Hellgrün leuchten ihre Blätter. Vielleicht gilt die Birke auch deshalb als ein Sinnbild des Frühlings. Die Kelten verehrten die Birke als Lebensbaum und hielten sie für ein Fruchtbarkeitssymbol. Hing ein Birkenzweig am Fenster eines jungen Mädchens, stellte dies einen Heiratsantrag dar. Auch heute noch hat die Birke Symbolcharakter: Junge Birkenzweige zieren zu Prozessionen und festlichen Umzügen die Straßen.
Wie sieht die Heilpflanze aus und wo kommt sie vor?
Die Hängebirke (Betula pendula) ist ein Baum von 25 Metern Höhe. Die jungen Stämme besitzen eine weiße Rinde, die später nachdunkelt. Die Zweige hängen herunter und haben glatte, hellgrüne Blätter. Die Blattränder sind scharf doppelt gesägt. Die Birke bildet männliche und weibliche Blütenkätzchen. Erstere werden bis zehn Zentimeter, letztere nur zwei bis drei Zentimeter lang.
Die Moorbirke (Betula pubescens) unterscheidet sich durch aufrechte oder abstehende und flaumig behaarte Zweige von der Hängebirke. Beide Arten gehören zu den Birkengewächsen (Betulaceae) und blühen von April bis Mai. Sie kommen in den gemäßigten Zonen Europas vor. Die Hängebirke wächst in trockenen Laub- und Nadelwäldern, die Moorbirke dagegen in Mooren und feuchten Wäldern.
Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?
Arzneilich verwendet werden die Birkenblätter beider Arten. Sie enthalten zu etwa drei Prozent Flavonoide, vor allem die Substanzen Hyperosid und Avicularin. Die Hängebirke weist hierbei einen etwas höheren Gehalt auf als die Moorbirke. Daneben finden sich sogenannte Triterpene, Phenolcarbonsäuren sowie etwas Vitamin C sowie ätherisches Öl in den Blättern.
Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft die Heilpflanze?
Birkenblätter haben einen wassertreibenden Effekt. Verantwortlich dafür sind die Flavonoide. Diese sekundären Pflanzenstoffe bewirken, dass mehr Harn gebildet wird und die ableitenden Harnwege dadurch "durchspült" werden. Zubereitungen aus Birkenblättern können daher bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung oder anderen Harnwegsinfekten helfen. Da Birkenblätter nicht so intensiv wirken, finden sie sich meist in Nieren- und Blasentees, zusammen mit anderen harntreibenden Pflanzen wie Ackerschachtelhalm oder Goldrute.
Wichtige Hinweise:
Setzen Sie Birkenblätter zur Durchspülung ein, dann trinken Sie ausreichend. Am besten Wasser oder ungesüßte Tees. Das erhöht den Effekt der Heilpflanze.
Wer aufgrund einer Herz- oder Nierenfunktionsstörung an Wassereinlagerungen (Ödeme) im Gewebe leidet, sollte Birkenblätter nicht anwenden. Dies gilt ebenso bei einer Allergie gegen Birkenpollen.
Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.
www.apotheken-umschau.de;
05.08.2005, aktualisiert am 25.05.2011
Bildnachweis: W&B/Winfried Fischer
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