Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Eiche, Eichenrinde

Eichenrinde enthält reichlich Gerbstoffe. Extrakte aus Eiche (Quercus robur) lindern unter anderem Juckreiz und helfen so zum Beispiel als juckreizstillendes Sitzbad bei Hämorriden
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Eiche, Stieleiche (Quercus robur)

Panthermedia/Bernard Lynn

Die Eiche gilt als Symbol der Ewigkeit. Zahlreiche Sagen und Mythen ranken sich um sie. So sollen sieben Nonnen des Zisterzienserklosters Ivenack ihr Gelübde gebrochen haben. Zur Strafe wurden sie in sieben Eichen verwandelt. Da diese Eichen inzwischen seit etwa 1000 Jahren in dem Wäldchen stehen, scheinen die Nonnen noch immer büßen zu müssen.

Ebenso brachte man die Eiche mit Gottheiten in Verbindung. Im antiken Griechenland gab es beispielsweise ein Eichenorakel: Drei Frauen horchten aufmerksam in eine alte knorrige Eiche. Aus dem Rauschen der Blätter vernahmen sie angeblich die Stimme von Zeus. Bei den Kelten galt die Eiche als Baum des Wettergottes Taranis. Nordische Völker weihten den Baum dem Donner- und Kriegsgott Thor.

Neben ihrer mythischen Bedeutung spielt die Eiche schon seit der Antike als Heilpflanze eine Rolle. Heilkundige schätzten die Rinde schon vor tausenden von Jahren als blutstillendes Mittel.

Wie sieht die Eiche aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Die Stieleiche (Quercus robur) ist ein bis zu 50 Meter hoher Baum. Der Stamm kann bis über 1,5 Meter dick werden. Die Rinde ist graubraun und besitzt eine rissige Borke. Die wechselständigen Blätter haben tiefe Buchten. Sie glänzen an der Oberseite grün, unterseits sehen sie matt aus und sind seidig behaart. Die Eiche bildet männliche hängende Kätzchen und weibliche kleine Blüten. Die Frucht ist die Eichel. Sie sieht länglich-eiförmig aus und ist im unteren Teil von einem schuppigen Becher eingeschlossen. Die Stieleiche gehört zu den Buchengewächsen (Fagaceae) und blüht zwischen April und Mai. Der Baum kommt in ganz Europa vor und wächst häufig in Mischwäldern.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Zum Einsatz kommt die Eichenrinde, da sie sehr viele Gerbstoffe enthält. In der Rinde finden sich zwischen acht und zwanzig Prozent an Gerbstoffen. Dazu gehören solche vom Catechin-Typ, wie zum Beispiel die Substanzen Catechin und Epicatechin. Des Weiteren sogenannte Ellagitannine und komplexe Tannine.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Eiche?

Die in der Rinde enthaltenen Gerbstoffe wirken auf Haut und Schleimhaut adstringierend, also zusammenziehend. Die Gerbstoffe reagieren dabei mit Eiweißen, die sich in Haut und Schleimhaut befinden, und verändern deren Struktur. Dadurch verfestigen sich die oberen Gewebsschichten. Die Folge: Kleine Blutgefäße werden abgedichtet, wodurch sich ein blutstillender Effekt ergibt. Bakterien können schlechter in Haut und Schleimhaut eindringen, was beispielsweise Durchfallerreger von der Darmschleimhaut fernhält. Außerdem schwächen Gerbstoffe Nervenreize in der Haut ab. Dies äußert sich als Juckreiz-stillender Effekt.

Äußerlich angewendet – als Fußbad, Sitzbad oder Umschlag – helfen Extrakte aus Eichenrinde daher gegen leichte entzündliche Hauterkrankungen. Durch die juckreizstillende Wirkung lindert Eiche Beschwerden im Genital- und Analbereich – zum Beispiel Hämorriden. Wer übermäßig schwitzt, kann ebenfalls auf Eichenrinde setzen.

Ein Tee aus Eichenrinde kann akuten Durchfall lindern, wenn er durch Bakterien oder Viren verursacht wurde. Allerdings ist der Geschmack eines solchen Tees aufgrund des hohen Gerbstoffgehalts unangenehm.

Wichtige Hinweise:

Wer Fieber hat, an einer Herzschwäche oder an Bluthochdruck leidet, sollte auf ein Vollbad mit Eichenrindenextrakt verzichten. Ebenso, wenn großflächige Hautverletzungen vorliegen.

Manche Menschen reagieren auf Eichenrinde empfindlich. Bei ihnen kann sich der hohe Gerbstoffgehalt auf den Magen schlagen und Übelkeit hervorrufen.  

Nehmen Sie Eichenrinden-Extrakte nicht zusammen mit anderen Medikamenten ein, da die Gerbstoffe deren Aufnahme in den Körper beeinträchtigen können.

Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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