Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Arnika

Arnika (Arnica montana) hilft – äußerlich aufgetragen – bei Prellungen und Verstauchungen

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 21.09.2012

Arnika (Arnica montana)

RYF/Mauritius/Michael Peuckert

Arnika – das ist die Pflanze mit den leuchtend gelben Blüten. Wer sie sehen will, muss hoch hinaus, denn die Arnika wächst im Gebirge. Doch auch dort bekommen Wanderer sie nur selten zu Gesicht, zu rar ist die Bergblume geworden.

Die Arnika ist nicht, wie viele andere Heilpflanzen, bereits seit dem Altertum als Arzneikraut bekannt. Erst ab dem 17. Jahrhundert setzten Heilkundige sie bei Verletzungen ein. Goethe schätzte die Arnika wohl sehr und ließ sich nach einem Herzinfarkt regelmäßig einen Tee daraus brauen. Seine Beschwerden ließen durch den Arnikatee angeblich nach.


Wie sieht Arnika aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Die Arnika ist eine aromatisch duftende Pflanze, die bis zu 60 Zentimeter hoch wird. Der Stängel ist flaumig behaart. Die Grundblätter sehen eiförmig aus, während die Stängelblätter ungeteilt und lanzettförmig sind. Diese ordnen sich paarweise am Stängel an. 
Die Blüten leuchten dunkelgelb und ordnen sich sternförmig an. Die Arnika gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae) und blüht von Juni bis August. Sie steht unter Naturschutz und darf deshalb nicht gepflückt werden. Ihre Heimat sind Gebirgswiesen, dort kommt Arnica montana in ganz Europa vor. Als Arzneipflanze wird sie zudem in Europa angebaut.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Arzneilich relevant sind die Arnikablüten. Sie enthalten zu 0,2 bis 1,5 Prozent Sesquiterpenlactone, vor allem die Susbtanz Helenalin. Daneben kommen zu 0,4 bis 0,6 Prozent Flavonoide vor, ebenso wie Gerbstoffe, Cumarine und wenig ätherisches Öl.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Arnika?

Arnika-Zubereitungen haben diverse Effekte: Sie gehen gegen Keime vor, lindern Schmerzen und wirken Entzündungen entgegen. Vermutlich spielen die Sesquiterpenlactone, allen voran der Pflanzeninhaltsstoff Helenalin, dabei eine Rolle. Er unterdrückt die Bildung von entzündungsauslösenden Stoffen, sogenannten Zytokinen.

Äußerlich angewendet, kann Arnika deshalb – in Form von Salben oder Tinkturen – bei Schwellungen, Verstauchungen und Prellungen helfen. Daneben zählt die Arnika zu den klassischen Mitteln der Homöopathie. Als Globuli – in verdünnter Form – setzen Naturheilkundler die Pflanze zum Beispiel bei Aphthen, einer Zahnfleischentzündung oder nach Insektenstichen ein. Auch nach Sportverletzungen kann Arnika in Kügelchenform hilfreich sein.

Wichtige Hinweise:

Wer Arnika als Tinktur oder Salbe in die Haut einmassiert, kann unter Umständen allergisch reagieren (Korbblütler-Allergie). Dies äußert sich unter anderem durch eine gereizte, gerötete Haut. Die Stelle kann auch anschwellen oder es bilden sich kleine Bläschen (Quaddeln).

Arnika sollte – außer als homöpathisch verdünntes Mittel – nicht eingenommen werden. In größeren Mengen können Vergiftungserscheinungen mit Übelkeit, Magen- und Kopfschmerzen, Schwindel sowie Herzklopfen auftreten. Zudem besteht die Gefahr von Herzrhythmusstörungen.

Während der Schwangerschaft ist Arnika tabu, außer als homöopathische Globuli.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten.



Bildnachweis: RYF/Mauritius/Michael Peuckert
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