Anmelden | Registrieren
Drucken

Medizinisches Qigong
Unsichtbare Energie

Mit harmonischen Bewegungen und höchster Konzentration lassen sich die Lebenskraft stärken, Beschwerden mildern und sogar dauerhaft heilen

QiGong

Mit harmonischen Bewegungen lässt sich die Lebenskraft stärken

Mit langsamen, weit ausholenden Bewegungen der Arme und gleichzeitigem tiefem Einatmen zeigt die Heilpraktikerin Ingrid Weist aus Hamburg unserem Model Alexandra, wie sie sich unsichtbare frische Energie von außen holen und über den höchsten Scheitelpunkt am Kopf in den Körper strömen lassen kann. Im Lauf der folgenden zwei Stunden heben und senken sich die Arme der beiden, mal wiegen sich ihre Körper zur einen Seite, dann wieder zur anderen. Mal sind die Beine locker, mal stehen sie kraftvoll auf dem Boden. Qigong heißen die Übungen, die Ihnen Alexandra auf diesen Seiten zeigt.


Lebensenergie im Körper strömen lassen
„Qi“ (sprich Tschi) ist Chinesisch und bedeutet „Lebensenergie“, die Kraft, die alles durchströmt – auch jeden Menschen. „Gong“ bedeutet so viel wie die Energie im Körper üben lassen. Bei diesem Training wirken drei Elemente zusammen: bestimmte Techniken des Atmens, unsere Vorstellungskraft sowie spezielle Bewegungsabläufe. Dadurch lässt sich der Körper im Gleichgewicht halten oder eine verlorene Balance wiederherstellen, also heilende Wirkung entfalten.

„Wer sich nur bewegt, macht Gymnastik, und wer sich allein auf den Atem konzentriert, macht Atemtherapie“, erklärt die Berliner Ärztin Qi Duan Li. Sie weiß, worauf es beim Training dieser besonderen Art ankommt. Qigong ist ein Bereich der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), die außerdem noch Akupunktur, Akupressur, Tuina-Massage, Ernährungslehre und Kräuterheilkunde umfasst. Mit diesen unterschiedlichen Methoden versuchen TCM-Ärzte, dem Ungleichgewicht der Lebensenergie auf die Spur zu kommen und es auszugleichen.


Über 60 000 verschiedene Übungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Unsichtbar fließt diese Energie durch bestimmte Bahnen im Körper, die so genannten Meridiane. Ein Übermaß an Qi kann nach östlicher Vorstellung ebenso wie fehlende oder blockierte Energie zum Auslöser einer Krankheit werden.

„Inzwischen gibt es rund 60 000 verschiedene Qigong-Übungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten“, erklärt die TCM-Ärztin Li, die ihre Schüler in dieser Disziplin ausbildet. In der so genannten Mittelstufe sollen die Bewegungen das Wohlbefinden stärken, zu körperlicher und seelischer Ausgeglichenheit führen und auf diese Weise Krankheiten vorbeugen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten, dass Qigong nachweislich die Lebensqualität verbessert sowie die geistige und körperliche Beweglichkeit erhält. Damit kann jeder aktiv und eigenverantwortlich etwas für die Gesundheit tun.


Einfache Bewegungen, die chronische Erkrankungen lindern
Medizinisches Qigong gehört zur Grundstufe, was jedoch nicht bedeutet, dass die einzelnen Übungen ein niedrigeres Niveau besitzen. „Vielmehr sind es leichte, einfache Bewegungen, die gezielt vor allem chronische Erkrankungen lindern und heilen sollen“, erklärt die Expertin Li. Das gilt zum Beispiel für Kopfschmerzen, Erschöpfungszustände, nervöse Störungen, Rückenbeschwerden oder Schlaflosigkeit.

Auch bei schmerzhafter Menstruation und Endometriose hat es sich bewährt. Die Psyche beeinflusst Qigong ebenfalls positiv. Und nicht zuletzt gibt es das besondere Guolin-Qigong, das in China offiziell als Heilmethode bei Krebs anerkannt ist.


Fachliche Anleitung ist wichtig zum Lernen
„Wer Probleme hat, Qigong im Stehen auszuüben, kann ähnliche Wirkungen im Sitzen oder Liegen erzielen“, erklärt Ingrid Weist. Allerdings sollten Betroffene zunächst unter fachlicher Anleitung in Einzel- oder Gruppenunterricht lernen, um keine Fehler zu machen. Denn um das Qi im Körper zu spüren, braucht man Erfahrung und ein gewisses Gefühl dafür.

Später sind die Teilnehmer in der Lage, Qigong selbständig und regelmäßig zu Hause durchzuführen. Die Übungen auf diesen Seiten hat Ingrid Weist für Sie zusammengestellt. Sie lassen sich auch von Anfängern gut durchführen. Üben Sie je zwei bis fünf Minuten lang in fließenden Bewegungen.


Apotheken Umschau



GesundheitPro; 12.09.2005
W&B/Silvia Lammertz

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG