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Blut am After / aus dem Darm

Hämorriden, Afterrisse, Entzündungen und Krebs verursachen am häufigsten Blutungen aus dem Darm oder im Analbereich. Mehr zu den möglichen Ursachen, Diagnosen und Therapien


Am Darm überwiegen gutartige Erkrankungen. Dennoch: Blut, das offensichtlich aus dem Darm oder vom Darmausgang stammt, ist immer ein Alarmsignal

Gleich vorneweg: Bei Darmbeschwerden den Arztbesuch nicht auf die lange Bank schieben

Der Darmausgang ist eine der empfindlichsten Körperzonen. Kein Wunder, dass krankhafte Veränderungen sich hier bald sehr störend bemerkbar machen. Juckreiz, Nässen, Schmerzen, Schwellungen, Vorwölbungen oder Knoten, das Gefühl der unvollständigen Entleerung oder eine Undichtigkeit, also Stuhlinkontinenz – dies alles belästigt die Betroffenen erheblich.

Kommt sogar Blut dazu (Hämatochezie), ist das immer beunruhigend, auch dann, wenn es nur Spuren sind. Umso wichtiger ist es, bei solchen Beschwerden Hemmungen und Bedenken zu überwinden und zum Arzt zu gehen. Natürlich auch dann, wenn sich das Stuhlgangsverhalten ohne ersichtlichen Grund, etwa Umstellung der Ernährung, geändert hat. Oder wenn sich weitere Beschwerden einstellen wie Bauchschmerzen, ungewohntes Völlegefühl, Blähungen, eventuell auch Gewichtsverlust.



Berüchtigt für mitunter schwere Durchfälle: Darmbakterien vom Typ EHEC

Alles in allem überwiegen am Darm gutartige Blutungsursachen

Durchfallerkrankungen durch Krankheitserreger, die den Dünndarm und Dickdarm plagen, sind so häufig, dass zumindest eine entsprechende Episode im Jahr fast schon normal ist, quer durch alle Altersgruppen. Auch Verstopfung ist bei den Verdauungsproblemen ein Renner – langsam bis träge ist da bloß der Darm. Letztlich schlagen bei diesen Störungen, insbesondere wenn sie chronisch auftreten, ganz unterschiedliche Ursachen zu Buche. Infektiöser Durchfall und Blut aus dem Darm schließen sich nicht aus, auch wenn viele Durchfallerkrankungen harmlos verlaufen und von selbst wieder aufhören.

Problemzone Darm: Hämorriden, Afterrisse, Krebs

Hinzu kommen Probleme im Analkanal, allen voran die Volkskrankheit Hämorriden: Im Alter über 50 Jahren hat schätzungsweise jeder Zweite mindestens einmal in dieser Hinsicht Beschwerden. Auch Afterrisse sind ein häufiges Problem. In beiden Fällen gehören abgehendes Blut – am Darmausgang, auf dem Toilettenpapier oder Stuhl – zu den typischen Symptomen.

Mit den Lebensjahren steigt jedoch das Risiko für bösartige Entwicklungen. Auch das Blutungsrisiko im Darm nimmt zu. Manchmal ergibt sich das eine aus dem anderen. Ausstülpungen der Darmwand (Divertikel) im Dickdarm, Entzündungen sowie gut- und bösartige Geschwülste im Dickdarm und Mastdarm sind führende Blutungsquellen.

Inzwischen wird jedem Bundesbürger ab 55 Jahren mindestens eine kostenlose Darmspiegelung (Koloskopie) im Rahmen der Früherkennung von Darmkrebs angeboten (mehr dazu im Kapitel „Diagnose, Krebsfrüherkennung“).

Seltenere Blutungsquellen: Krankheiten des Dünndarmes, Gefäßprobleme, Endometriose

Seltener liegt die Blutungsquelle im Dünndarm. Schließlich können Gefäßveränderungen und die Endometriose, eine typische Frauenkrankheit, Darmblutungen verursachen. Dies alles kommt ebenfalls zur Sprache.

Der Eskalation im Darm vorbeugen

Führenden Darm- und Analerkrankungen, etwa Hämorriden und Darmkrebs, kann man mit einer gesunden, aktiven Lebensweise vorbeugen. Sie verhilft zu regulärer Darmtätigkeit – ein Schlüssel für die Lösung vieler Probleme am Darmausgang. Diese Art der Körperpflege sollte eigentlich jeder so früh wie möglich anfangen, am besten schon im Kindesalter.
Das klappt, indem man sich ausgewogen, ballaststoffreich und kalorienbewusst ernährt – nicht zu fett und nicht zu süß. Dazu kommt regelmäßige körperliche Bewegung. Vorteile: Der Darm tut sich leichter bei der Arbeit, man kommt zum optimalen Gewicht, und das Risiko für Darmkrebs sinkt. Im Übrigen profitieren davon auch die Gefäße – selbst die im Darm – und das Blut fließt freier.

Gute Hygiene, auch beim Sex, und hautfreundliche Kleidung tragen schließlich dazu bei, Reizungen und krankhafte Entwicklungen im Analbereich zu vermeiden.

Nachfolgend eine Übersicht über die Themen dieses Beitrags:

Blutungsursachen im Analbereich:

  • Unbequeme Polster: Hämorriden
  • Analvorfall, Mastdarmvorfall
  • Analrandkrebs (Afterhautkrebs)

Mehr dazu lesen Sie im Kapitel „Ursachen im Analbereich“.

Blutungsursachen im Dickdarm, Mastdarm (Enddarm), Dünndarm:

  • Entzündungen im Dickdarm und Dünndarm
  • Mastdarmentzündung (Proktitis), Mastdarmgeschwür
  • Dünndarm: Einstülpung (Invagination) des Darmes, Meckel-Divertikel, Tumoren

Dazu finden Sie im Kapitel „Ursachen im Dickdarm, Mastdarm, Dünndarm“ weitere Informationen.

Andere Blutungsursachen im Darm: Gefäßkrankheiten & Co.

  • Gefäßverschlüsse: Mesenterialarterieninfarkt, Mesenterialvenenverschluss
  • Falsche Gefäßverbindungen: Aortointestinale Fistel, arteriovenöse Fistel, arteriovenöse Fehlbildung (Angiodysplasie), Gefäßaneurysma im Bauch (Viszeralarterienaneurysma) mit Anschluss an den Darm
  • Ableger aus der Gebärmutter: Endometriose im Darm

Aufschluss darüber gibt Ihnen das Kapitel „Ursachen: Gefäßkrankheiten, Endometriose“.

Lesetipp: Im nächsten Kapitel erfahren Sie noch einiges Wissenswerte über den Darm, und im dritten Kapitel geht es um die Diagnostik bei Darmblutungen und die Früherkennung von Darmkrebs.


Wichtig: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

 




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Dr. med. Claudia Osthoff / www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 24.09.2014,
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