Medikamentencheck Arzneimittelinformationen

ACC Kindersaft

Präparat:

ACC Kindersaft

Darreichungsform:

Saft

Abgabeform:

apothekenpflichtig

Zuzahlungsbefreite Packungsgrößen:

keine

Aktive Wirkstoffe:

  • Acetylcystein
Über Hilfsstoffe, Geruchs-, Geschmacks-, Konservierungs- und Farbstoffe informieren Sie sich bitte in der Gebrauchsinformation oder fragen Sie bei Ihrem Apotheker nach.


Wir machen den Beipackzettel für Sie verständlich: Informationen zu Nebenwirkungen, Dosierung und Risiken


Die folgenden Informationen beziehen sich auf den/die arzneilich wirksamen Inhaltsstoff(e). Bitte beachten Sie, dass diese Informationen zu den Wirkstoffen von den Angaben in der Packungsbeilage abweichen können. So werden von den pharmazeutischen Herstellern teilweise unterschiedliche Anwendungsgebiete deklariert.


1 Was ist "ACC Kindersaft" und wofür wird es angewendet?
1.1 Welche Eigenschaften hat das Arzneimittel?
"ACC Kindersaft" enthält den Wirkstoff Acetylcystein, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Mukolytika (Arzneimittel zur Verflüssigung zähen Schleims in den Atemwegen).
Acetylcystein ist ein Derivat der Aminosäure Cystein. Acetylcystein wirkt sekretolytisch (sekretlösend) und sekretomotorisch (den Abtransport des Sekrets beschleunigend) im Bereich des Bronchialtraktes.
Acetylcystein ist sowohl in Form verschreibungspflichtiger als auch rezeptfreier Arzneimittel in der Apotheke erhältlich; von der Verschreibungspflicht ausgenommen sind Arzneimittel zur oralen Anwendung bei akuten Erkältungskrankheiten.
1.2 Welche Wirkstärken und Darreichungsformen gibt es?
Acetylcystein gibt es mit der Wirkstärke von 100 mg, 200 mg, 400 mg und 600 mg als Tablette (auch Brausetablette, Filmtablette, Lutschtablette, Retardtablette), Kapsel, Granulat oder Pulver.
Acetylcystein Saft enthält 200 mg Acetylcystein pro 10 ml (entsprechend 2%).
Ihr Arzt legt fest oder Ihr Apotheker berät Sie, welche Wirkstärke und Darreichungsform für Ihre Behandlung geeignet sind.
1.3 Acetylcystein wird angewendet
zur Schleimlösung und zum erleichterten Abhusten bei Atemwegserkrankungen mit zähem Schleim.
2 Was muss vor der Einnahme von "ACC Kindersaft" beachtet werden?
2.1 "ACC Kindersaft" darf nicht eingenommen werden,
- bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Acetylcystein, den Wirkstoff von "ACC Kindersaft", Methyl-4-hydroxybenzoat oder einen der sonstigen Bestandteile.
Die Anwendung bei Neugeborenen sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen, da für Neugeborene bisher keine aussagefähigen Daten zur Dosierung vorliegen.
2.2 Besondere Vorsicht bei der Einnahme von "ACC Kindersaft" ist erforderlich
Sehr selten ist über das Auftreten von schweren Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und Lyell-Syndrom im zeitlichen Zusammenhang mit der Anwendung von Acetylcystein berichtet worden. Bei Neuauftreten von Haut- und Schleimhautveränderungen sollte daher unverzüglich ärztlicher Rat eingeholt und die Anwendung von Acetylcystein beendet werden.
Vorsicht ist geboten, wenn Sie an Bronchialasthma (Asthma bronchiale) leiden oder ein Magen- oder Darmgeschwür in der Vergangenheit hatten oder haben.
Bei Patienten mit Histaminintoleranz ist Vorsicht geboten. Eine längerfristige Therapie sollte bei diesen Patienten vermieden werden, da "ACC Kindersaft" den Histaminstoffwechsel beeinflusst und zu Intoleranzerscheinungen (z.B. Kopfschmerzen, Fließschnupfen, Juckreiz) führen kann.
Die Anwendung von "ACC Kindersaft" kann, insbesondere zu Beginn der Behandlung, zu einer Verflüssigung und damit zu einer Volumensteigerung des Bronchialsekrets führen. Sind Sie nicht in der Lage dieses ausreichend abzuhusten, wird Ihr Arzt bei Ihnen geeignete Maßnahmen durchführen.
Hinweis zu sonstigen Bestandteilen: Säfte können Natrium enthalten. Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter natriumkontrollierter (natriumarmer/kochsalzarmer) Diät.
2.2.a Kinder
Die Anwendung bei Neugeborenen sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen, da für Neugeborene bisher keine aussagefähigen Daten zur Dosierung vorliegen.
2.2.b Ältere Patienten
Es sind keine besonderen Vorkehrungen zu treffen; bitte lesen und beachten Sie aber Abschnitt 3. ("Wie ist "ACC Kindersaft" einzunehmen?") mit besonderer Sorgfalt.
2.2.c Schwangerschaft
Da keine ausreichenden Erfahrungen mit der Anwendung von Acetylcystein bei Schwangeren vorliegen, sollten Sie "ACC Kindersaft" während der Schwangerschaft nur anwenden, wenn Ihr behandelnder Arzt dies für absolut notwendig erachtet.
2.2.d Stillzeit
Es liegen keine Informationen zur Ausscheidung von Acetylcystein in die Muttermilch vor. Daher sollten Sie "ACC Kindersaft" während der Stillzeit nur anwenden, wenn Ihr behandelnder Arzt dies für absolut notwendig erachtet.
2.2.e Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen
Es sind keine Besonderheiten zu beachten.
2.3 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw. vor Kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
2.3.a Acetylcystein/Antitussiva
Bei kombinierter Anwendung von "ACC Kindersaft" und hustenstillenden Mitteln (Antitussiva) kann aufgrund des eingeschränkten Hustenreflexes ein gefährlicher Sekretstau entstehen, sodass die Indikation zu dieser Kombinationsbehandlung besonders sorgfältig gestellt werden sollte. Fragen Sie daher vor einer kombinierten Anwendung unbedingt Ihren Arzt.
2.3.b Acetylcystein/Antibiotika
Aus experimentellen Untersuchungen gibt es Hinweise auf eine Wirkungsabschwächung von Antibiotika (Tetracyclin, Aminoglycoside, Penicilline) durch Acetylcystein. Aus Sicherheitsgründen sollte deshalb die Einnahme von Antibiotika getrennt und in einem mindestens zweistündigen Abstand zeitversetzt erfolgen. Dies betrifft nicht Antibiotika mit dem Wirkstoff Cefixim und Loracarbef. Diese können gleichzeitig mit Acetylcystein eingenommen werden.
2.3.c Acetylcystein/Aktivkohle
Die Anwendung von Aktivkohle kann die Wirkung von Acetylcystein verringern.
2.3.d Acetylcystein/Nitroglycerin
Die gleichzeitige Gabe von Acetylcystein kann möglicherweise zu einer Verstärkung des gefäßerweiternden und blutverdünnenden Effekts von Glyceroltrinitrat (Nitroglycerin) führen.
Wenn Ihr Arzt eine gemeinsame Behandlung mit Nitroglycerin und Acetylcystein für notwendig erachtet, wird er Sie auf eine möglicherweise auftretende Blutdrucksenkung (Hypotonie) hin überwachen, die schwerwiegend sein kann und sich durch möglicherweise auftretende Kopfschmerzen andeuten kann.
2.3.e Veränderungen bei der Bestimmung von Laborparametern
Acetylcystein kann die Gehaltsbestimmung von Salicylaten beeinflussen. Bei Harnuntersuchungen kann Acetylcystein die Ergebnisse der Bestimmung von Ketonkörpern beeinflussen.
3 Wie ist "ACC Kindersaft" einzunehmen?
Nehmen Sie "ACC Kindersaft" immer genau nach der Anweisung des Arztes ein. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.
3.1 Art und Gesamtdauer der Anwendung
Die vorgesehene Menge Lösung wird nach den Mahlzeiten entsprechend der Dosieranleitung eingenommen.
Wenn sich das Krankheitsbild verschlimmert oder nach 4 bis 5 Tagen keine Besserung eintritt, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Den Säften liegt üblicherweise ein Messbecher/-löffel bei. Mit Hilfe dieses Messbechers/-löffels können je nach vorgesehener Dosierung 2,5 ml, 5 ml oder 10 ml Lösung eingenommen werden.
Die schleimlösende Wirkung von "ACC Kindersaft" wird durch Flüssigkeitszufuhr unterstützt.
Nehmen Sie "ACC Kindersaft" ohne ärztlichen Rat nicht länger als 4 bis 5 Tage ein.
3.2 Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis
3.2.a Kinder unter 2 Jahren
nehmen 2- bis 3-mal täglich 2,5 ml Saft ein, entsprechend 2- bis 3-mal täglich 50 mg Acetylcystein.
Nach Möglichkeit sollte die Therapie einschleichend begonnen werden.
3.2.b Kinder von 2-5 Jahren
nehmen 2- bis 3-mal täglich 5 ml Saft ein, entsprechend 2- bis 3-mal täglich 100 mg Acetylcystein.
3.2.c Kinder von 6 bis 14 Jahren
nehmen 2-mal täglich 10 ml Saft ein, entsprechend 2-mal täglich 200 mg Acetylcystein.
3.2.d Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren
nehmen 3-mal täglich 10 ml Saft ein, entsprechend 3-mal täglich 200 mg Acetylcystein.
3.3 Wenn Sie eine größere Menge "ACC Kindersaft" eingenommen haben, als Sie sollten
Bei Überdosierung können Reizerscheinungen im Magen-Darm-Bereich (z.B. Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall) auftreten. Schwerwiegende Nebenwirkungen oder Vergiftungserscheinungen sind jedoch auch bei extremer Überdosierung bisher nicht beobachtet worden. Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit "ACC Kindersaft" benachrichtigen Sie bitte dennoch Ihren Arzt.
3.4 Wenn Sie die Einnahme von "ACC Kindersaft" vergessen haben
Wenn Sie einmal vergessen haben, "ACC Kindersaft" einzunehmen, oder zu wenig eingenommen haben, setzen Sie bitte beim nächsten Mal die Einnahme von "ACC Kindersaft", wie in der Dosierungsanleitung beschrieben, fort.
3.5 Auswirkungen, wenn die Behandlung mit "ACC Kindersaft" abgebrochen wird
Bitte brechen Sie die Behandlung mit "ACC Kindersaft" nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab. Ihre Krankheit könnte sich hierdurch verschlechtern.
4 Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Wie alle Arzneimittel kann "ACC Kindersaft" Nebenwirkungen haben.
Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:
- sehr häufig: mehr als 1 von 10 Behandelten
- häufig: weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100 Behandelten
- gelegentlich: weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1 000 Behandelten
- selten: weniger als 1 von 1 000, aber mehr als 1 von 10 000 Behandelten
- sehr selten: weniger als 1 von 10 000 Behandelten, einschließlich Einzelfälle
4.1 Welche Nebenwirkungen können im Einzelnen auftreten?
4.1.a Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
4.1.a.1 Gelegentlich
Kopfschmerzen, Fieber, allergische Reaktionen (Juckreiz, Quaddelbildung, Hautausschlag, Atemnot, Herzschlagbeschleunigung und Blutdrucksenkung).
4.1.a.2 Sehr selten
anaphylaktische Reaktionen bis hin zum Schock.
4.1.b Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
Selten: Atemnot, Bronchospasmen - überwiegend bei Patienten mit hyperreaktivem Bronchialsystem bei Asthma bronchiale.
4.1.c Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
4.1.c.1 Gelegentlich
Mundschleimhautentzündungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
4.1.c.2 Sehr selten
wurde über das Auftreten von Blutungen im Zusammenhang mit der Gabe von Acetylcystein berichtet, zum Teil im Rahmen von Überempfindlichkeitsreaktionen.
Bei Auftreten der ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion (s. o.) darf "ACC Kindersaft" nicht nochmals eingenommen werden. Wenden Sie sich bitte in diesem Fall an einen Arzt.
4.2 Welche Gegenmaßnahmen sind beim Auftreten von Nebenwirkungen zu ergreifen?
Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie unter Nebenwirkungen leiden. Er wird über eventuelle Maßnahmen entscheiden.
Wenn bei Ihnen eine Nebenwirkung plötzlich auftritt oder sich stark entwickelt, informieren Sie umgehend einen Arzt, da bestimmte Arzneimittelnebenwirkungen (z.B. übermäßiger Blutdruckabfall, Überempfindlichkeitsreaktionen) unter Umständen ernsthafte Folgen haben können. Nehmen Sie in solchen Fällen das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Anweisung weiter.
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die weder hier noch in der Packungsbeilage aufgeführt sind.
5 Wie ist "ACC Kindersaft" aufzubewahren?
Lagern Sie "ACC Kindersaft" bei normaler Raumtemperatur und bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung auf.
Ein bei Lagerung des Präparates auftretender leichter Geruch nach Schwefelwasserstoff beruht auf dem normalen Alterungsprozess des Präparates. Er ist, so lange das Verfalldatum nicht überschritten ist, jedoch unbedenklich und im Hinblick auf die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Präparates ohne Belang.
Arzneimittel sollten generell für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.
Das Arzneimittel darf nicht im Abwasser und sollte nicht im Haushaltsabfall entsorgt werden.
Quelle und Bearbeitungsstand

Information der SCHOLZ Datenbank® auf Basis der vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassenen Daten

Copyright by ePrax AG, München; Februar 2011 - Juli 2014


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