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Hornhautentzündung (Keratitis)

Eine Hornhautentzündung (Keratitis) wird in erster Linie durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren verursacht. Wer Kontaktlinsen trägt oder ein geschwächtes Immunsystem hat, ist stärker gefährdet


Die Hornhaut bildet die äußere Hülle des Auges und schützt es vor Keimen

Was ist eine Hornhautentzündung (Keratitis)?

Bei einer Keratitis entzünden sich eine oder mehrere Schichten der Hornhaut (Kornea). Ursache sind in der überwiegenden Zahl der Fälle Bakterien (bakterielle Keratitis), die oft durch winzige Verletzungen in die Hornhaut eindringen und so eine Entzündung hervorrufen. Daneben kommen Viren, zum Beispiel Herpes-simplex-Viren (Herpeskeratitis), oder sehr selten Pilze (Pilzkeratitis) als Auslöser infrage. Auch ein trockenes Auge (Keratoconjunctivitis sicca), eine oberflächliche Augenverletzung durch UV-Strahlen, eine Verätzung des Auges durch Säure oder Lauge oder eine Schädigung des Nervus trigeminus können eine Hornhautentzündung hervorrufen.

Je nach Ursache kann eine Keratitis ganz unterschiedlich verlaufen. Beschränkt sich die Entzündung auf die Oberfläche der Hornhaut, entwickelt sich eine leichte Trübung. Entzünden sich tiefere Schichten, bildet sich an der betroffenen Stelle eine dichtere Trübung aus, die als weißlicher Fleck auftauchen kann. Eine Hornhautentzündung kann erhebliche Schmerzen bereiten. Weiteres Symptom: ein gerötetes Auge, das tränt und Sekret absondert – da die Bindehaut meist gleichzeitig entzündet ist.



Unser Experte: Professor Wolfgang Heider, Facharzt für Augenheilkunde

Häufig stellt die Hornhautentzündung eine Folge von verschmutzten, zu lange getragenen oder defekten Kontaktlinsen dar, über die Erreger an die Hornhaut gelangen. Bei älteren Menschen kann ein schwächeres Immunsystem eine Keratitis begünstigen.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Entzündung. Ist die Keratitis beispielsweise durch Bakterien bedingt, verordnet der Augenarzt Antibiotika-haltige Augentropfen. Bleibt eine entsprechende Behandlung aus, können sich Hornhautnarben bilden. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Geschwür der Hornhaut (Ulcus). Greift die Entzündung auf das Augeninnere über, kann sie eine Regenbogenhautentzündung (Begleitiritis) nach sich ziehen.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.




Bildnachweis: W&B/ Szczesny, W&B/Andreas Hoffmann
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www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 10.05.2013,
Bildnachweis: W&B/ Szczesny, W&B/Andreas Hoffmann

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