Thema: Heilpflanzen

Heilpflanzen-Lexikon:
Aloe

Aloe vera (Aloe vera/barbadensis, Aloe capensis/ferox) kommt vorwiegend in hautpflegenden Mitteln zum Einsatz

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 20.09.2012

Barbados-Aloe

Mauritius/Age

Kleopatra, legendäre ägyptische Königin, soll einst Julius Cäsar, den berühmten römischen Feldherrn und Staatsmann, um den Finger gewickelt haben. Das Geheimnis ihrer Schönheit: Aloe vera. Zumindest den Überlieferungen zufolge pflegte sie damit regelmäßig ihre Haut. Ob dies stimmt, lässt sich schwer nachweisen. Immerhin wurde Aloe vera bereits im alten Ägypten als Nutzpflanze angebaut.

Gelehrte versprachen sich von der anspruchslosen Wüstenpflanze nicht nur Schönheit, sondern auch Gesundheit – ob bei Magen-Darm-Beschwerden oder zur Wundbehandlung. Im Mittelalter gehörte die Aloe zu den Zutaten des Kräuter-Elixiers „Schwedenbitter“.


Wie sieht Aloe aus und wo kommt die Heilpflanze vor?

Die Barbados-Aloe (Aloe vera) besitzt dicke, fleischige Blätter, die in einer grundständigen Rosette stehen. Die Blätter werden bis zu 50 Zentimeter lang und sind am Blattrand derb gezähnt. Die gelben bis orange-gelben Blüten bilden dichte Trauben. Der Blütenstand wird bis zu einem Meter hoch. Bei der Kap-Aloe (Aloe capensis) sind die Blüten orange bis rot gefärbt. Beide Arten gehören zu den Affodillgewächsen (Asphodelaceae) und stammen aus Afrika. Während die Barbados-Aloe auch in der Karibik und Indien angebaut wird, wächst die Kap-Aloe in Ost- und Südafrika.

Welche Pflanzenteile und Inhaltsstoffe werden verwendet?

Verwendet wird der in den Blättern enthaltene Milchsaft. Er besteht – bezogen auf die Barbados-Aloe (Aloe vera) – aus Anthranoiden. Die Substanz Aloin ist die Hauptkomponente. Außerdem findet sich der sogenannte „Aloe-Harz“ im Saft, mit einem großen Anteil an Glucosylchromonen sowie langkettigen Zuckermolekülen (Polysaccharide). Die Kap-Aloe beinhaltet weniger Aloin, dafür aber Bitterstoffe.

Was bewirken die Inhaltsstoffe? Wogegen hilft Aloe?

Die Anthranoide gelangen – gebunden an Zuckermoleküle – in den Dickdarm und werden dort von bakteriellen Enzymen in ihre aktiven Formen umgewandelt. Diese greifen an Ionenkanälen in der Darmschleimhaut an und hemmen so die Aufnahme von Wasser und Salzen. In Folge sammelt sich vermehrt salzhaltiges Wasser im Verdauungstrakt, welches die Darmentleerung beschleunigt.

Extrakte aus der Kap-Aloe dienen daher als pflanzliches Abführmittel bei Verstopfung. Doch Vorsicht: Solche Abfürmittel sollten Sie immer nur kurzfristig anwenden. Hält die Verstopfung länger an oder wird der Darm erneut träge, sollten Sie dies von einem Arzt abklären lassen. Zudem gibt es mildere pflanzliche Alternativen, zum Beispiel Flohsamen oder Leinsamen.

Aus dem Milchsaft der Barbados-Aloe wird das Aloe-vera-Gel gewonnen, dass sich in zahlreichen Kosmetikprodukten findet. Das Gel soll einen kühlenden Effekt auf die Haut haben und Feuchtigkeit spenden. Ob Aloe vera neben seinen pflegenden Eigenschaften auch gegen entzündliche Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte helfen kann, müssen groß angelegte Studien noch beweisen.

Wichtige Hinweise:

Anthranoid-haltige Pflanzenauszüge, also auch aus Aloeblättern, dürfen nicht bei Darmverschluss, entzündlichen Darmkrankheiten oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache angewendet werden. Ebenso nicht während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter zwölf Jahren.

Nach der Einnahme kann es zu krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden kommen, manchmal färbt sich auch der Urin rot.

Abführmittel sollten Sie nur für kurze Zeit anwenden und nur, wenn andere Maßnahmen nicht ausgereicht haben. Bei längerfristigem Gebrauch kann es durch die Wasser- und Salzverluste, insbesondere Kalium, wieder zu Verstopfung kommen.

Diuretika (wassertreibende Medikamente), Kortisonpräparate, Herzglykoside (angewendet bei Herzschwäche) und Süßholzwurzel können mit den Anthranoiden wechselwirken. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.

Trinken Sie ausreichend, wenn Sie Aloe als abführendes Mittel einnehmen.


Tipp: Lassen Sie sich zu Dosierung und Anwendung in der Apotheke beraten!



Bildnachweis: Mauritius/Age
Partnersuche im Internet

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Gut zu wissen

Hütte

Wichtig: Das sollten Sie über Abführmittel wissen

Tipps zum Einsatz dieser Medikamente »

Heilpflanzen wie Beinwell, Hollunder, Ringelblume und Malve

Das Heilpflanzen-Lexikon

Hier finden Sie einen Überblick über wichtige Heilpflanzen von A wie Anis bis Z wie Zitronenmelisse »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages