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Akineton retard Retardtabletten

Präparat:

Akineton retard Retardtabletten

Darreichungsform:

Retardtabletten

Abgabeform:

verschreibungspflichtig

Zuzahlungsbefreite Packungsgrößen:

keine

Aktive Wirkstoffe:

  • Biperiden HCl
Über Hilfsstoffe, Geruchs-, Geschmacks-, Konservierungs- und Farbstoffe informieren Sie sich bitte in der Gebrauchsinformation oder fragen Sie bei Ihrem Apotheker nach.


Wir machen den Beipackzettel für Sie verständlich: Informationen zu Nebenwirkungen, Dosierung und Risiken


Die folgenden Informationen beziehen sich auf den/die arzneilich wirksamen Inhaltsstoff(e). Bitte beachten Sie, dass diese Informationen zu den Wirkstoffen von den Angaben in der Packungsbeilage abweichen können. So werden von den pharmazeutischen Herstellern teilweise unterschiedliche Anwendungsgebiete deklariert.


1 Was ist "Akineton retard Retardtabletten" und wofür wird es angewendet?
1.1 Welche Eigenschaften hat das Arzneimittel?
"Akineton retard Retardtabletten" enthält den Wirkstoff Biperiden, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Anticholinergika.
Biperiden ist ein vorwiegend zentral wirkendes Anticholinergikum und wird als Parkinsonmittel eingesetzt.
Biperiden wird üblicherweise in Salzform als Biperidenhydrochlorid oder Biperidenlactat angewendet.
Biperiden ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.
1.2 Welche Wirkstärken und Darreichungsformen gibt es?
Biperiden gibt es üblicherweise als
- Tabletten enthaltend 2 mg oder 4 mg Biperidenhydrochlorid,
- Retardtabletten enthaltend 4 mg Biperidenhydrochlorid,
- Ampullen enthaltend 3,88 mg Biperiden in 1 ml (als Biperidenlactat).
Ihr Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.
1.3 Biperiden wird angewendet
1.3.a zum Einnehmen (Tabletten/Retardtabletten)
zur Behandlung von
- Parkinson-Syndromen, insbesondere Muskelsteifigkeit (Rigor) und Zittern (Tremor),
- durch bestimmte zentral wirksame Arzneimittel (Neuroleptika) und ähnlich wirkende Arzneimittel bedingten Bewegungsstörungen (extrapyramidale Symptome), wie Zungen-, Schlund- und Blickkrämpfe (Frühdyskinesien), Sitzunruhe (Akathisie) und der Parkinsonkrankheit ähnliche Beschwerden (Parkinsonoid),
- anderen extrapyramidalen Bewegungsstörungen, wie den ganzen Körper (generalisierte) bzw. einzelne Körperteile betreffende (segmentale) Bewegungsstörungen (Dystonien), besondere Störungen der Bewegungsabläufe im Kopfbereich (Meige-Syndrom), Lidkrampf (Blepharospasmus) oder spastischer Schiefhals (Torticollis spasmodicus).
1.3.b als Injektionslösung (Ampullen)
zur Behandlung von
- Parkinson-Syndromen, insbesondere Muskelsteifigkeit (Rigor) und Zittern (Tremor),
- durch bestimmte zentral wirksame Arzneimittel (Neuroleptika) und ähnlich wirkende Arzneimittel bedingten Bewegungsstörungen,
- Nikotinvergiftung,
- Vergiftung durch organische Phosphorverbindungen.
Hinweis: Die Injektionslösung ist insbesondere geeignet, wenn ein rascher Wirkungseintritt erforderlich ist, oder zur einleitenden Therapie in schweren Fällen von Parkinsonismus.
2 Was müssen Sie vor der Anwendung von "Akineton retard Retardtabletten" beachten?
2.1 "Akineton retard Retardtabletten" darf nicht angewendet werden bei,
- bestehender Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff (oder einem der anderen enthaltenen Bestandteile),
- unbehandeltem grünem Star (Engwinkelglaukom),
- mechanischen Verengungen (Stenosen) im Magen-Darm-Kanal,
- Erweiterung des Dickdarms (Megakolon),
- Darmverschluss (Ileus).
2.2 Besondere Vorsicht bei der Anwendung von "Akineton retard Retardtabletten" ist erforderlich
