen unzureichend auf, zum anderen können sie im schlimmsten Fall mit der Darmwand verkleben, was zu einem Darmverschluss führen kann.

Flohsamen können die Aufnahme von anderen Arzneimitteln über den Darm behindern. Nehmen Sie diese daher nicht direkt zusammen mit den Flohsamenschalen ein. Hatten Sie bereits einen Darmverschluss, leiden Sie an Verengungen der Speiseröhre, des Magens oder Darmes oder liegt eine akute Entzündung im Magen-Darm-Bereich vor, dann dürfen Sie dieses pflanzliche Abführmittel nicht verwenden. Auch wenn Sie aufgrund bestimmter Herz- oder Nierenkrankheiten nicht übermäßig viel trinken dürfen, sollten Sie mit dem Arzt besprechen, ob Sie Flohsamen anwenden dürfen.

Manche Menschen reagieren auf indische Flohsamen allergisch.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



Bildnachweis: Mauritius/Imagebroker, W&B/Winfried Fischer
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