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Weisheitszähne: Wann sie raus müssen

Wem die Weisheitszähne zu oft zu schaffen machen, dem bleibt oft nur die Entfernung per Operation. Was man jetzt beachten sollte


Röntgenaufnahme: Die Anlage der Weisheitszähne – außen links und rechts – ist deutlich sichtbar

Menschen in der Steinzeit hatten wahrscheinlich weniger Ärger mit den Weisheitszähnen. Mit den stark vorgezogenen Kiefern war ihr Gebiss groß genug für alle 32 Zähne. Heute ist das anders. „Bei rund 90 Prozent der Menschen passen nicht alle Zähne in den Kiefer. Daher gibt es so oft Probleme mit den Weisheitszähnen“, sagt Dr. Wolfgang Jakobs, Zahnarzt für Oralchirurgie aus Speicher bei Trier.

Diese Zähne nennt man auch „Achter“, weil der Mensch von der Mitte des Mundes aus gesehen vier mal acht Zähne hat. Da sie als letzte in die Mundhöhle durchbrechen – im Jugend- oder auch erst im Erwachsenenalter –, heißen sie Weisheitszähne. Manche Menschen bleiben lebenslang ohne: „Sie haben keine Anlage für Weisheitszähne“, sagt die Kieferorthopädin Dr. Gundi Mindermann aus Bremervörde.


Schon früh lässt sich absehen, ob die Weisheitszähne später einmal Ärger machen. Jakobs erklärt: „Zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr bereitet der Eingriff weniger Komplikationen als bei Erwachsenen. In dem Alter sind die Wurzeln noch nicht so lang, dass sie bis an die Nerven heranwachsen konnten.“ Hat der Weisheitszahn keinen Platz, muss manchmal der Siebener weichen: „Dann hofft man, dass sich der Achter korrekt einordnet. Dazu sollte er aber gerade liegen“, erklärt Mindermann.

Ein weiteres mögliches Problem: Der Weisheitszahn kann nicht in die Mundhöhle durchbrechen, weil ein Teil mit Schleimhaut bedeckt ist. In der Folge können sich Taschen bilden, in denen sich Eiter sammelt. „Leichte Entzündungen lassen sich mit Antibiotika behandeln. Hilft das nicht, muss ein Kieferchirurg operieren“, so Mindermann.

Manchmal wird es kompliziert


Auch wenn der Weisheitszahn schräg im Kiefer liegt, wenn seine Wurzeln miteinander verwachsen oder hakenförmig verbogen sind, wenn sie zu nahe an den Nerven liegen oder wenn der Gegenbiss fehlt, muss der Chirurg ihn entfernen. „Sind alle vier Weisheitszähne betroffen, behandeln wir die beiden Seiten an zwei Terminen, um den Patienten nicht zu arg zu belasten“, sagt Jakobs. „Bei sehr komplizierten Eingriffen kann eine Vollnarkose sinnvoll sein.“

Nach dem Entfernen kommt es manchmal zu Nachblutungen und Blutergüssen. Weitere mögliche Komplikation: Trifft der Chirurg im Unterkiefer versehentlich einen Gefühlsnerv, kann die Lippe vorübergehend oder dauerhaft taub werden. Nach dem Eingriff ist es ratsam, die Wunde mit einem kalten Waschlappen zu kühlen. Auf Alkohol, koffeinhaltige Getränke, Fruchtsäfte, Rauchen und Wärme – zum Beispiel die Sauna – verzichten Patienten besser.

„Nach dem Verzehr von Milchprodukten sollten Sie den Mund mit Wasser ausspülen, da die Milchsäurebakterien die Wunde schlechter heilen lassen“, sagt Jakobs. Bei Bedarf werden Medikamente verschrieben. Jakobs empfiehlt zudem: „In der ersten Woche nach der Operation sollten Sie nur weiche Kost zu sich nehmen und körperliche Anstrengung vermeiden.“

Unsere Expertin:


Dr. Gundi Mindermann, Kieferorthopädin



Karin Hertzner, Apotheken Umschau; 23.05.2011
Bildnachweis: W&B/Ronald Frommann

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