Anmelden | Registrieren

Medikamentencheck Arzneimittelinformationen

Euthyrox 75 Tabletten

Präparat:

Euthyrox 75 Tabletten

Darreichungsform:

Tabletten

Abgabeform:

verschreibungspflichtig

Zuzahlungsbefreite Packungsgrößen:

keine

Aktive Wirkstoffe:

  • Levothyroxin-Natrium
Über Hilfsstoffe, Geruchs-, Geschmacks-, Konservierungs- und Farbstoffe informieren Sie sich bitte in der Gebrauchsinformation oder fragen Sie bei Ihrem Apotheker nach.


Wir machen den Beipackzettel für Sie verständlich: Informationen zu Nebenwirkungen, Dosierung und Risiken


Die folgenden Informationen beziehen sich auf den/die arzneilich wirksamen Inhaltsstoff(e). Bitte beachten Sie, dass diese Informationen zu den Wirkstoffen von den Angaben in der Packungsbeilage abweichen können. So werden von den pharmazeutischen Herstellern teilweise unterschiedliche Anwendungsgebiete deklariert.


1 Was ist "Euthyrox 75 Tabletten" und wofür wird es angewendet?
1.1 Welche Eigenschaften hat das Arzneimittel?
"Euthyrox 75 Tabletten" enthält den Wirkstoff Levothyroxin, ein Arzneimittel aus der Gruppe der Schilddrüsenhormone.
Dieses hat die gleiche Wirkung wie das natürlicherweise gebildete Hormon.
Levothyroxin wird üblicherweise in Salzform als Levothyroxin-Natrium eingesetzt.
Levothyroxin ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.
1.2 Welche Wirkstärken und Darreichungsformen git es?
Levothyroxin zum Einnehmen gibt es üblicherweise als
- Tabletten mit 25, 50, 75, 88, 100, 112, 125, 137, 150, 175 oder 200 mcg,
- Tabletten mit 1 mg (zur Durchführung des Suppressionstests),
- Tropfen mit 100 mcg in 1 ml.
Ihr Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.
1.3 Levothyroxin wird angewendet
- um fehlendes Schilddrüsenhormon zu ersetzen oder/und um Ihre Schilddrüse zu entlasten:
- zum Ersatz (Substitution) des fehlenden Hormons bei jeder Form einer Schilddrüsenunterfunktion,
- zur Verhütung erneuter Kropfbildung (Vergrößerung der Schilddrüse) nach Kropfoperation bei normaler Schilddrüsenfunktion,
- zur Therapie des gutartigen Kropfes (benigne Struma) bei normaler Schilddrüsenfunktion,
- zur Begleittherapie einer Schilddrüsenüberfunktion, die mit Thyreostatika (Medikamente, die die Schilddrüsenüberfunktion hemmen) behandelt wird, nach Erreichen der normalen Stoffwechsellage,
- bei bösartigem Tumor der Schilddrüse, vor allem nach Operation, zur Unterdrückung erneuten Tumorwachstums und zur Ergänzung fehlenden Schilddrüsenhormons.
- als Schilddrüsendiagnostikum zur Durchführung des Suppressionstests, um Fehlregulationen der Schilddrüsenfunktion (z.B. Schilddrüsenautonomie) rechtzeitig zu erkennen.
2 Was müssen Sie vor der Einnahme von "Euthyrox 75 Tabletten" beachten?
2.1 Wann dürfen Sie "Euthyrox 75 Tabletten" nicht anwenden?
- wenn Sie allergisch gegen Levothyroxin-Natrium oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
- wenn bei Ihnen eine der folgenden Erkrankungen oder einer der genannten Zustände vorliegt:
- eine unbehandelte Schilddrüsenüberfunktion,
- eine unbehandelte Nebennierenrindenschwäche,
- eine unbehandelte Schwäche der Hirnanhangsdrüse (Hypophyseninsuffizienz), wenn diese eine therapiebedürftige Nebennierenrindenschwäche zur Folge hat,
- ein frischer Herzinfarkt,
- eine akute Herzmuskelentzündung,
- eine akute Entzündung aller Wandschichten des Herzens (Pankarditis).
Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie nicht gleichzeitig Levothyroxin und ein Mittel, das die Schilddrüsenüberfunktion hemmt (sogenanntes Thyreostatikum), einnehmen (siehe auch Abschnitt 2.2 "Schwangerschaft" bzw. "Stillzeit").
Die zur Durchführung des Suppressionstests erforderliche Gabe einer Einzel-Dosis von 3 mg ist nicht angezeigt bei allen Patienten, die bereits einen Herzinfarkt gehabt haben oder die gleichzeitig an Schmerzen in der Herzgegend mit Beengungsgefühl (Angina Pectoris) leiden, weiterhin bei Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße, schweren Herzrhythmusstörungen und länger bestehender Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).
