Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Eibisch, Eibischwurzel

Eibischwurzel hilft als Hustensaft oder Tee gegen trockenen Reizhusten
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 22.12.2016

Eibisch (Althaea officinalis)

W&B/Winfried Fischer

Marshmallow – so nennt sich Eibisch (Althaea officinalis) im Englischen. Und das nicht ohne Grund. Denn früher stellten Konditors aus den zuckerreichen Wurzeln des Eibischs die Süßigkeit her, die sich in Deutschland Mäusespeck nennt. Heutzutage setzt sich der süße Speck allerdings aus anderen Zutaten zusammen.

Als Heilpflanze blickt Eibisch auf eine überaus lange Geschichte zurück. So fanden Forscher in dem Grab eines Neandertalers, der etwa 60.000 v. Chr. lebte, Spuren von sieben Pflanzenarten – darunter Eibisch. Dieser frühe Mensch nutzte die Kräuter wahrscheinlich zu Heilzwecken. Auch der griechische Arzt Hippokrates wendete Eibisch zur Wundheilung an.


Wie sieht Eibisch aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Eibisch wird bis zu 1,5 Meter hoch und besitzt einen fingerdicken, ästigen Wurzelstock. Der aufrechte Stängel ist innen röhrig und außen filzig behaart, ebenso wie die Blätter. Diese stehen wechselständig zueinander, sind graugrün gefärbt und glänzen seidig. Die unteren Blätter sind dreieckig-herzförmig und gelappt, die oberen sehen eiförmig und gelappt aus. Die großen hellrosa Blüten befinden sich in den Blattachseln oder sind endständig und besitzen purpurrote Staubbeutel. Eibisch gehört zu den Malvengewächsen (Malvaceae) und blüht von Juli bis September. Er stammt aus Südosteuropa und Westasien und kommt vor allem auf salzigen Böden vor, also zum Beispiel am Meer.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in den Eibischblättern und -wurzeln, wobei Letztere deutlich mehr davon enthalten. In den Blättern kommen zu sechs bis zehn Prozent Schleimstoffe vor – im Wesentlichen die sogenannten Galacturonorhamnane und Arabinogalactane. Daneben stecken Flavonoide darin. Eibischwurzeln bestehen zu zehn bis zwanzig Prozent aus Schleimstoffen. Es liegen mindestens drei unterschiedliche Gruppen vor: Glucane, Arabinogalactane und Rhamnogalacturonane. Außerdem beinhalten die Wurzeln reichlich Stärke, Rohr- und Invertzucker.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Eibisch?

Verantwortlich für die medizinische Wirkung von Eibisch sind die Schleimstoffe. Meist werden die Wurzeln in pflanzlichen Mitteln verwendet, da sie diese Substanzen in höherer Konzentration enthalten. Gelangen die Schleimstoffe auf die Schleimhaut in Mund, Rachen, Hals und Magen, haften sie sich an diese. Die Eibisch-Inhaltsstoffe bilden auf diese Weise eine Art Schutzschicht über der Schleimhaut und beruhigen sie. Ist die Schleimhaut im Rachen gereizt und entzündet – wie es bei einer Erkältung der Fall ist – dämpft Eibisch trockenen Reizhusten und lindert Heiserkeit. Auch bei leichten Entzündungen der Magenschleimhaut kann Eibischwurzel helfen.

Da ein Eibisch-Hustensaft oder -Sirup recht dickflüssig ist, verbleibt er länger vor Ort und eignet sich bei Husten daher besser als ein Tee.

Wichtige Hinweise:

Diabetiker sollten den hohen Zuckergehalt von Eibischwurzeln beachten.

Eibisch sollten Sie möglichst nicht zusammen mit anderen Medikamenten einnehmen, da die Schleimstoffe die Aufnahme von anderen Arzneimitteln in den Körper beeinträchtigen können.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



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