Harnröhrenstriktur (Harnröhrenenge)

Schwacher Harnstrahl, Schmerzen beim Wasserlassen, häufige Harnwegsinfekte – mögliche Symptome einer Harnröhrenenge (Harnröhrenstriktur). Ohne Therapie kann sie die Nieren schädigen
von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 03.07.2014

Probleme beim Wasserlassen sind manchmal durch eine Harnröhrenenge verursacht

Panthermedia/Pamela Jaafar

Über die Harnröhre wird der Urin aus der Blase nach außen entleert. Eine Engstelle in der Harnröhre kann die Blasenentleerung behindern.

Man unterscheidet narbige Verengungen (Harnröhrenstrikturen) von Verengungen bei einer vergrößerten Prostata (benigne Prostatahyperplasie) oder durch Tumoren. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Wie kommt es zu einer Harnröhrenstriktur?

Nach Verletzungen (zum Beispiel beim Sport oder durch Unfälle) kann es zu einer narbigen Verengung der Harnröhre kommen, ebenso nach Eingriffen im Bereich der Harnröhre – vor allem bei Anlage eines Blasendauerkatheters oder Blasenspiegelungen. Seltenere Ursachen sind Infektionen oder angeborene Fehlbildungen. Genaueres erfahren Sie im Kapitel Ursachen.


Was passiert bei einer Harnröhrenstriktur?

Die Engstelle an der Harnröhre verhindert, dass sich die Blase vollständig entleert. Häufige Harnwegsinfekte können die Folge sein. Bei ausgeprägten Fällen bewirkt die Harnröhrenenge womöglich einen Urin-Rückstau in die Nieren. Das kann zum bleibenden Nierenschaden führen.

Welche Symptome weisen auf eine Harnröhrenstriktur hin?

Erstes Symptom einer Harnröhrenstriktur ist häufig ein abgeschwächter Harnstrahl und ein Nachtröpfeln nach dem Wasserlassen. Der Harnstrahl kann verformt, geteilt oder gedreht aussehen. Andere Beschwerden sind Schmerzen beim Wasserlassen, am Penis oder am Damm. Mehr lesen Sie im Kapitel Symptome.


Unser Experte: Professor Dr. med. Christian Stief

W&B/Privat

Wie stellt der Arzt die Diagnose Harnröhrenstriktur?

Wegweisend für die Diagnose Harnröhrenenge ist die Messung von Druck und Fluss des Harnstrahles beim Wasserlassen. Mit einer Ultraschalluntersuchung prüft der Arzt, ob nach dem Wasserlassen Urin in der Blase zurückbleibt (Restharn) und ob es sichtbare Veränderungen an Harnröhre und Blase gibt. Auch Röntgenaufnahmen mit Kontrastmittel oder endoskopische Untersuchungsverfahren kommen zum Einsatz.

Wie behandelt man eine Harnröhrenstriktur?

Häufig muss eine Harnröhrenenge mit einer Operation behandelt werden. Die möglichen Operationsverfahren reichen von einer endoskopischen Schlitzung der Engstelle bis hin zu einer Harnröhrenplastik in einer offenen Operation. Die Auswahl des Verfahrens ist zum einen von der Art der Engstelle (Stenose) abhängig, zum anderen vom Gesundheitszustand des Betroffenen.

Vor allem die einfachen Operationsverfahren sind mit einem hohen Rückfallrisiko behaftet. Es kann aber sein, dass der Gesundheitszustand des Patienten eine erfolgversprechendere, aufwändigere Operation nicht erlaubt. Mehr Informationen erhalten Sie im Kapitel Therapie.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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