2.2 Besondere Vorsicht bei der Einnahme von "Euthyrox 75 Tabletten" ist erforderlich
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie "Euthyrox 75 Tabletten" einnehmen.
Vor Beginn einer Therapie mit "Euthyrox 75 Tabletten" müssen folgende Erkrankungen oder Zustände ausgeschlossen bzw. behandelt werden:
- Erkrankung der Herzkranzgefäße,
- Schmerz in der Herzgegend mit Beengungsgefühl (Angina Pectoris),
- Bluthochdruck,
- Schwäche der Hirnanhangsdrüse oder der Nebennierenrinde,
- das Vorliegen von Bereichen in der Schilddrüse, die unkontrolliert Schilddrüsenhormon produzieren (Schilddrüsenautonomie).
Besondere Vorsicht bei der Einnahme von "Euthyrox 75 Tabletten" ist erforderlich,
- wenn Sie bereits einen Herzinfarkt erlitten haben oder wenn bei Ihnen eine Erkrankung der Herzkranzgefäße, eine Herzmuskelschwäche, Herzrhythmusstörungen (Tachykardien) oder eine Herzmuskelentzündung mit nicht akutem Verlauf vorliegt oder wenn Sie schon lange eine Schilddrüsenunterfunktion haben. In diesen Fällen sind zu hohe Hormonspiegel im Blut zu vermeiden. Deshalb sollten Ihre Schilddrüsenwerte häufiger kontrolliert werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn leichtere, durch die Gabe von "Euthyrox 75 Tabletten" bedingte Anzeichen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten (siehe Abschnitt 4).
- wenn Sie an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, die durch eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse verursacht wird. Eine möglicherweise bei Ihnen gleichzeitig vorliegende Nebennierenrindenschwäche muss dann zunächst durch Ihren Arzt behandelt werden (Therapie mit Hydrokortison).
- wenn der Verdacht besteht, dass bei Ihnen Bezirke in der Schilddrüse vorliegen, die unkontrolliert Schilddrüsenhormon produzieren. Vor Beginn der Behandlung sollte dies durch weitergehende Untersuchungen der Schilddrüsenfunktion überprüft werden.
- bei Frauen nach den Wechseljahren, die ein erhöhtes Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) aufweisen. Die Schilddrüsenfunktion sollte durch den behandelnden Arzt häufiger kontrolliert werden, um erhöhte Blutspiegel von Schilddrüsenhormon zu vermeiden.
- wenn Sie zuckerkrank (Diabetiker) sind oder mit bestimmten blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln (z.B. Dicumarol) behandelt werden. Beachten Sie bitte die Angaben in Abschnitt "Einnahme von "Euthyrox 75 Tabletten" zusammen mit anderen Arzneimitteln".
Nicht bestimmungsgemäßer Gebrauch: Sie dürfen "Euthyrox 75 Tabletten" nicht einnehmen, um eine Gewichtsabnahme zu erreichen. Wenn Ihre Schilddrüsenhormon-Blutspiegel im normalen Bereich liegen, bewirkt die zusätzliche Einnahme von Schilddrüsenhormonen keine Gewichtsabnahme. Die zusätzliche Einnahme kann schwerwiegende oder sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen verursachen, insbesondere in Kombination mit bestimmten Mitteln zur Gewichtsabnahme.
Umstellung der Therapie: Wenn Sie bereits mit "Euthyrox 75 Tabletten" behandelt werden, sollte die Umstellung auf ein anderes levothyroxinhaltiges Arzneimittel nur unter ärztlicher Überwachung und Kontrolle der Laborwerte erfolgen.
2.2.a Kinder
Bitte beachten Sie die Hinweise im Abschnitt 3.2 ("Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis").
2.2.b Ältere Patienten
Bei älteren Menschen wird die Dosierung vorsichtiger durchgeführt (insbesondere wenn Herzprobleme bestehen), und die ärztlichen Kontrollen finden häufiger statt.
