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Erysipel (Wundrose)

Das Erysipel (die Wundrose) ist eine bakterielle Hautinfektion. Am häufigsten sind die Unterschenkel / Beine betroffen, aber auch das Gesicht und jedes andere Hautareal können befallen werden. Charakteristische Zeichen sind eine glänzende, schmerzhafte Rötung und Krankheitsgefühl. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapie


Ein Erysipel (eine Wundrose) entsteht in vielen Fällen am Unterschenkel – kann aber auch an anderen Körperstellen auftreten

Was ist ein Erysipel (eine Wundrose)?

Ein Erysipel (auch Wundrose genannt) ist eine akut verlaufende, nichteitrige Hautinfektion. Auslöser sind bestimmte Bakterien, sogenannte Streptokokken. Sie dringen über kleinere Verletzungen (zum Beispiel bei Fußpilz) in die Haut ein und breiten sich in den Lymphspalten aus.

Manche Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an einem Erysipel zu erkranken – beispielsweise Patienten mit Venenschwäche, arteriellen Durchblutungsstörungen der Beine (PAVK), Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder Störungen im Lymphabfluss (Lymphödem). Genaueres erfahren Sie im Kapitel Ursachen und Risikofaktoren.


Prof. Dr med. Cord Sunderkötter

Unser Experte: Professor Dr. Cord H. Sunderkötter

Welche Symptome verursacht ein Erysipel?

Häufig bildet sich die Wundrose am Unterschenkel. Aber auch das Gesicht und jedes andere Hautareal können befallen werden. Im Gesicht wird das Erysipel manchmal Gesichtsrose genannt – darf aber nicht mit der Gürtelrose (Herpes zoster) verwechselt werden, bei der auf einer halbseitigen Rötung gruppierte Bläschen erscheinen.

Beim Erysipel entsteht am Ort der Infektion eine schmerzhafte Rötung, die sich ausbreitet und insbesondere im Gesicht zu einer Schwellung führt. Hinzu kommen in der Regel Symptome, die den ganzen Körper betreffen – wie Kopfschmerzen und Frösteln, mitunter auch Fieber oder gar Schüttelfrost. Mehr zu den Beschwerden und möglichen Komplikationen lesen Sie im Kapitel Symptome.

Wie wird eine Wundrose behandelt?

Der Arzt stellt die Diagnose Erysipel meist anhand der Krankheitszeichen. Behandelt wird die Wundrose mit Antibiotika, am besten mit Penicillin. Weitere Informationen erhalten Sie im Kapitel Therapie der Wundrose.

In Deutschland erleiden jährlich zirka 100 von 100.000 Einwohnern ein Erysipel.


Wichtig: Abgrenzung zu anderen Hautinfektionen

Im Deutschen wird die Diagnose "Erysipel" manchmal auch für Hautinfektionen verwendet, die von infizierten Geschwüren oder Wunden ausgehen und von Staphylokokken (Staphylococcus aureus), manchmal auch von anderen Bakterien (wie Escherichia coli) verursacht werden. Der Arzt kann solche Infektionen zwar vom Erysipel abgrenzen. Sie werden aber nicht einheitlich bezeichnet. In englischsprachigen Ländern ist die Bezeichnung "Cellulitis" in Gebrauch (nicht zu verwechseln mit der Cellulite!). Im deutschsprachigen Raum nennen Mediziner solche Hautinfektionen oft "begrenzte Phlegmone".

Kennzeichen der begrenzten Phlegmone sind eine teigige Schwellung des befallenen Gewebes sowie eine überwärmte Rötung. Die Farbe sieht oft dunkler, bläulicher (livider) und matter aus als es beim klassischen Erysipel der Fall ist. Die Rötung ist meist weniger scharf begrenzt. Außerdem verursacht die begrenzte Phlegmone anfangs keine oder allenfalls geringe Allgemeinsymptome. Im Gegensatz zum Erysipel kann die Phlegmone eitrig werden.

Eine Unterscheidung zwischen klassischem Erysipel und begrenzter Phlegmone ist wichtig, da sich die Therapie unterscheidet: Streptokokken-Infektionen werden mit anderen Antibiotika behandelt als Infektionen mit Staphylokokken oder anderen Bakterien.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich




Bildnachweis: W&B/Christine Schneider, W&B/Privat
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www.apotheken-umschau.de; 13.02.2012, aktualisiert am 13.02.2012
Bildnachweis: W&B/Christine Schneider, W&B/Privat

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