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Gehirnhautentzündung (Meningitis)

Die Meningitis (Gehirnhautentzündung) ist eine ernstzunehmende Krankheit. Sie wird meistens durch Viren, aber auch durch Bakterien wie Meningokokken ausgelöst


Denkorgan: das menschliche Gehirn

Was ist eine Gehirnhautentzündung?

Bei der Meningitis kommt es zu einer Entzündung der Hirn- und /oder Rückenmarkshäute (Meningen). Die virale Meningitis, die durch Viren verursacht wird, ist die häufigste Form. Deutlich seltener tritt die bakterielle Gehirnhautentzündung auf. Ursache dieser wesentlich gefährlicheren Meningitis-Variante sind Bakterien, vor allem Pneumokokken, gefolgt von Meningokokken. Aber auch andere Krankheitserreger, zum Beispiel Pilze, können zu einer Gehirnhautentzündung führen. Greift diese auf das Gehirn über, sprechen Mediziner von einer Meningoenzephalitis.



Unser Experte: Dr. Frank Huber, Facharzt für Neurologie

Erste Anzeichen, die für eine Meningitis sprechen, sind grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber und starke Kopfschmerzen. Neben diesen unspezifischen Beschwerden weisen eine plötzliche Nackensteifigkeit sowie charakteristische Verfärbungen auf der Haut gezielter auf eine Meningokokken-Meningitis hin. Die virale Meningitis lässt sich von der bakteriellen im Anfangsstadium oft nicht sicher unterscheiden, meist verläuft eine durch Viren ausgelöste Meningitis jedoch milder.

Notfall: bakterielle Meningitis

Eine bakterielle Gehirnhautentzündung ist ein absoluter Notfall, der sofort in einem Krankenhaus behandelt werden muss. Wenige Stunden können hier über das Leben des Betroffenen entscheiden. Die virale Meningitis ist zwar akut weniger gefährlich. Da sie sich aber zumindest zu Beginn der Erkrankung ähnlich äußern kann wie die bakterielle Gehirnhautentzündung, sollten Erkrankte in jedem Fall unverzüglich einen Arzt aufsuchen oder noch besser in ein Krankenhaus mit neurologischer Abteilung gehen. Zudem kann auch eine virale Gehirnhautentzündung einen ernsthaften Verlauf nehmen, wobei dies selten ist.

Wer mit einem Mensch, der an einer Meningokokken-Meningitis erkrankt ist, in Kontakt kommt, kann sich leicht anstecken. Es gilt, solche Personen zu identifizieren und gegebenenfalls antibiotisch zu behandeln. 

Eine Schutzimpfung gibt es in Deutschland derzeit gegen Meningokokken vom Typ C sowie gegen Pneumokokken und Haemophilus influenzae – also gegen bestimmte Erreger einer bakteriellen Meningitis. Gegen die viral verursachte Gehirnhautentzündung existiert (mit Ausnahme der Frühsommermeningoenzephalitis) kein Impfstoff.

Die bakterielle Meningitis tritt gehäuft im Winter und Frühling auf. 30 bis 40 Prozent aller Fälle ereignen sich in den ersten drei Monaten des Jahres. Vor allem betroffen sind Kleinkinder und Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren. Glücklicherweise kommt die bakterielle Meningitis in Industrieländern nur noch selten vor; die Erkrankungshäufigkeit liegt bei etwa 0,5 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Auch die virale Gehirnhautentzündung kommt gehäuft im Herbst und Frühjahr vor. Eine Ausnahme bildet die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME), die vor allem im Frühsommer und Sommer auftritt.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Bildnachweis: Brand X Pictures/RYF
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Bildnachweis: Brand X Pictures/RYF

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