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Beine in Form: Gesunde Venen

Krampfadern, Venenentzündung, Thrombose: Von Venenleiden sind Hunderttausende Menschen in Deutschland betroffen. Wie müde Beine wieder munter werden, wie Sie erste Symptome richtig deuten und ernsthaften Erkrankungen vorbeugen


Gesunde Venen, gesunde Beine: Venenleiden lassen sich zum Beispiel durch Bewegung vorbeugen

Unsere Venen leisten Schwerstarbeit: Während die Arterien unser Blut vom Herzen in den Körper pumpen, transportieren die Venen das Blut zurück zum Herzen: Tag für Tag etwa 7000 Liter, oft entgegen der natürlichen Schwerkraft! Die Beinvenen sind dabei besonders stark gefordert. Unterstützt wird dieser Kraftakt durch die sogenannte Muskelpumpe der Beinmuskulatur und durch die Venenklappen, die wie ein Rückschlagventil wirken und so verhindern, dass das Blut im Gefäß wieder zurück fließt.

Trotzdem machen bei vielen Menschen gerade die Beinvenen schlapp: Schwere Beine und angeschwollene Knöchel können die ersten Anzeichen für eine Venenschwäche sein. Der Grund: Sind die Venen nicht mehr leistungsfähig genug, staut sich Blut in den Beinen. Flüssigkeit kann ins umliegende Gewebe austreten und es schwillt an. Besenreiser und Krampfadern, Venenentzündungen und gefährliche Thrombosen – also Blutgerinnsel in einer Vene – sind weitere mögliche Erkrankungen der Venen.


Zahlen und Fakten

Jede fünfte Frau und jeder sechste Mann in Deutschland sind von einer chronischen Venenerkrankung betroffen, rund 80.000 Deutsche leiden an einem offenen Bein. Die Deutsche Venen-Liga e.V. schlägt Alarm: Venenleiden sind eine Volkskrankheit! Unbehandelt können sie sehr gefährlich werden. So besteht bei einer Thrombose der Beinvenen das Risiko für eine Verschleppung des Blutgerinnsels in die Lunge, eine sogenannte Lungenembolie. Laut der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (Gefäßmedizin) sterben in Deutschland jährlich etwa 40.000 Menschen an einer Lungenembolie. Die Lungenembolie ist damit nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste tödlich verlaufende Herz-Kreislauferkrankung.

Warnsignal Krampfadern

Krampfadern (Varizen) sind die Erweiterungen von Venen – und im Gegensatz zu den meist harmlosen kleinen Besenreisern mehr als nur ein Schönheitsfehler. Sie betreffen die hautnahen Venen und ihre Verbindungen nach innen. Frauen sind aufgrund ihres schwächeren Bindegewebes, das während einer Schwangerschaft zusätzlich gelockert wird, deutlich häufiger betroffen als Männer.

Wie entstehen Krampfadern? Ursache scheint oft eine genetisch bedingte Venenwandschwäche zu sein. Risikofaktoren, wie häufiges Stehen, tragen dann dazu bei, dass Krampfadern entstehen können: Die Venen können nicht mehr das ganze Blut zurück zum Herzen transportieren, ein Teil verbleibt in den Beinen und dehnt die Venen, bis sie irgendwann so geweitet sind, dass die Venenklappen nicht mehr dicht schließen. Die Folge: Das Blut versackt.

Große Gefahr: Thrombose und Lungenembolie

Risikofaktoren für eine Thrombose sind unter anderem Übergewicht, die Einnahme der Anti-Baby-Pille und mangelnde Bewegung, besonders bei langen Flügen oder strenger Bettruhe. Bemerkbar machen kann sich eine Thrombose zum Beispiel durch plötzliche Schmerzen im Bein oder dadurch, dass sich das Bein prall und schwer anfühlt und geschwollen ist. Tückisch: Manchmal bereitet eine Thrombose auch keine Schmerzen – und bleibt damit womöglich unentdeckt. Mit fatalen Folgen: Gerade wenn die tiefliegenden Beinvenen von einer Thrombose betroffen sind, besteht ein Risiko für eine Lungenembolie. Denn löst sich das Gerinnsel und gelangt mit dem Blut in die Lunge, kann es dort ein Gefäß verstopfen, was im schlimmsten Fall einen tödlichen Ausgang nehmen kann.

Vorbeugen und Behandeln

Die gute Nachricht: Venenleiden sind therapierbar. Vorbeugend wirkt viel Bewegung zur Stärkung der Beinmuskulatur. Gut tun auch Venengymnastik, Wechselduschen und kalte Güsse für die Beine. Haben sich bereits eine Venenschwäche oder Krampfadern entwickelt, sollte der Arzt zu Rate gezogen werden. Denn diese Leiden sind zum Beispiel mit Kompressionsstrümpfen oder Operationen behandelbar. Versuchen Sie jedoch, es gar nicht so weit kommen zu lassen, indem Sie Ihre persönlichen Risikofaktoren minimieren und unter anderem folgende Faustregel zu beherzigen: Lieber Laufen und Liegen – Statt Sitzen und Stehen.




Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

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Simone Herzner / www.apotheken-umschau.de; 21.11.2008, aktualisiert am 19.07.2013
Bildnachweis: Jupiter Images/FRENCH PHOTOGRAPHERS ONLY

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