Bei Durchführung des Suppressionstests: Bei älteren Patienten ist im individuellen Fall, z.B. bei kardialer Problematik, einer einschleichenden Gabe von Levothyroxin-Natrium unter regelmäßiger Kontrolle mittels des TRH-Testes bis zur vollständigen Unterdrückung der Schilddrüsenfunktion der Vorzug zu geben.
2.2.c Schwangerschaft
Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Eine korrekte Behandlung mit Schilddrüsenhormon ist während der Schwangerschaft besonders wichtig. Sie muss deshalb konsequent und unter Aufsicht des behandelnden Arztes fortgesetzt werden. Bisher sind trotz umfangreicher Anwendungen während der Schwangerschaft keine unerwünschten Wirkungen von Levothyroxin auf die Schwangerschaft oder die Gesundheit des ungeborenen Kindes bekannt geworden.
Lassen Sie Ihre Schilddrüsenfunktion sowohl während als auch nach einer Schwangerschaft kontrollieren. Gegebenenfalls muss Ihr Arzt die Dosis anpassen, da während einer Schwangerschaft der Bedarf an Schilddrüsenhormon durch den erhöhten Blutspiegel an Östrogen (weibliches Geschlechtshormon) steigen kann.
Sie dürfen "Euthyrox 75 Tabletten" während der Schwangerschaft nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln einnehmen, die eine Schilddrüsenüberfunktion hemmen (sogenannte Thyreostatika), da hierdurch eine höhere Dosierung der Thyreostatika erforderlich wird. Thyreostatika können (im Gegensatz zu Levothyroxin) über die Plazenta in den kindlichen Kreislauf gelangen und sind in der Lage, beim Ungeborenen eine Schilddrüsenunterfunktion zu bewirken. Leiden Sie an einer Schilddrüsenüberfunktion, so sollte Ihr Arzt diese während der Schwangerschaft ausschließlich mit niedrig dosierten thyreostatisch wirksamen Arzneimitteln behandeln.
Während einer Stillzeit ist auf die Durchführung eines Suppressionstests zu verzichten.
2.2.d Stillzeit
Wenn Sie stillen oder wenn Sie vermuten, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Eine korrekte Behandlung mit Schilddrüsenhormon ist während der Stillzeit besonders wichtig. Sie muss deshalb konsequent und unter Aufsicht des behandelnden Arztes fortgesetzt werden. Bisher sind trotz umfangreicher Anwendungen keine unerwünschten Wirkungen von Levothyroxin auf Gesundheit des neugeborenen Kindes bekannt geworden.
Die während der Stillzeit in die Muttermilch übergehende Menge an Schilddrüsenhormon ist selbst bei hoch dosierter Levothyroxin-Therapie sehr gering und daher unbedenklich.
Während einer Schwangerschaft ist auf die Durchführung eines Suppressionstests zu verzichten.
2.2.e Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es wurden keine Studien durchgeführt, die untersuchen, ob die Einnahme von "Euthyrox 75 Tabletten" die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinflusst.
2.3 Welche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind zu beachten?
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
2.3.a "Euthyrox 75 Tabletten" beeinflusst die Wirkung folgender Arzneistoffe bzw. Präparategruppen
- Antidiabetika (blutzuckersenkende Arzneimittel): Wenn Sie zuckerkrank (Diabetiker) sind, sollten Sie Ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren lassen, vor allem zu Beginn einer Schilddrüsenhormontherapie. Gegebenenfalls muss Ihr Arzt die Dosis des blutzuckersenkenden Arzneimittels anpassen, da Levothyroxin die Wirkung von blutzuckersenkenden Mitteln vermindern kann.
- Cumarinderivate (blutgerinnungshemmende Arzneimittel): Bei gleichzeitiger Behandlung mit "Euthyrox 75 Tabletten" und Cumarinderivaten (z.B. Dicumarol) sollten Sie regelmäßige Kontrollen der Blutgerinnung durchführen lassen. Gegebenenfalls muss Ihr Arzt die Dosis des gerinnungshemmenden Arzneimittels verringern, da Levothyroxin die Wirkung von gerinnungshemmenden Stoffen verstärken kann.
2.3.b Die Wirkung von "Euthyrox 75 Tabletten" wird durch andere Arzneimittel wie folgt beeinflusst
