Zahnbürste: Elektrisch oder manuell besser?

Das Angebot an Zahnbürsten wird immer größer. Was Sie bei den verschiedenen Modellen beachten sollten

von Ullrich Jackus, aktualisiert am 30.10.2014

Moderne Technik: Zähneputzen mit elektrischer Bürste

Corbis GmbH/--

Manuell oder elektrisch? Jahrelang stritten Experten, welche Putzmethode die bessere sei. Gerade wurde eine Übersichts­arbeit der Cochrane Collaboration aus 51 Studien mit 4624 Teilnehmern veröffentlicht. Das Ergebnis zeigt ­eine neue Tendenz auf: Wenn es um die Entfernung von Belägen (Plaque) und die Verringerung von Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) geht, scheinen Elektrozahnbüsten den klassischen Handzahnbürsten leicht überlegen zu sein.

Getestet wurden verschiedene auf dem Markt befindliche Geräte­typen. Das Spektrum der Elektrischen beginnt bei Standardmodellen, deren Bürs­tenkopf etwa 4000 Mal pro Minute von links nach rechts und wieder zurück rotiert. Diese Seitwärtsbewegungen werden als Oszillation bezeichnet.


Elektrische Bürsten mit Extras

Roman Sparn, der eine Apotheke in München leitet, berät seine Kunden ganz individuell zum Thema Mundhygiene und Zahnpflege. Mit zwei Produkten hat er selbst gute Erfahrungen gemacht. Eines davon, eine Schallzahnbürste, arbeitet mit einer oszillierend-rotierenden Bürste und bringt es auf rund 40.000 Pulsationen pro Minute. Ein rotes Lämpchen zeigt an, wenn beim Putzen zu stark aufgedrückt wird. Und ein Timer gibt jedes Mal Laut, wenn in einem Quadranten, also einem Viertel des Gebisses, die empfohlene Putzzeit von 30 Sekunden erreicht wurde. Diesen Komfort bieten auch viele weitere elektrische Zahnbürsten.

Sparn hat auch ein Gerät im Angebot, das mit Ultraschall arbeitet. Ein Mikro-Chip im Bürstenkopf erzeugt bis zu 96 Millionen Luftschwingungen pro Minute, die er auf die Borsten überträgt. Benutzen sollte man dieses Modell nur mit einer eigens für die Technologie entwickelten Zahnpasta mit Nanobläschen. "Zu Ultraschall-Bürsten liegen noch zu wenige Untersuchungen vor, als dass man sich ein abschließendes Urteil erlauben könn­te", sagt Dr. Felix Krause, Oberarzt in der Poliklinik für Zahn­erhaltung und Parodontologie am Universitätsklinikum Leipzig.

Wer nach wie vor lieber manuell putzt, sollte besonders gut auf die richtige Technik achten. Handzahnbürsten gibt es inzwischen in unzähligen Ausführungen: mit starrem oder federn­dem Bürstenkopf, mit x- oder v-förmig angeordneten Borsten, mit langen Seidenborstenbüscheln für die Zahnzwischenräume ...

Wie hart sollten die Borsten sein?

Nur beim Härtegrad der Borsten fällt die Entscheidung mittlerweile leichter. Früher wurden die Alternativen weich, mittel und hart angeboten, heute können wir nur noch zwischen mittel und – falls vom Zahnarzt empfohlen – sensitiv wählen. Sparn: "Die alte ,Stahl­bürste‘, mit der es immer wieder zu Verletzungen des Zahnfleischs kam, hat zum Glück ausgedient." Am besten seien nach wie vor Bürsten mit mittelharten, kurzen Borsten.

Die Wahl von Zahnbürste und Bürs­tenkopf, die spätes­tens alle zwölf ­Wochen ausgetauscht werden sollten, ist eine Sache der persönlichen Vorliebe. Wichtiger ist gutes, regelmäßiges Putzen, raten Zahnärzte. Nicht zu fest andrücken und immer schön mit rüttelnden Bewegungen von Rot nach Weiß, also vom Zahnfleisch in Richtung Zahn. Ein mildes fluoridhaltiges Gel oder eine Creme ohne allzu viele Putzkörper genügt dafür vollkommen.

Auf die möglicherweise nächste Neuerung in der Zahnpflege weist Zahnmediziner Felix Krause hin: "Momentan werden Zahnpasten entwickelt, die den Stoffwechsel der Bakterien so beeinflussen sollen, dass diese keine Karies auslösenden Säuren mehr produzieren."



Bildnachweis: F1online/Sodapix/RF, Corbis GmbH/--, Jupiter Images GmbH/Creatas

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