Im Folgenden wird beschrieben, wann "Akineton retard Retardtabletten" nur unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht eingenommen/angewendet werden darf. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.
- Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostataadenom) mit Restharnbildung,
- Harnverhaltung,
- Erkrankungen, die zu bedrohlicher Beschleunigung des Herzschlags (Tachykardien) führen können,
- Myasthena gravis,
- Schwangerschaft.
Bei Patienten mit erhöhter Krampfbereitschaft ist "Akineton retard Retardtabletten" vorsichtig zu dosieren.
Außer beim Auftreten lebensgefährlicher Komplikationen ist ein plötzliches Absetzen von "Akineton retard Retardtabletten" zu vermeiden.
Bei bestehenden Blasenentleerungsstörungen sollte der Patient vor der Anwendung des Arzneimittels die Blase entleeren.
Der Augeninnendruck sollte regelmäßig durch den Augenarzt kontrolliert werden (vergleiche Nebenwirkungen).
Zusätzlich für orale Darreichungsformen:
Missbrauch und Abhängigkeitsentwicklung von Biperiden sind vereinzelt beobachtet worden. Dies könnte mit der gelegentlich beobachteten Stimmungsaufhellung und unnatürlich gehobenen Stimmungslage in Zusammenhang stehen.
Wichtige Informationen über bestimmte sonstige Bestandteile: Arzneimittel zum Einnehmen können verschiedene Zuckerarten enthalten. Bitte nehmen Sie diese daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.
2.2.a Kinder
Die Erfahrungen mit Biperiden bei Kindern sind begrenzt und erstrecken sich in erster Linie auf die zeitlich befristete Anwendung bei medikamentös ausgelösten Dystonien (anhaltende Muskelkontraktionen z.B. durch Neuroleptika oder Metoclopramid und analoge Verbindungen), die als Nebenwirkungen oder Intoxikationssymptom auftreten können.
Retardtabletten sind nicht zur Anwendung bei Kindern bestimmt.
2.2.b Ältere Patienten
Die Gefahr des Auftretens von Nebenwirkungen ist bei älteren Patienten größer.
Bei älteren Patienten, insbesondere solchen mit hirnorganischer Symptomatik (bestimmte Hirnleistungsstörungen), ist eine vorsichtige Dosierung erforderlich.
2.2.c Schwangerschaft
"Akineton retard Retardtabletten" sollte während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abschätzung angewendet werden, weil keine klinischen Erfahrungen über die Anwendung bei Schwangeren vorliegen.
2.2.d Stillzeit
Anticholinergika (wie Biperiden) können die Milchbildung und -absonderung hemmen. Biperiden geht in die Muttermilch über, gleiche Konzentrationen wie im mütterlichen Plasma können erreicht werden. Daher sollte "Akineton retard Retardtabletten" in der Stillzeit nicht angewendet werden.
2.2.e Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Das Auftreten von zentralnervösen und peripheren Nebenwirkungen wie z.B. Müdigkeit, Schwindel und Benommenheit, können das Reaktionsvermögen auch bei bestimmungsgemäßen Gebrauch des Arzneimittels unabhängig von der durch das zu behandelnde Grundleiden gegebenen Einschränkung so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zur Bedienung von elektrischen oder motorgetriebenen Werkzeugen und Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt vermindert wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei gleichzeitiger Anwendung mit anderen zentralwirksamen Arzneimitteln, Anticholinergika und insbesondere mit Alkohol.
Deshalb sollten Sie das Führen eines Fahrzeuges, das Bedienen von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten ganz, zumindest jedoch während der ersten Tage der Behandlung unterlassen bzw. nicht ohne ärztlichen Rat ausüben.
2.3 Welche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind zu beachten?