- Mittel zur Senkung der Blutfette, Mittel zur Entfernung erhöhter Kaliumkonzentrationen im Blut (Ionenaustauscherharze): Nehmen Sie Mittel zur Senkung der Blutfette (wie z.B. Colestyramin oder Colestipol) oder Mittel zur Entfernung erhöhter Kaliumkonzentrationen im Blut (Calcium- und Natriumsalze der Polystyrolsulfonsäure) 4 bis 5 Stunden nach der Einnahme von "Euthyrox 75 Tabletten" ein. Diese Arzneimittel hemmen sonst die Aufnahme von Levothyroxin aus dem Darm und vermindern damit dessen Wirksamkeit.
- Gallensäurenkomplexbildner: Colesevelam (Arzneimittel zur Verminderung einer erhöhten Cholesterinkonzentration im Blut) bindet Levothyroxin und verringert so die Aufnahme von Levothyroxin aus dem Darm. Daher sollte "Euthyrox 75 Tabletten" mindestens 4 Stunden vor Colesevelam eingenommen werden.
- Aluminiumhaltige magensäurebindende Arzneimittel, eisenhaltige Arzneimittel, Calciumcarbonat: Nehmen Sie "Euthyrox 75 Tabletten" mindestens 2 Stunden vor aluminiumhaltigen magensäurebindenden Arzneimitteln (Antazida, Sucralfate), eisenhaltigen Arzneimitteln oder Calciumcarbonat ein. Diese Arzneimittel können sonst die Aufnahme von Levothyroxin aus dem Darm und damit dessen Wirksamkeit vermindern.
- Propylthiouracil, Glukokortikoide, Betablocker: Propylthiouracil (Arzneimittel bei Schilddrüsenüberfunktion), Glukokortikoide (Nebennierenrindenhormone, "Kortison") und Betablocker (die Herzschlagfolge herabsetzende und blutdrucksenkende Arzneimittel) hemmen die Umwandlung von Levothyroxin in die wirksamere Form Liothyronin und können somit die Wirksamkeit von "Euthyrox 75 Tabletten" vermindern.
- Amiodaron, iodhaltige Kontrastmittel: Amiodaron (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) und iodhaltige Kontrastmittel (bestimmte in der Röntgendiagnostik eingesetzte Mittel) können - bedingt durch ihren hohen Iodgehalt - sowohl eine Über- als auch Unterfunktion der Schilddrüse auslösen. Besondere Vorsicht ist bei einem Knotenkropf (nodöse Struma) geboten, wenn möglicherweise noch nicht erkannte Bezirke in der Schilddrüse vorliegen, die unkontrolliert Schilddrüsenhormon bilden (Autonomien). Gegebenenfalls wird Ihr Arzt die Dosis von "Euthyrox 75 Tabletten" anpassen.
- Folgende Arzneimittel können die Wirkung von "Euthyrox 75 Tabletten" verstärken: Salicylate (fiebersenkende Arzneimittel und Schmerzmittel), Dicumarol (blutgerinnungshemmendes Arzneimittel), hohe Dosen (250 mg) Furosemid (harntreibendes Arzneimittel), Clofibrat (Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfettwerte), Phenytoin (Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfällen, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen).
- Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung oder zur Hormonersatztherapie: Wenn Sie östrogenhaltige Hormonpräparate zur Schwangerschaftsverhütung ("Pille") einnehmen oder eine Hormonersatztherapie nach den Wechseljahren erhalten, kann der Bedarf an Levothyroxin steigen.
- Sertralin, Chloroquin/Proguanil: Sertralin (Arzneimittel gegen Depressionen) und Chloroquin/Proguanil (Arzneimittel bei Malaria und rheumatischen Erkrankungen) vermindern die Wirksamkeit von Levothyroxin.
- Barbiturate, Rifampicin, Carbamazepin: Barbiturate (Arzneimittel bei Krampfanfällen, zur Narkose, bestimmte Schlafmittel), Rifampicin (Antibiotikum), Carbamazepin (Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfällen) können die Wirkung von Levothyroxin abschwächen.
- Protease-Inhibitoren (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen): Wenn Sie gleichzeitig Levothyroxin und Protease-Inhibitoren (Lopinavir, Ritonavir, Indinavir) anwenden, sollte Ihr Arzt sorgfältig Ihre Krankheitserscheinungen beobachten und Ihre Schilddrüsenfunktion kontrollieren. Es kann zu einem Verlust der Wirkung von Levothyroxin kommen, wenn dieses gleichzeitig mit Lopinavir/Ritonavir/Indinavir angewendet wird.
