Nachgefragt:
Schnarchen Männer häufiger als Frauen?

Beliebtes Witz-Klischee: Er sägt sich durch die Nacht, sie liegt wach daneben. Nur ein weibliches Vorurteil?

Paar im Bett
Sie oder er: Wer ist der größere Störenfried?
„Liebling, du schnarchst.“ Können Sie sich diesen Satz aus dem Mund eines Mannes vorstellen? Es passt einfach nicht in unser Weltbild, dass eine zarte Frau im Schlaf einen störenden Geräuschpegel erreichen soll. Was sagt der Experte dazu?

„In der Tat ist Schnarchen vorwiegend Männersache“, weiß Prof. Karl Hörmann, Direktor der Universitäts- HNO-Klinik des Klinikums Mannheim. „20 bis 30 Prozent der Männer, aber nur 10 bis 20 Prozent der Frauen schnarchen regelmäßig. Nicht einmal jede dritte Frau ,sägt‘ gelegentlich, aber mehr als jeder zweite Mann.“ Wie erklärt der Hals-Nasen-Ohren- Spezialist diesen Unterschied? „Männer trinken mehr Alkohol und sind öfter übergewichtig; eventuell spielen hormonelle Unterschiede eine Rolle – alles ,schnarch-fördernde‘ Faktoren.“ Möglicherweise neigt auch das männliche Gewebe rund um Gaumensegel, Rachen und Zungengrund eher zum Erschlaffen.

Aber das Schnarchen ist nicht nur eine lästige Erscheinung, die zu wahren Ehedramen führen kann – in etwa jedem zehnten Fall steckt eine Schlafapnoe mit gefährlichen Atemaussetzern dahinter. Das Gehirn wird dann nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. „Betroffene mit Atempausen und Tagesmüdigkeit sollten unbedingt den Hausarzt aufsuchen, der sie an einen HNO-Arzt oder ein Schlaflabor weiterverweisen wird“, rät Prof. Hörmann. „Wenn eine Gewichtsreduktion und der Verzicht auf Alkohol keine Besserung bringen, können bestimmte Apparaturen und chirurgische Maßnahmen zu einem ruhigeren Schlaf führen.“


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