Nachteile: Hormonpräparate wirken auf den natürlichen Hormonhaushalt der Frau. Sie können verschiedene Nebenwirkungen haben und Risiken mit sich bringen. Die individuelle Verträglichkeit kann je nach Präparat sehr unterschiedlich sein. Manche Frauen berichten zum Beispiel über Übelkeit, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Zwischenblutungen, Brustspannen oder Kopfschmerzen. Manche Nebenwirkungen können sich bei längerer Einnahme bessern. Manchmal hilft es auch, das Präparat in Rücksprache mit dem Arzt zu wechseln.
Eine zum Glück eher selten auftretende, aber ernstzunehmende mögliche Nebenwirkung ist die Bildung eines Blutgerinnsels, einer Thrombose, in einem Blutgefäß. Teile eines solchen Gerinnsels können auch mit dem Blutstrom in andere Gefäßabschnitte weitergespült werden und sie verstopfen (Embolie). Das Risiko ist vor allem erhöht bei Frauen mit Thrombosen in der nahen Verwandtschaft, in der eigenen Vergangenheit, oder mit anderen begünstigenden Faktoren wie Blutgerinnungsstörungen.
Jenseits des 35. Lebensjahres steigt das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall, insbesondere dann, wenn weitere Risikofaktoren dazu kommen wie Rauchen oder Bluthochdruck. Liegen solche oder andere Risikofaktoren vor, kann die Gefahr ernster Nebenwirkungen unter Umständen schon in jüngeren Jahren erhöht sein. Der Blutdruck kann unter der Einnahme der Pille steigen.
Es ist daher generell – auch in jüngeren Jahren – sehr wichtig, im Gespräch mit dem Arzt zu klären, ob die Pille das individuell geeignete Verhütungsmittel ist, welche Nebenwirkungen auftreten können und ob womöglich bestimmte Krankheiten oder Risiken gegen die Einnahme sprechen, beispielsweise Leberkrankheiten oder ein schlecht behandelbarer Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
Frauen, die sehr lange die Pille einnehmen, haben statistisch gesehen ein leicht erthöhtes Risiko für Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Darauf deutet eine Studie hin. Die gleiche Untersuchung ergab aber auch, dass die "Gesamtkrebshäufigkeit" bei Frauen, die die Pille nahmen, statistisch gesehen sogar niedriger war.
Die Pille muss regelmäßig zu einem festen Zeitpunkt genommen werden (die Minipille meist im Zeitrahmen von maximal drei Stunden), da sonst die Sicherheit beeinträchtigt ist. Durchfall, Erbrechen, Übergewicht, manche Medikamente wie Antibiotika und Johanniskraut-Präparate können die Wirkung schmälern.
Und nicht vergessen: Die Pille schützt zwar vor ungewollten Schwangerschaften, aber nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Aids!
Kosten: Eine Monatspackung kostet etwa fünf bis 17 Euro. Bis zum 20. Lebensjahr übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für das Medikament.