- Sevelamer: Sevelamer (phosphatbindendes Arzneimittel) kann die Aufnahme von Levothyroxin aus dem Darm und damit dessen Wirksamkeit vermindern. Deshalb sollte Ihr Arzt zu Beginn und am Ende einer Kombinationsbehandlung die Schilddrüsenfunktion auf mögliche Veränderungen überwachen.
- Tyrosinkinase-Inhibitoren: Tyrosinkinase-Inhibitoren (Arzneimittel zur Behandlung von Tumorerkrankungen, z.B. Imatinib, Sunitinib) können die Wirksamkeit von Levothyroxin vermindern. Deshalb sollte Ihr Arzt zu Beginn und am Ende einer Kombinationsbehandlung die Schilddrüsenfunktion auf mögliche Veränderungen überwachen.
- Orlistat: Bei gleichzeitiger Einnahme von Orlistat (Arzneimittel zur Gewichtsreduktion) und Levothyroxin kann es in seltenen Fällen zu Schilddrüsenunterfunktion und/oder einer verminderten Kontrolle der Schilddrüsenunterfunktion kommen. Gegebenenfalls wird Ihr Arzt die Levothyroxin-Dosis anpassen.
- Ketamin: Patienten unter Levothyroxin-Therapie haben ein erhöhtes Risiko, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen (Tachykardie) zu entwickeln, wenn ihnen Ketamin (Narkose- und Schmerzmittel) verabreicht wird.
2.4 Woran ist bei Einnahme von Levothyroxin zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken zu denken?
Wenn Ihre Ernährung sojahaltig ist, wird Ihr Arzt häufiger die Schilddrüsenhormonspiegel im Blut kontrollieren. Gegebenenfalls muss Ihr Arzt während und nach Beendigung einer solchen Ernährungsweise die Dosis von "Euthyrox 75 Tabletten" anpassen (es können ungewöhnlich hohe Dosen erforderlich sein). Sojahaltige Produkte können nämlich die Aufnahme von Levothyroxin aus dem Darm beeinträchtigen und damit dessen Wirksamkeit vermindern.
3 Wie ist "Euthyrox 75 Tabletten" einzunehmen?
Nehmen Sie "Euthyrox 75 Tabletten" immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
3.1 Art und Dauer der Anwendung
3.1.a Alle Anwendungsgebiete außer Suppressionstest
Nehmen Sie bitte die gesamte Tages-Dosis (Tabletten bzw. Tropfen) morgens nüchtern mindestens ½ Stunde vor dem Frühstück ein.
Tropfen sind zum Einnehmen.
Nehmen Sie Tabletten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit, vorzugsweise mit einem Glas Wasser, ein.
Der Wirkstoff wird auf nüchternen Magen besser aufgenommen als vor oder nach einer Mahlzeit.
Kinder erhalten die gesamte Tages-Dosis mindestens ½ Stunde vor der ersten Tagesmahlzeit. Sie können die Tablette auch in etwas Wasser (10-15 ml) zerfallen lassen und die entstehende feine Verteilung (sie ist für jede Einnahme frisch zuzubereiten!) mit etwas weiterer Flüssigkeit (5-10 ml) verabreichen.
Bei Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenoperation wegen eines bösartigen Tumors der Schilddrüse wird Levothyroxin meist zeitlebens eingenommen, bei einem gutartigen Kropf und zur Verhütung eines erneuten Kropfwachstums einige Monate oder Jahre bis zeitlebens.
Bei Begleittherapie zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion wird "Euthyrox 75 Tabletten" so lange eingenommen wie die Thyreostatika (Mittel, die die Schilddrüsenüberfunktion hemmen).
Für die Behandlung des gutartigen Kropfes mit normaler Schilddrüsenfunktion ist ein Behandlungszeitraum von 6 Monaten bis zu 2 Jahren notwendig. Falls die Behandlung innerhalb dieser Zeit nicht den gewünschten Erfolg erbracht hat, wird Ihr Arzt andere Therapiemöglichkeiten in Erwägung ziehen.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von "Euthyrox 75 Tabletten" zu stark oder zu schwach ist.
3.1.b Zur Durchführung des Suppressionstests bei Einmaleinnahme
Entweder sollte das Arzneimittel morgens eine Stunde nach einem leichten Frühstück (z.B. eine Tasse Kaffee und ein dünn mit Butter bestrichenes Brötchen) eingenommen und frühestens 4 bis 5 Stunden danach gegessen werden oder morgens auf nüchternen Magen und frühestens 3 Stunden danach gegessen werden.