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Die gleichzeitige Anwendung von Biperiden und anderen auf das Nervensystem wirkenden Arzneimitteln (z.B. Psychopharmaka, Mittel gegen Allergien [Antihistaminika], Antiparkinsonmittel und krampflösende Arzneimittel [Spasmolytika]) kann zu einer Verstärkung der zentralen und peripheren Nebenwirkungen führen.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Chinidin (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) kann es zur Verstärkung der Herz-Kreislauf-Wirkungen kommen. Levodopa (Arzneimittel zur Behandlung der Parkinsonkrankheit) und gleichzeitige Gabe von Biperiden können unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien) verstärken. Durch Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Erkrankungen) ausgelöste Spätdyskinesien (Bewegungsstörungen) können durch Biperiden verstärkt werden. Gelegentlich sind Parkinson-Symptome bei bestehenden unwillkürlichen Bewegungen (Spätdyskinesien) so schwerwiegend, dass eine anticholinerge Therapie notwendig bleibt.
Die Wirkung von Metoclopramid (Arzneimittel zur Behandlung von Übelkeit oder anderen Magen-Darm-Störungen) und Mitteln mit ähnlicher Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt wird durch Anticholinergika wie Biperiden abgeschwächt.
Anticholinergika können die zentralnervösen Nebenwirkungen von Pethidin (starkes Schmerzmittel) verstärken.
2.4 Woran ist bei Anwendung von "Akineton retard Retardtabletten" zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken zu denken?
Die Wirkungen von Alkohol und Biperiden können bei gleichzeitiger Anwendung in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt werden. Trinken Sie daher während der Behandlung mit "Akineton retard Retardtabletten" keinen Alkohol.
3 Wie ist "Akineton retard Retardtabletten" einzunehmen?
3.1 Art und Dauer der Anwendung
3.1.a Tabletten
Die Tabletten sind in der Regel teilbar und sind mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) vorzugsweise während oder nach einer Mahlzeit einzunehmen. Unerwünschte Wirkungen auf den Magen-Darm-Bereich lassen sich durch die Einnahme unmittelbar nach den Mahlzeiten vermindern.
Die Retardtabletten sind mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) unzerkaut während oder nach einer Mahlzeit einzunehmen. Unerwünschte Wirkungen auf den Magen-Darm-Bereich lassen sich durch die Einnahme unmittelbar nach den Mahlzeiten vermindern.
Die Dauer der Anwendung bestimmt der behandelnde Arzt. Sie kann von einer kurzfristigen Gabe (z.B. bei medikamentös bedingten extrapyramidalen Symptomen) bis zur Dauermedikation (z.B. beim Parkinson-Syndrom) reichen. Das Absetzen einer Behandlung mit diesem Arzneimittel sollte schrittweise erfolgen.
3.2 Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis
Dieses Arzneimittel muss individuell dosiert werden. Die Behandlung sollte mit der niedrigsten Dosis beginnen und dann bis zu der für den Patienten günstigsten Dosis gesteigert werden.
3.2.a Tabletten 2 mg
3.2.a.1 Erwachsene
Zur Behandlung des Parkinson-Syndroms anfangs 2-mal 1/2 Tablette täglich (entsprechend 2 mg Biperidenhydrochlorid/Tag). Die Dosis kann täglich um 2 mg Biperidenhydrochlorid erhöht werden. Als Erhaltungs-Dosis werden 3- bis 4-mal täglich 1/2 bis 2 Tabletten (entsprechend 3 bis 16 mg Biperidenhydrochlorid/Tag) gegeben. Die Tageshöchst-Dosis von 16 mg Biperidenhydrochlorid (= 8 Tabletten pro Tag) darf nicht überschritten werden.
Zur Behandlung medikamentös bedingter extrapyramidaler Symptome werden begleitend zum Neuroleptikum 1 bis 4-mal täglich 1/2 bis 2 Tabletten (entsprechend 1 bis 16 mg Biperidenhydrochlorid/Tag), je nach Stärke der Symptome, gegeben.
Die Einstellung auf die anticholinerge Therapie anderer extrapyramidaler Bewegungsstörungen erfolgt langsam, durch wöchentliche Steigerung der Ausgangs-Dosis von 2 mg Biperidenhydrochlorid bis zur tolerierten Erhaltungs-Dosis, die auch die bei anderen Indikationen üblichen Höchstmengen um ein Mehrfaches übersteigen kann.
