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Die Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze enthält das Hormon Gestagen als Verhütungsmittel. Es wird im Prinzip alle drei Monate in den Gesäßmuskel oder einen Muskel am Oberarm injiziert


Dreimonatsspritze: Eher für den Ausnahmefall (im Bild außerdem zu sehen: Verhütungsring, Pille)

Was ist die Dreimonatsspritze?

Die einzelne Dreimonatsspritze (Depotspritze) enthält eine hohe Gestagendosis. Sie eignet sich eigentlich nur für Frauen, die andere Verhütungsmethoden nicht vertragen oder keine Verhütungspillen anwenden können, etwa wegen einer chronischen Magen-Darm-Erkrankung.

Wichtig: Das Gespräch mit dem Arzt

Der Arzt wird die Gründe, die für eine Verordnung der Depotspritze sprechen, genau abwägen. Dabei überprüft er im Gespräch mit der Frau und anhand einer gynäkologischen Untersuchung natürlich auch mögliche Gegenanzeigen. Eine Schwangerschaft ist vor Anwendung der Spritze auszuschließen, da die hohe Hormondosis das ungeborene Kind schädigen kann. Die Frau muss einen normalen Zyklus haben.


Drei Monate nach der ersten Spritze kontrolliert der Arzt, ob die Methode fortgesetzt werden kann.

Die Depotspritze wird im beispielsweise alle zwölf Wochen in einen Muskel am Oberarm oder Gesäß gegeben. Das erste Mal geschieht dies während der ersten fünf Tage des Monatszyklus. Findet die Injektion zu einem anderen Zeitpunkt statt, muss der Arzt zuvor eine Schwangerschaft ausschließen.

Die in der Folgezeit empfohlenen Arzttermine sollte die Frau unbedingt einhalten, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen. Nur wenn weiterhin andere Verhütungsmethoden ausscheiden und keine Gegenanzeigen oder Einschränkungen bestehen, wird der Arzt die Anwendung der Hormonspritze länger als zwei Jahre in Betracht ziehen. Insbesondere wird er wegen der möglichen Nebenwirkung einer Osteoporose die Knochendichte regelmäßig kontrollieren lassen (siehe unten).

Wie wirkt die Dreimonatsspritze?

Das enthaltene Gestagen hemmt den Eisprung und unterdrückt den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich eine gegebenenfalls doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann. Auch macht es den Schleim im Gebärmutterhals dickflüssiger. Dadurch können Spermien schlechter in die Gebärmutter eindringen.

Vorteile

Die Dreimonatsspritze gilt als Verhütungsmittel mit guter Verhütungssicherheit. Die Anwenderinnen müssen nur alle drei Monate eine Spritze bekommen. Die Methode eignet sich zwar für Frauen, die längerfristig verhüten möchten oder deren Familienplanung bereits abgeschlossen ist. Aber: Sie ist eigentlich nur eine Alternative, wenn andere Methoden einschließlich Verhütungspillen nicht infrage kommen.

Positiv ist, dass Menstruationsschmerzen nachlassen können.

Einnahmefehler wie bei der Pille kommen hier nicht vor. Wird der richtige Zeitpunkt für die Folgeinjektion verpasst, gibt es noch ein paar Tage Spielraum, nämlich die 13. Woche (danach siehe unter Nachteile).

Nachteile

Liegt die letzte Spritze mehr als 13 Wochen zurück, ist der Empfängnisschutz nicht mehr sicher. Am besten berät sich die Betroffene dann mit ihrem Arzt.

Wird die Gabe der Depotspritze beendet, kann es über ein Jahr dauern, bis sich der normale Zyklus wieder einstellt.
 Daher eignet sich die Methode nicht für Frauen, die sich in absehbarer Zeit ein Kind wünschen.

Einige Medikamente, zum Beispiel bestimmte Antibiotika, können die Wirkung des Gestagens beeinträchtigen. Daneben sind weitere Wechselwirkungen möglich. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt informieren. Auch die Apotheke kann Sie beraten.

Nebenwirkungen der Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze greift in den weiblichen Hormonhaushalt ein und kann daher in dieser Richtung verschiedene Nebenwirkungen verursachen. Besonders anfangs treten im Körper hohe Dosen an Gestagen auf. Oft wird in der Folge die Periode unregelmäßig. Es sind Schmier- und Zwischenblutungen möglich, auch kann die Regel ganz ausbleiben. Dazu kommen häufig Spannungsgefühle und Schmerzen der Brüste, die sexuelle Lust kann nachlassen (Libidoverlust).

Zu den Nebenwirkungen gehören außerdem Kopfschmerzen, Depressionen, Bauchschmerzen, Rückenschmerzen, Akne, Einlagerung von Flüssigkeit, Gewichtszunahme, Störungen der Leberfunktionen bis hin zu Gelbsucht.

Außerdem vermindert die Hormonspritze die Knochendichte und erhöht das Risiko für eine Osteoporose. Dies hängt damit zusammen, dass unter der Spritze das körpereigene Östrogen deutlich sinkt. Es wird aber für den Knochenaufbau gebraucht. Da der Körper die Hauptmasse der Knochen in jungen Jahren anlegt, sind Gynäkologen mit der Hormonspritze bei jungen Frauen besonders zurückhaltend. Der Arzt wird die Frau beraten, wie sie am besten ihren Kalzium- und Vitamin-D-Bedarf deckt. Beides ist gerade auch für die Knochen wichtig.

Schließlich sind allergische Reaktionen des Körpers auf Bestandteile in der Spritze sowie Entzündungen oder Blutungen am Injektionsort möglich.

Der Arzt wird entscheiden, wann die Therapie aus medizinischen Gründen beendet werden sollte.

Gegenanzeigen

Zu den wichtigsten Gegenanzeigen der Dreimonatsspritze gehören ungeklärte Blutungen aus der Scheide, bestehende Venenentzündungen, Thrombosen oder durchgemachte Embolien. Eine Thrombose ist ein Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel, zum Beispiel in einer Beinvene. Wird das Gerinnsel verschleppt und gelangt zum Beispiel in die Lunge, handelt es sich um eine Lungenembolie.

Auch Krankheiten wie Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs, schwere Lebererkrankungen und Osteoporose schließen die Anwendung aus. Dasselbe gilt für eine Allergie gegen Bestandteile des Arzneimittels.

Wann ist besondere Vorsicht angebracht?

Bei Raucherinnen, die mit Hormonen verhüten, steigt das Risiko für arterielle Gefäßkrankheiten wie Herzinfarkt und Schlaganfall vermehrt ab über 35 Jahren und mit der Anzahl der täglich konsumierten Zigaretten.

Auch Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen, zum Beispiel des Zucker- und Fettstoffwechsels, gehören zu den Situationen, in denen Vorsicht geboten ist. Der Arzt wird mit der Frau besprechen, ob nicht doch ein alternativer Weg der Verhütung möglich sind, falls sich diese Risiken nicht ausreichend beherrschen lassen.

Wichtig

Die Dreimonatsspritze kann zwar vor ungewollten Schwangerschaften schützen, aber nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV/Aids.


Pearl-Index: 0,2 bis 1,4




Bildnachweis: Imago stock & people GmbH/blickwinkel

www.apotheken-umschau.de; 25.06.2009, aktualisiert am 29.07.2013
Bildnachweis: Imago stock & people GmbH/blickwinkel

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