Yoga ist in. Rund fünf Millionen Menschen üben in Deutschland regelmäßig, schreibt der Berufsverband der Yogalehrenden. Während manche Yoga als esoterisch angehauchte Turnübung belächeln, schwören andere auf dessen positive Effekte. Glaubt man Experten, wirkt Yoga entspannend und stressreduzierend, fördert die Beweglichkeit und hilft gegen verspannte Muskeln. Wir haben zusammen mit dem Yogalehrer Dr. Dirk Glogau, der im bayerischen Untergriesbach ein Yoga-Zentrum leitet, die wichtigsten Fragen geklärt.
Darf jeder Yoga machen?
Grundsätzlich gilt: Jeder Mensch kann Yoga lernen und davon profitieren. „Es gibt jedoch Übungen, die sich bei bestimmten Krankheiten nicht eignen oder angepasst werden müssen“, sagt Glogau. Dazu zählen zum Beispiel Bluthochdruck und Gelenkprobleme. Sicherheitshalber sollten sich Yoga-Interessierte daher vorab vom Arzt durchchecken lassen und den Kursleiter auf ihre Beschwerden hinweisen.
Yoga-Stile gibt es zuhauf. Eignet sich einer besonders für Anfänger?
Das lässt sich so nicht sagen. Schließlich hängt es davon ab, was der Einzelne mit den Übungen bewirken möchte. Es gibt Stile, die körperlich anspruchsvoller sind und solche, die weniger Kraft und Beweglichkeit voraussetzen. Je nach Typ spielen zudem Atem- und Meditationsübungen eine Rolle.
Buch kaufen und loslegen oder Kurs besuchen – was ist besser?
Eindeutig: an einem Kurs teilnehmen. Wer versucht, sich daheim – ohne Vorkenntnisse – nach den Übungen eines Buches zu verrenken, begeht schnell Fehler. „Das kann sogar der Gesundheit schaden“, warnt Yogalehrer Glogau. Wer dagegen in einen Yoga-Kurs geht, ein Yoga-Seminar oder -Urlaub bucht, lernt Yoga nicht nur von der Pike auf. „Gut ausgebildete Yogalehrende suchen auch die passenden Übungen aus und korrigieren Fehlhaltungen“, erklärt der Experte. Zudem motiviert es meist mehr, wenn Einsteiger mit anderen Yoga-Interessierten gemeinsam üben.
Wo gibt es Yoga-Kurse?
Inzwischen fast überall. Viele Yogalehrer bieten ihre Kurse in privaten Yoga-Schulen an. Doch auch in Volkshochschulen, Fitnessstudios, kirchlichen Einrichtungen und Unternehmen lässt sich Yoga ausüben. Daneben arbeiten auch Krankenkassen mit Yogalehrern zusammen und bezuschussen die Kurse zum Teil. Interessierte sollten dies mit ihrem Versicherer klären.
Was macht eine gute Yoga-Schule aus?
Ganz wichtig: Kurse buchen, die für Einsteiger geeignet sind, und im Zweifelsfall nach Schnupperstunden fragen. So können Anfänger austesten, ob Yoga überhaupt etwas für sie ist. Daneben lassen sich so die verschiedenen Stile ausprobieren. „Eine gute Schule bietet zudem Kurse für unterschiedliche Zielgruppen an“, ergänzt Glogau. Zum Beispiel für Schwangere, Ehepaare, Senioren und Kinder.
Der zweite wichtige Punkt: der Yoga-Lehrer. Ein gut ausgebildeter Lehrer ist in der Lage, die Übungen gezielt an die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kursteilnehmer anzupassen. Doch woran erkennt man ihn? „Der Beruf ´Yogalehrer` ist leider immer noch nicht gesetzlich geschützt“, sagt Glogau. Das bedeutet, jeder kann sich so nennen und Kurse geben. Der Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland (BDY), dem auch Dirk Glogau angehört, hat deshalb bestimmte Mindestanforderungen festgelegt. So muss ein „echter“ Lehrer eine vierjährige Ausbildung hinter sich bringen, in der er sich unter anderem auch medizinisches und psychologisches Wissen aneignet. Am Ende erhält er ein Zertifikat, dass ihn als geprüften Yoga-Lehrer ausweist.
Weitere Tipps und Übungen finden Sie in unserem Video: Yoga.
Dr. Martina Melzer / www.apotheken-umschau.de;
22.12.2010, aktualisiert am 05.01.2012
Bildnachweis: Thinkstock/Hemera
Senioren Ratgeber mit Informationen rund um Krankheiten, Medikamente, gesund alt werden, altersgerechtes Wohnen, Pflege und Finanzen
Diabetes Ratgeber mit den Schwerpunkten Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung