Akustikusneurinom

Das Akustikusneurinom (AKN) ist ein gutartiger Tumor, der im Schädelinneren wächst. Häufige Symptome sind ein einseitiger Hörverlust wie beim Hörsturz und Ohrgeräusche

aktualisiert am 29.03.2017

Hirnaufnahmen – darauf kann ein Akustikusneurinom zu sehen sein

iStock/haydenbird

Was ist ein Akustikusneurinom?

Das Akustikusneurinom (AKN) ist eine Geschwulst, die im Schädelinneren wächst. Der Tumor vergrößert sich üblicherweise nur sehr langsam und bildet keine Tochtergeschwülste (Metastasen). Deshalb zählt er zu den gutartigen Tumoren. Es handelt sich also nicht um eine Krebsgeschwulst.

"Gutartig" ist bei allen Tumoren im umschlossenen Gehirnschädel jedoch nicht gleichbedeutend mit unproblematisch. Denn das Akustikusneurinom kann durchaus Beschwerden verursachen.


Welche Symptome deuten auf ein Akustikusneurinom hin?

Mögliche Symptome sind meist einseitige Hörstörungen (Schwerhörigkeit, Symptome vergleichbar mit denen eines Hörsturzes), Ohrgeräusche (Tinnitus) oder Schwindel. Da auch der Gesichtsnerv im inneren Gehörgang verläuft, kann es auch zu Funktionsstörungen dieses Nervs mit Lähmungen der Gesichtsmuskulatur kommen. Mit zunehmender Größe breitet sich der Tumor eventuell in den Bereich zwischen Hirnstamm und Kleinhirn aus, den sogenannten Kleinhirnbrückenwinkel. Wird der Tumor nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu einer gefährlichen Quetschung des Hirnstamms oder des Kleinhirns kommen. Auch der Abfluss des Gehirnwassers gerät unter Umständen ins Stocken. (Mehr dazu im Kapitel Symptome).

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Eine sichere Diagnose ist in der Regel nur mit einer Magnetresonanz-Tomografie möglich. (Mehr dazu im Kapitel Diagnose).

Wie wird das Akustikusneurinom behandelt?

Für die Therapie kommen Operation oder Bestrahlung infrage. In manchen Fällen muss das Akustikusneurinom zunächst nicht behandelt werden. Dann sind jedoch planmäßige Kontrollen wichtig. (Mehr im Kapitel Therapie).

Schätzungen zufolge erkranken jährlich etwa acht bis zehn von einer Million Menschen an einem Akustikusneurinom.


Akustikusneurinom heißt auch Vestibularisschwannom

Für das Akustikusneurinom gibt es eine zweite, medizinisch korrektere Bezeichnung: Vestibularisschwannom.

Als Neurinom bezeichnen Mediziner ganz allgemein gutartige Tumoren, die an der äußeren Hüllschicht der Nerven entstehen, den so genannten Schwann-Zellen. Daher leitet sich der Wortteil "-schwannom" ab. Der erste Wortteil "Vestibularis-" benennt den Ort, an dem der Tumor bevorzugt wächst: am Gleichgewichtsnerv, dem Nervus vestibularis.

Der Gleichgewichtsnerv verläuft überwiegend gemeinsam mit dem Hörnerv vom inneren Gehörgang zum Hirnstamm. Über diese Nervenleitung schicken Hörorgan und Gleichgewichtsorgan ihre Signale vom Innenohr zum Gehirn. Wird das Akustikusneurinom größer, drückt es unter Umständen auf diese Nervenbahnen und / oder ihre Blutversorgung und stört so die Funktion des Hör- und Gleichgewichtsnervs.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren  »

Zum Thema

Typische Symptome bei Hörsturz sind plötzlicher Hörverlust und Druck auf einem Ohr

Hörsturz

Sie hören auf einem Ohr plötzlich nicht mehr richtig? Dann haben Sie womöglich einen Hörsturz »

Hintergrund

Gehirn

Hirntumore (Gehirntumore)

Zu den Hirntumoren zählen zahlreiche gutartige und bösartige Geschwülste im Gehirn »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages