„Hui, ist das scharf!“ Wer auf eine Chilischote beißt, bekommt die feurige Wirkung der Früchte zu spüren. Chilis – auch als spanischer Pfeffer oder Cayennepfeffer bezeichnet – verleihen Gerichten wie Chili con Carne eine scharfe Note. Wer nach dem ersten Bissen einen Feuerlöscher braucht, trinkt am besten ein paar Schlucke Milch oder löffelt ein wenig Joghurt. Beides lindert das Brennen im Gaumen.
In Mittel- und Südamerika wurde Cayennepfeffer schon vor tausenden von Jahren angebaut. Christoph Kolumbus soll das Gewächs bei seinen Erkundungsreisen Ende des 15. Jahrhunderts mit nach Spanien gebracht haben. Heute sind die Chili-Schoten in der ganzen Welt beliebt.
Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?
Cayennepfeffer ist ein Halbstrauch, der 0,5 bis einen Meter in die Höhe wäschst. Seine Blätter sehen oval bis lanzettartig aus und sind wechselständig. Die weißen Blüten ordnen sich gruppenweise an und sind fünf- bis siebenzählig. Die Staubblätter sind violett gefärbt. Die orange färbenden bis roten Früchte sehen kegelförmig aus und sind leicht gebogen. Sie stehen stets aufrecht und unterscheiden sich damit gegenüber anderen Paprikaarten. Cayennepfeffer gehört zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae) und blüht von Juni bis September. Beheimatet ist das Gewächs im tropischen Südamerika. Angebaut wird es weltweit in Gebieten mit tropischem bis subtropischem Klima.
Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?
Als Arznei kommen die getrockneten reifen Früchte zum Einsatz. Sie enthalten Scharfstoffe, und zwar die sogenannten Capsaicinoide. Die Substanz Capsaicin spielt dabei die größte Rolle.
Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?
Gelangt der Scharfstoff Capsaicin auf Haut oder Schleimhaut, reizt er dort Schmerz- und Wärmerezeptoren. Erstere senden zunächst ein Schmerzsignal ans Hirn. Letztere bewirken, dass Haut und Schleimhaut stärker durchblutet werden. In der Folge rötet sich die Haut, wird warm und brennt. Dieser Effekt lockert verspannte Muskeln und lindert Verspannungen in Schulter und Nacken.
Wenn Capsaicin an den Schmerzrezeptoren angreift, macht es die dort befindlichen Nervenendigungen zugleich unempfindlicher. Dies ruft nach einer kurzen Weile einen schmerzstillenden Effekt hervor, den sich die Medizin zunutze macht: Salben, Cremes und Pflaster, die Cayennepfeffer enthalten, können Muskel- und Nervenschmerzen lindern. Ein Hexenschuss verschwindet so unter Umständen schneller. Auch Neuralgien, die zum Beispiel häufig Diabetiker betreffen, können möglicherweise positiv beeinflusst werden. Klären Sie die Anwendung jedoch vorab mit dem Arzt ab.
Neuere Studien liefern Hinweise, dass Cayennepfeffer den Appetit dämpft und durch seine Wärmewirkung den Kalorienverbrauch leicht erhöht. Bekannt ist, dass Chilis die Ausschüttung von Magensäure steigern und die Verdauung anregen.
Wichtige Hinweise:
Nicht jeder Mensch verträgt Cayennepfeffer. Wer eine empfindliche Haut hat, reagiert womöglich mit starker Hautrötung und Brennen auf den Scharfstoff. Probieren Sie eine Creme oder Salbe deshalb zunächst an einer kleinen Stelle aus und überprüfen Sie, wie die Haut darauf antwortet. Achten Sie darauf, dass Cayennepfeffer nicht in die Nase oder die Augen gerät.
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23.01.2008, aktualisiert am 17.06.2011
Bildnachweis: Image Source/RYF
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