Halten Sie Ihren Mund sauber und Sie senken das Risiko für bakterielle Zahnbetterkrankungen und deren Folgen
Damit die Zahngesundheit nicht am seidenen Faden hängt: Regelmäßig die Zwischenräume mit Zahnseide reinigen
Bis in die 90er-Jahre galt Karies als Zahnkiller Nummer eins. Doch dank verstärkter Vorbeugung mit Fluorid-Tabletten bei Kindern und schützender Zahnpasten faulen heute weit weniger Zähne als früher. Stattdessen rückte ein anderes Übel in den Blickpunkt der Zahnärzte: die Parodontitis.
Obwohl sie weitverbreitet ist, wissen die Deutschen über diese Erkrankung des Zahnhalteapparats relativ wenig. In einer Umfrage des Instituts der Deutschen Zahnärzte beispielsweise kannten 65,7 Prozent der Befragten keinerlei Folgerisiken der Parodontitis, und nur 14,5 Prozent wussten, dass meist eine mangelhafte oder falsche Mundhygiene der Grund der Erkrankung ist. Die Unkenntnis wirkt sich fatal aus, denn wer seine Zähne nicht regelmäßig und richtig pflegt, muss befürchten, sie wegen einer Parodontitis zu verlieren.
Die Ursache des Übels sind Bakterien. Werden die Zähne nicht gut genug geputzt, finden die allgegenwärtigen Keime in den Speiseresten und Belägen ausreichend Nahrung, vermehren sich übermäßig und besiedeln den Zahnschmelz. In die weichen Beläge lagern sich Mineralien ein und verhärten zu Zahnstein. Dessen raue Oberfläche bietet weiteren Mikroorganismen bestens Halt.
Keime produzieren entzündungsfördernde Stoffe
Irgendwann beginnen die Keime am Zahn entlang unter das Zahnfleisch zu kriechen. Sie produzieren aggressive Substanzen, die Zähne und Zahnfleisch reizen und schädigen. Der Körper beginnt sich gegen die Eindringlinge zu wehren und schüttet Entzündungsstoffe aus. Eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis) entsteht.
Zwischen Zähnen und Zahnfleisch bilden sich im Lauf der Zeit Taschen, in denen sich Bakterien und Schmutz ansammeln und ihr zerstörerisches Werk in Ruhe und vor jeder Zahnbürste geschützt weiter treiben können. Zudem sondern die Bakterien in den Taschen übel riechende Substanzen ab. Mundgeruch ist daher häufig ein wichtiges Anzeichen für Parodontalerkrankungen.
Ganz wichtig: Rechtzeitig handeln
„Eine Gingivitis in diesem Stadium bekommt man durch ausreichende Mundhygiene oft noch gut in den Griff“, sagt Dr. Uwe Niekusch, Zahnarzt und Leiter der Heidelberger Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit. Mit einer konsequenten Pflege dürfte die Entzündung nach etwa einer Woche ausgeheilt sein. Ist das nicht der Fall, sollte der Zahnarzt aufgesucht werden. Bleiben die Warnzeichen aber unerkannt, dann zieht sich das Zahnfleisch langsam weiter zurück, bis die Zahnhälse freiliegen und die Zähne optisch immer länger erscheinen. Gleichzeitig baut der Körper die Knochensubstanz des Kiefers ab. Irgendwann haben die Zähne keinen Halt mehr und fallen aus.
Christian Krumm, Apotheken Umschau / GesundheitPro;
24.11.2008, aktualisiert am 26.06.2010
W&B/Simon Katzer
Anzeige