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Angst vor dem Zahnarzt (Dentalphobie)

Beim Zahnarzt

Ein wenig Angst vor der Zahnbehandlung hat wohl jeder. Bei manchen Menschen ist jedoch die Furcht so groß, dass sie den Kontrolltermin immer wieder aufschieben

Früher konnte ihn nichts dazu bringen, auch nur einen Fuß in die Zahnarztpraxis zu setzen. Schon allein beim Gedanken an den typischen Geruch bekam er Schweißausbrüche, gar nicht zu reden vom Geräusch des Bohrers. Und heute sitzt er entspannt im »Stuhl des Grauens« und der Arzt schraubt Implantate in seine Kiefer. Mit Seelenruhe lässt der Patient die Behandlung über sich ergehen.
Verständnisvolle Zahnärzte, psychologische Unterstützung oder sogar Hypnose können die Angst vor dem Zahnarzt wieder vertreiben.


Während der Arzt in seinem Mund werkt, übt der Musiker im Geiste ein schwieriges Cellostück ein. Der Bohrer fräst sich in den Oberkieferknochen. Der Hypnotiseur hinter dem Zahnarztstuhl fordert den Ängstlichen mit lauter Stimme auf, all seine Kraft dafür zu nutzen, eine besonders schwierige Passage eines Musikstücks in »Fleisch und Blut« zu bekommen. Als Folge der intensiven Suggestion bewegt sich die linke Hand des Patienten leicht hin und her: Ganz offenbar ist er voll auf das Cellospiel konzentriert. Das Hantieren des Zahnarztes, die Geräusche - nichts nimmt er wahr. Später befragt, wird er sich lediglich daran erinnern, dass er einmal kurz zusammenzuckte. Aber den Schmerz hatte er nicht verspürt.
Immer mehr Zahnärzte bieten neue Strategien an, Ängste der Zahnpatienten mit der Hilfe eines Hypnotiseurs zu überwinden. Freilich muss eine solche sanfte Sonderbehandlung extra bezahlt werden, und nicht jeder kann durch Hypnose in Trance versetzt werden. Aber auch sanfte Musik und ein angenehmes Ambiente können Patienten den Zahnarztbesuch erleichtern.
Ein wenig Angst vor der Zahnbehandlung hat wohl jeder. Aber bei etwa 15 Prozent der Menschen ist die Furcht so groß, dass der Kontrolltermin immer wieder aufgeschoben wird, Zahnlöcher und sogar Zahnschmerzen in Kauf genommen werden.
Diese krankhafte Angst vor dem Zahnarzt - in der Fachsprache auch Dentalphobie genannt, entsteht nicht selten schon in der Kindheit, wenn z. B. verständnislose Ärzte immer weiter bohren und schlicht meinen, ein Indianer kenne keinen Schmerz. Heute sind solche Ärzte glücklicherweise schon recht selten geworden. Die Betroffenen reagieren nach derartigen Erfahrungen fortan schon beim Gedanken an den Zahnarztstuhl mit Herzrasen, Schwitzen und Muskelverspannungen. Eine kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, die Zahnarztphobie in den Griff zu bekommen. Am heilsamsten aber ist der Besuch bei einem verständigen Zahnarzt, der die Ängste erkennt, auf sie eingeht und mit einer schmerzlosen Behandlung Vertrauen schafft.


Letzte Aktualisierung:
12.07.2005
Autor:
Inge Smolek
Experten für die Seite:
Dr. med. Siegmund Döttelmayer (Mund- und Kieferheilkunde, Implantologie) 

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden. Aber diese Informationen können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten und Ihnen ergänzende Hinweise liefern.


Quelle: surfmed; 13.09.2005, aktualisiert am 20.02.2006
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