3.2 Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis
Die für Sie erforderliche Tages-Dosis wird von Ihrem behandelnden Arzt anhand von Kontrolluntersuchungen festgelegt.
Tropfen sind in 5-Mikrogramm-Schritten dosierbar (1 Tropfen entspricht 5 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium). Für die individuelle Behandlung stehen auch Tabletten mit unterschiedlichem Wirkstoffgehalt (25 bis 200 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium) zur Verfügung, sodass Sie meistens nur 1 Tablette täglich einnehmen müssen.
3.2.a Erwachsene
3.2.a.1 Zur Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion
nehmen Erwachsene anfangs täglich 25-50 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium (entspr. 5 bis 10 Tropfen bei 5 mcg/Tropfen). Diese Dosis kann nach Anweisung des Arztes in 2- bis 4-wöchigen Abständen um 25-50 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium bis zu einer Tages-Dosis von 100-200 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium erhöht werden.
3.2.a.2 Zur Verhütung einer erneuten Kropfbildung nach Kropfentfernung und zur Behandlung des gutartigen Kropfes
werden 75-200 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium täglich eingenommen (entspr. 15 bis 40 Tropfen bei 5 mcg/Tropfen).
3.2.a.3 Zur Begleittherapie bei einer Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion mit Thyreostatika
werden 50-100 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium täglich eingenommen.
3.2.a.4 Nach einer Schilddrüsenoperation wegen eines bösartigen Tumors der Schilddrüse
beträgt die Tages-Dosis 150-300 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium (entspr. 30 bis 60 Tropfen bei 5 mcg/Tropfen).
Gegebenenfalls kann eine geringere Dosis an Schilddrüsenhormon ausreichend sein.
3.2.b Anwendung bei Kindern
In der Langzeitbehandlung der angeborenen und erworbenen Schilddrüsenunterfunktion liegt die tägliche Dosis im Allgemeinen bei 100-150 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium pro m2 Körperoberfläche.
Bei Neugeborenen und Kindern mit angeborener Schilddrüsenunterfunktion ist ein rascher Hormonersatz besonders wichtig, um eine normale geistige und körperliche Entwicklung zu erzielen. Für diese Form der Schilddrüsenunterfunktion wird in den ersten 3 Monaten der Behandlung eine tägliche Dosis von 10-15 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium pro Kilogramm Körpergewicht empfohlen. Anschließend wird der behandelnde Arzt anhand von Kontrolluntersuchungen (insbesondere Schilddrüsenhormonwerte im Blut) die erforderliche Dosis individuell anpassen.
Bei Kindern mit erworbener Schilddrüsenunterfunktion wird zu Beginn der Behandlung eine Dosis von 12,5-50 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium pro Tag empfohlen. Der behandelnde Arzt wird die Dosis schrittweise alle 2 bis 4 Wochen erhöhen, bis die Dosis erreicht ist, die in der Langzeitbehandlung erforderlich ist. Der Arzt orientiert sich hierbei insbesondere an den Schilddrüsenhormonwerten im Blut.
3.2.c Anwendung bei älteren Patienten, Patienten mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße, Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion
Bei älteren Patienten, bei Patienten mit Erkrankung der Herzkranzgefäße und bei Patienten mit schwerer oder lang bestehender Schilddrüsenunterfunktion wird die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen besonders vorsichtig begonnen (niedrige Anfangs-Dosis, die dann unter häufigen Schilddrüsenhormonkontrollen langsam und in größeren Zeitabständen gesteigert wird).
3.2.d Anwendung bei Patienten mit niedrigem Körpergewicht und Patienten mit einem großen Kropf
Erfahrungsgemäß ist auch bei Patienten mit niedrigem Körpergewicht und bei Patienten mit einem großen Kropf eine geringere Dosis ausreichend.
3.2.e Zur Durchführung des Suppressionstests der Schilddrüse
werden insgesamt 3 Tabletten mit 1 mg auf einmal zur Messung der Radionuklidaufnahme der Schilddrüse, und zwar 7 Tage vor der Wiederholungsuntersuchung, eingenommen. Frühestens zwei Wochen nach der Einnahme der 3 Tabletten darf erneut Schilddrüsenhormon gegeben werden.
Ältere Menschen: Hier ist im individuellen Fall einer einschleichenden Gabe von L-Thyroxin unter regelmäßiger Kontrolle mittels des TRH-Testes bis zur vollständigen Unterdrückung der Schilddrüsenfunktion der Vorzug zu geben.
Zur Durchführung des Suppressionstests sind 3 mg ausreichend. Bis zur erneuten Untersuchung der Schilddrüse werden keine weiteren Tabletten eingenommen.
3.3 Wenn Sie eine größere Menge "Euthyrox 75 Tabletten" eingenommen haben, als Sie sollten
Liegt eine Überdosierung vor, können die typischen Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten:
Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Angina Pectoris, Muskelschwäche und Muskelkrämpfe, Hitzegefühl, übermäßiges Schwitzen, Fieber, Fingerzittern, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Gewichtsabnahme, Erbrechen, Durchfall, Menstruationsstörungen, Kopfschmerzen, erhöhter Hirndruck. Bitte suchen Sie beim Auftreten solcher Beschwerden Ihren Arzt auf.
3.4 Wenn Sie die Einnahme von "Euthyrox 75 Tabletten" vergessen haben
Sollten Sie einmal zu wenig eingenommen oder eine Einnahme vergessen haben, holen Sie die versäumte Dosis nicht nach, sondern verbleiben Sie im festgelegten Rhythmus.
3.5 Auswirkungen, wenn die Behandlung mit "Euthyrox 75 Tabletten" abgebrochen wird
Für den Behandlungserfolg ist die regelmäßige Einnahme von "Euthyrox 75 Tabletten" in der von Ihrem Arzt vorgeschriebenen Dosierung erforderlich. Sie dürfen auf keinen Fall die Behandlung mit "Euthyrox 75 Tabletten" eigenmächtig verändern, unterbrechen oder vorzeitig beenden, da sonst Ihre Beschwerden wieder auftreten können.
Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
4 Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann "Euthyrox 75 Tabletten" Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle
- Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht berechnet werden
4.1 Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?
Unverträglichkeit der Dosisstärke, Überdosierung Wird im Einzelfall die Dosisstärke nicht vertragen oder liegt eine Überdosierung vor, so können, besonders bei zu schneller Dosissteigerung zu Beginn der Behandlung, die typischen Erscheinungen einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten, z.B.:
- Herzklopfen,
- Herzrhythmusstörungen, insbesondere Herzrasen (Tachykardie),
- mit Engegefühl in der Brust einhergehende Schmerzen (pektanginöse Beschwerden),
- Blutdruckerhöhung,
- Muskelschwäche und Muskelkrämpfe,
- Hitzegefühl, übermäßiges Schwitzen,
- Haarausfall,
- Zittern (Tremor),
- innere Unruhe, Schlaflosigkeit,
- Durchfall, Gewichtsabnahme, gesteigerter Appetit,
- Kopfschmerzen,
- Störungen der Regelblutung.
Als untypische Erscheinungen können auch Fieber, Erbrechen sowie erhöhter Hirndruck (besonders bei Kindern) beobachtet werden.
Im Falle der Überempfindlichkeit gegen Levothyroxin oder einen der sonstigen Bestandteile von "Euthyrox 75 Tabletten" kann es zu allergischen Reaktionen an der Haut und im Bereich der Atemwege kommen.
5 Wie ist "Euthyrox 75 Tabletten" aufzubewahren?
Lagern Sie das Arzneimittel bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf, so weit der Hersteller keine anderen Angaben macht.
Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.
Quelle und Bearbeitungsstand

Information der SCHOLZ Datenbank® auf Basis der vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Daten

Copyright by ePrax AG, München; November 2013 - März 2014


www.apotheken-umschau.de

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages