Bänderriss am Sprunggelenk

Mit dem Fuß umgeknickt? Der Knöchel tut weh, wird dick und blau? Ursache könnte ein Bänderriss am Sprunggelenk sein – eine der häufigsten Sportverletzungen. Mehr zu Symptomen, Diagnose und Therapie
von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 15.03.2017

Fuß verletzt? Zum Bänderriss am Sprunggelenk kommt es häufig beim Sport

W&B/Bernhard Huber

Bandverletzungen des oberen Sprunggelenkes gehören zu den häufigsten Verletzungen überhaupt. Sie machen allein etwa 20 Prozent aller Sportverletzungen aus.

Das obere Sprunggelenk verbindet Fuß und Unterschenkel miteinander. Mehrere Bänder stabilisieren dieses Gelenk: Das Außenband besteht aus drei Teilen. Es zieht vom Wadenbein zum Sprungbein und zum Fersenbein. Daneben gibt es ein Band am Innenknöchel und eines, das Schienbein und Wadenbein verbindet, die sogenannte Syndesmose.

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Bei einer Bandverletzung am Knöchel ist am häufigsten das Außenband betroffen. Es kann überdehnt und gezerrt sein oder im Extremfall reißen (Bandruptur). Verletzungen der anderen Bänder sind vergleichsweise selten.

Wie kommt es zu einem Bänderriss am Sprunggelenk?

Der klassische Verletzungsmechanismus ist das Umknicken des Fußes nach innen. In der Umgangssprache sagt man, jemand verstaucht sich den Fuß. Dabei wird typischerweise das Außenband überlastet. Mehr zu möglichen Auslösern lesen Sie im Kapitel Ursachen.

Welche Symptome deuten auf einen Bänderriss hin?

Bei einem Bänderriss treten unmittelbar sehr starke Schmerzen auf. Der Knöchel schwillt schnell und stark an. Blutgefäße können zerreißen und zu einem Bluterguss führen. Es ist schwierig zwischen Bänderriss und Bänderzerrung zu unterscheiden. Genaueres erfahren Sie im Kapitel Symptome.

Unser Experte: Priv.-Doz. Dr. Martin Engelhardt, Facharzt für Orthopädie

W&B/Privat

Was kann man bei einem Bänderriss tun?

Die wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei einem vermuteten Bänderriss ist, das Gelenk zu kühlen, vorsichtig zu bandagieren und hochzulagern. Das mindert die weitere Schwellung und die damit verbundenen Schmerzen. Außerdem sollte der Betroffene das Gelenk entlasten und sich rasch vom Arzt untersuchen lassen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose Bänderriss?

Charakteristisch für einen Bänderriss ist eine vergrößerte Beweglichkeit im Gelenk. Die kann der Arzt bei seiner Untersuchung feststellen. Eine Röntgenaufnahme hilft, eine Verletzung des Knochens auszuschließen. Eine Kernspintomografie (MRT) stellt die Bänder genau dar. Sie ist aber in der Regel nur bei komplizierten Verläufen zum Ausschluss von Begleitverletzungen (beispielsweise des Knorpels) oder zur Operationsplanung notwendig.

Worin besteht die Behandlung bei einem Bänderriss?

Meist behandelt man einen Bänderriss konservativ – also ohne Operation. Spezielle Gehschienen (Orthesen) erlauben eine Bewegung im Fuß ohne Gefährdung der verletzten Stelle. Sind mehrere Bänder verletzt oder ist ein Leistungssportler in einer das Sprunggelenk sehr belastenden Sportart betroffen, raten Ärzte häufiger zur Operation. Mehr lesen Sie im Kapitel Therapie.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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