Nicht selten ist aber genau das der Fall, weshalb pro familia sich dafür einsetzt, die Pille danach in Deutschland zugänglicher zu machen. „Bereits in 18 europäischen Ländern ist sie rezeptfrei erhältlich. Eine solche Regelung könnte auch in Deutschland Barrieren abbauen, etwa die unangenehme Situation beim Arzt oder im Krankenhaus oder die schlechte Erreichbarkeit des nächsten Notdienstes, zum Beispiel auf dem Land.
All das hält viele Frauen davon ab, sich ein Rezept zu holen“, sagt Thonke. Der Ausschuss für Verschreibungspflicht am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat die Rezeptfreiheit schon 2003 befürwortet. Die Entscheidung im Bundesrat steht noch aus.
Der Berufsverband der Frauenärzte vertritt eine andere Meinung: „Die ärztliche Versorgung in Deutschland ist gut genug, um ein Rezept zu erhalten. Die Rezeptpflicht gewährleistet einen sorgsamen Umgang mit wirksamen Substanzen und eventuellen Nebenwirkungen“, sagt Reckel-Botzem. Gille sieht das etwas differenzierter: „Für junge Mädchen finde ich die Beratung beim Arzt sehr wichtig. Erwachsene, verantwortungsbewusste Frauen sollten sich aber die Pille danach in der Apotheke holen können.