3.2.a.2 Kinder von 3 bis 15 Jahren
Zur Behandlung medikamentös bedingter extrapyramidaler Symptome erhalten Kinder begleitend zum Neuroleptikum 1- bis 3-mal täglich 1/2 bis 1 Tablette (entsprechend 1 bis 6 mg Biperidenhydrochlorid/Tag).
Hinweis: Für Fälle, bei denen ein rascher Wirkungseintritt erforderlich ist, steht eine Injektionslösung zur Verfügung.
3.2.b Tabletten 4 mg
3.2.b.1 Erwachsene
Zur Behandlung des Parkinson-Syndroms anfangs 2-mal 1/4 Tablette täglich (entsprechend 2 mg Biperidenhydrochlorid/Tag). Die Dosis kann täglich um 2 mg Biperidenhydrochlorid erhöht werden. Als Erhaltungs-Dosis werden 3- bis 4-mal täglich 1/4 bis 1 Tablette (entsprechend 3 bis 16 mg Biperidenhydrochlorid/Tag) gegeben. Die Tageshöchst-Dosis von 16 mg Biperidenhydrochlorid (= 4 Tabletten pro Tag) darf nicht überschritten werden.
Zur Behandlung medikamentös bedingter extrapyramidaler Symptome werden begleitend zum Neuroleptikum 1 bis 4-mal täglich 1/4 bis 1 Tablette (entsprechend 1 bis 16 mg Biperidenhydrochlorid/Tag), je nach Stärke der Symptome, gegeben.
Die Einstellung auf die anticholinerge Therapie anderer extrapyramidaler Bewegungsstörungen erfolgt langsam, durch wöchentliche Steigerung der Ausgangs-Dosis von 2 mg Biperidenhydrochlorid bis zur tolerierten Erhaltungs-Dosis, die auch die bei anderen Indikationen üblichen Höchstmengen um ein Mehrfaches übersteigen kann.
3.2.b.2 Kinder von 3 bis 15 Jahren
Zur Behandlung medikamentös bedingter extrapyramidaler Symptome erhalten Kinder begleitend zum Neuroleptikum 1- bis 3-mal täglich 1/4 bis 1/2 Tablette (entsprechend 1 bis 6 mg Biperidenhydrochlorid/Tag).
Hinweis: Für Fälle, bei denen ein rascher Wirkungseintritt erforderlich ist, steht eine Injektionslösung zur Verfügung.
3.2.c Retardtabletten 4 mg bei Erwachsenen
Die Behandlung mit Biperiden erfolgt in der Regel einschleichend. Dafür stehen andere Darreichungsformen zur Verfügung.
Vor einer Umstellung auf Biperiden-Retardtabletten muss zunächst die im Einzelfall günstigste Dosis vom Arzt ermittelt werden, abhängig vom therapeutischen Effekt und den Nebenwirkungen.
Die durchschnittliche Tages-Dosis für Erwachsene beträgt 1 bis 3 Retardtabletten (entsprechend 4 bis 12 mg Biperidenhydrochlorid).
Die Tageshöchst-Dosis beträgt 4 Retardtabletten (entsprechend 16 mg Biperidenhydrochlorid).
Die verordnete Tages-Dosis sollte gleichmäßig über den Tag verteilt werden, wobei die erste Retardtablette am Morgen einzunehmen ist.
Hinweis: Für Fälle, bei denen ein rascher Wirkungseintritt erforderlich ist, steht eine Injektionslösung zur Verfügung.
3.3 Wenn Sie eine größere Menge "Akineton retard Retardtabletten" eingenommen haben, als Sie sollten
Das Vergiftungsbild gleicht im Prinzip einer Atropinvergiftung. Als Folge einer Überdosierung können die unter den Nebenwirkungen beschriebenen unerwünschten Wirkungen verstärkt auftreten. Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort Ihren Arzt, damit dieser über das weitere Vorgehen entscheiden kann.
Als Gegenmittel empfehlen sich Acetylcholinesterasehemmer, besonders das liquorgängige Physostigmin, das auch die zentral ausgelöste Symptomatik beeinflusst (bzw. Physostigminsalicylat bei positivem Physostigmintest). Bei Bedarf sind, den Symptomen entsprechend, Unterstützung der Herz-Kreislauf- und Atemfunktion (Sauerstoff-Beatmung), Wärmeabfuhr bei Fieber und das Anlegen eines Blasenkatheters vorzunehmen.
3.4 Wenn Sie die Anwendung von "Akineton retard Retardtabletten" vergessen haben
Nehmen Sie beim nächsten Mal keinesfalls zusätzlich mehr Tabletten/Retardtabletten ein, sondern setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.
3.5 Auswirkungen, wenn die Behandlung mit "Akineton retard Retardtabletten" abgebrochen wird
Keinesfalls dürfen Sie die Behandlung eigenmächtig beenden. Sprechen Sie bitte auf jeden Fall vorher mit Ihrem Arzt, z.B. wenn Nebenwirkungen oder Änderungen in Ihrem Krankheitsbild auftreten.
4 Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann "Akineton retard Retardtabletten" Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle
- Häufigkeit nicht bekannt: Häufigkeit kann aus den verfügbaren Daten nicht berechnet werden
4.1 Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?
Nebenwirkungen treten besonders zu Beginn der Behandlung und bei zu rascher Dosissteigerung auf.
4.1.a Zentralnervensystems
Müdigkeit, Schwindelgefühl und Benommenheit; vornehmlich bei höheren Dosen Unruhe, Angst-, Erregungs- und Verwirrtheitszustände, unnatürlich gehobene Stimmung, gelegentlich Gedächtnisstörungen, sowie selten Bewusstseinsänderungen, Sinnestäuschungen (delirante Syndrome und Halluzinationen), Nervosität, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit. Vereinzelt wurden durch Biperiden ausgelöste unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien), Störungen der Bewegungskoordination (Ataxie), Muskelzuckungen und Sprechstörungen beobachtet.
Bei Patienten mit Hirnleistungsstörungen ist eine zentral erregende Wirkung häufig.
4.1.b vegetatives Nervensystem
Mundtrockenheit, selten mit Schwellung bzw. Entzündungen der Ohrspeicheldrüsen, Sehstörungen, Pupillenerweiterung mit erhöhter Lichtempfindlichkeit, Verminderung der Schweißabsonderung, Verstopfung, Magenbeschwerden, Übelkeit, und Beschleunigung, sehr selten auch Verlangsamung der Herzschlagfolge.
4.1.c Sonstige
Weiterhin wurde das Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen sowie vereinzelt allergische Hautausschläge beobachtet.
Gelegentlich kann es zu Störungen der Harnentleerung kommen, besonders bei Patienten mit Vergrößerung der Vorsteherdrüse, seltener zu Harnverhaltung (s. Gegenmaßnahme).
Das Auftreten eines grünen Stars (Engwinkelglaukom) ist möglich.
Bei parenteraler Gabe (Ampullen zur Injektion) kann es zu einer Blutdrucksenkung kommen.
4.2 Welche Gegenmaßnahmen sind beim Auftreten von Nebenwirkungen zu ergreifen?
In jedem Fall ist beim Auftreten von Nebenwirkungen der Arzt zu verständigen.
Die zentral erregenden Wirkungen von "Akineton retard Retardtabletten" können zu einer Dosisverringerung zwingen.
Beim Auftreten einer Harnverhaltung muss der Arzt sofort informiert werden.
Beim Auftreten der oben beschriebenen Harnentleerungsstörungen können eine Verringerung der Dosis oder die Gabe eines Gegenmittels (Carbachol) erforderlich sein.
Eine ausgeprägte Mundtrockenheit läßt sich durch häufiges Trinken kleiner Flüssigkeitsmengen oder durch Kauen von zuckerfreiem Kaugummi bessern.
Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden. Er wird über eventuelle Maßnahmen entscheiden.
Wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z.B. übermäßiger Blutdruckabfall, Überempfindlichkeitsreaktionen) unter Umständen ernsthafte Folgen haben können. Nehmen Sie in solchen Fällen das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.
5 Wie ist "Akineton retard Retardtabletten" aufzubewahren?
Lagern Sie "Akineton retard Retardtabletten" bei normaler Raumtemperatur, und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung vor Licht und Feuchtigkeit geschützt auf.
Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr benötigen. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu schützen.
Quelle und Bearbeitungsstand

Information der SCHOLZ Datenbank® auf Basis der vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Daten

Copyright by ePrax AG, München; Januar 2013 - Oktober 2014


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