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Hausstaubmilbenallergie

Haben Sie eine Allergie gegen Hausstaubmilben? Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie der Arzt dies nachweist, ob sich eine Hyposensibilisierung als Therapie eignet und wie Sie vorbeugen können


Eine verschnupfte und verstopfte Nase am Morgen kann auf eine Hausstaubmilbenallergie hinweisen

Was ist eine Hausstaubmilbenallergie?

Reagiert ein Mensch allergisch auf Staub, der sich in Häusern und Wohnungen befindet, besteht der Verdacht auf eine Hausstaubmilbenallergie. Staub setzt sich aus verschiedensten Bestandteilen zusammen. Unter anderem kommen darin winzige Spinnentiere vor: die Hausstaubmilben. Obwohl Allergiker auch auf andere Staubpartikel reagieren können, macht ihnen - sofern kein Haustier dahinter steckt - in den meisten Fällen diese Milbe zu schaffen. Die richtige Bezeichnung für diese Allergie ist daher: Hausstaubmilbenallergie (der häufig verwendete Begriff „Hausstauballergie“ ist dagegen medizinisch nicht korrekt).

Allergieauslösend wirken Bestandteile aus dem Kot der Milben. Sie ernähren sich vorwiegend von den Hautschuppen, die der Mensch jeden Tag absondert. Auf der Matratze fühlen sich die winzigen Tiere besonders wohl. Dort finden sie nicht nur genug Nahrung, sondern profitieren auch von Wärme und Feuchtigkeit, die ihnen der Schlafende unfreiwillig spendet. Da Hausstaubmilbenallergiker die ganze Nacht dem allergieauslösenden Stoff ausgesetzt sind, haben sie morgens häufig die stärksten Beschwerden.



Unser Experte: Privatdozent Dr. Jörg Kleine-Tebbe, Facharzt für Allergologie und Dermatologie

Welche Symptome weisen auf eine Allergie gegen Hausstaubmilben hin?

Die Symptome einer Hausstaubmilbenallergie unterscheiden sich kaum von denen, die Heuschnupfen hervorruft: Die Nase ist häufig verstopft, kann kribbeln und vor allem morgens laufen. Manchmal jucken und tränen die Augen oder sind gerötet. Bei ausgeprägter Allergie reagieren auch die tiefen Atemwege mit Husten, erschwertem Atmen oder pfeifenden Atemgeräuschen. Diese Beschwerden können auch nur bei oder kurz nach körperlichen Anstrengungen auftreten, wenn die Atemwege zusätzlich belastet sind.

Viele Menschen, die langjährig unter einer Hausstaubmilbenallergie leiden, entwickeln mit der Zeit chronische Beschwerden an der Nasenschleimhaut. Sie haben dauerhaft eine verstopfte Nase, manchmal kommt es auch zu immer wiederkehrenden Niesanfällen. Während der Wintermonate – besonders bei Einsetzen der Heizperiode – leiden Betroffene meist mehr als in der warmen Jahreszeit. Heuschnupfen bereitet dagegen vor allem im Frühling und Sommer Probleme.

Wer vermutet, dass er auf Hausstaubmilben allergisch ist, sollte einen Arzt aufsuchen – am besten einen Allergologen (Fachärzte mit Weiterbildung in Allergologie). Der kann den Verdacht überprüfen und anhand spezieller Allergietests die Diagnose stellen.

Ist eine Behandlung möglich?

Bei vielen Patienten, bei denen eine Hausstaubmilbenallergie festgestellt wurde, bereitet die Allergie keine nennenswerten Probleme. Sie müssen sich daher auch nicht dagegen behandeln lassen. Ruft die Allergie Symptome hervor, können Anti-Milben-Maßmahmen helfen. Am wichtigsten ist es, das Bett möglichst milbenfrei zu bekommen. Das gelingt unter anderem, indem Betroffene regelmäßig Bett und Schlafzimmer reinigen, spezielle Überzüge (Encasing) über die Matratze ziehen und täglich lüften. Mehr dazu im Kapitel „Vorbeugen“. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kommt eine Hyposensibiliserung in Betracht – der Arzt spricht von spezifischer Immuntherapie mit Hausstaubmilben-Präparat (mehr unter „Therapie“).


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: iStock/Newphotoservice, W&B/Dietmar Gust
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www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 10.09.2013, erstellt am 08.09.2011
Bildnachweis: iStock/Newphotoservice, W&B/Dietmar Gust

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