Drucken

Weitsichtigkeit

Bei Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) ist das Sehen in der Nähe erschwert. Eine Brille oder Kontaktlinsen können helfen. Manchmal kommt auch eine Operation in Frage


Unkorrigierte Weitsichtigkeit: Beim Blick in die Ferne ohne Akkomodation entsteht ein scharfes Bild erst hinter der Netzhaut

Bei Weitsichtigkeit (Hyperopie, Hypermetropie) handelt es sich um eine Form der Fehlsichtigkeit. Weitsichtige halten Bücher und Zeitschriften gerne am gestreckten Arm von sich weg, um sie zu lesen. Denn während sie weit entfernte Gegenstände besser erkennen können, erscheint ihnen Nahes unscharf. Die Ursache dafür liegt in einer zu geringen Brechkraft des Systems Hornhaut-Glaskörper-Augenlinse (Brechungshyperopie) oder einem zu kurzen Augapfel (Achsenhyperopie).

Die beim Blick in die Ferne nahezu parallel in das Auge einfallenden Lichtstrahlen werden bei Weitsichtigkeit so gebündelt, dass ein scharfes Bild eines Objektes erst hinter der Netzhautebene entsteht (siehe Kapitel Ursachen). Der Weitsichtige kompensiert dies, indem er die Brechkraft seiner Linse durch die Aktivität seines sogenannten Ziliarmuskels verändert. Ein Vorgang, der Akkomodation genannt wird (siehe Kapitel Ursachen).


Prof. Dr. med. Klaus G. Riedel

Unser Experte: Professor Dr. Klaus G. Riedel, Facharzt für Augenheilkunde

Diese Taktik funktioniert bei weit entfernten Gegenständen und in jungen Jahren oft gut. Bei sehr nahen Gegenständen wird es jedoch schwieriger, da die Erhöhung der Linsenbrechkraft begrenzt ist. Ab etwa dem vierzigsten Lebensjahr nimmt zusätzlich die Elastizität der Linse und damit auch ihre Brechkraft ab (Alterssichtigkeit), so dass sich die Beschwerden einer Weitsichtigkeit verstärken.

Die Brechkraft des Auges wird in der Maßeinheit Dioptrie (dpt) gemessen. Bei Fehlsichtigkeit weicht die Zahl vom Normalwert 60 bis 65 dpt ab. Wie stark die Abweichung im Einzelfall ist, wird mit einem Plus bei Weitsichtigkeit (zum Beispiel +3) und einem Minus bei Kurzsichtigkeit angegeben.

Beheben lässt sich eine Weitsichtigkeit mit Kontaktlinsen oder einer Brille. Unter bestimmten Bedingungen kommt auch eine Operation, zum Beispiel mit Laser, als Behandlung in Frage.


Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Alfred Neuwald
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7

Gut zu wissen ...

Schlechtere Augen durch die Brille?

Ob die Sehkraft durch eine Brille wirklich nachlässt, Gläser aus dem Supermarkt etwas taugen und die Lesebrille vom Ehemann erlaubt ist: Augenarzt Georg Eckert klärt auf »

Sehstörungen

Sehstörungen oder Minderung und Verlust der Sehkraft beruhen auf Erkrankungen der Augen oder anderer Organe. Überblick über die Ursachen  »

Sehschärfenprüfung (Sehtest)

Anhand einer Sehschärfenprüfung, auch Sehtest oder Sehschärfenmessung genannt, untersucht der Augenarzt, wie gut eine Person sieht. Eine Kurz- oder Weitsichtigkeit kann mit diesem Test erkannt werden »

Augen: Stets gute Sicht

Das Sehvermögen ist vielleicht unser wichtigster Sinn. Wie Sie einem Verlust entgegen steuern können »

www.apotheken-umschau.de; aktualisiert am 20.02.2013, erstellt am 13.09.2005
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Alfred Neuwald

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages