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Übergewicht: "Schuld sind die Drüsen..." – stimmt das?

Ist die Behauptung mancher Übergewichtiger, dass ihr Gewichtsproblem mit Erkrankungen der “inneren Drüsen” zusammenhänge, völlig aus der Luft gegriffen? Aus der Experten-Sprechstunde "Übergewicht und Fettleibigkeit"


Dass Fettleibigkeit mit den Hormondrüsen zusammenhängt, ist eher die Ausnahme als die Regel

Die Antwort ist: ja und nein! Es gibt tatsächlich eine Reihe von Erkrankungen der endokrinen Drüsen (Hormondrüsen), die im Verlauf zu Übergewicht und Fettleibigkeit führen können (Adipositas: Definition siehe Experten-Sprechstunde, Antwort auf die Frage: „Mittel- und langfristige Folgen von Übergewicht und Fettleibigkeit?“).

 

So sind beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder eine Überproduktion des Stresshormons Kortisol (Cushing Syndrom und Morbus Cushing) oft mit einer deutlichen Gewichtszunahme verbunden. Auch bei einer Schilddrüsenüberfunktion kann es durch den gesteigerten Appetit zu Gewichtszunahme kommen, jedoch fallen diese Patienten in aller Regel eher durch zunächst unerklärlichen Gewichtsverlust auf. Gleiches kann für hormonelle Umstellungen in der Schwangerschaft und in den Wechseljahren zutreffen. 
Einige Menschen haben von Haus aus einen niedrigeren basalen Energieverbrauch (Grundumsatz) und benötigen weniger Energiezufuhr zur Verrichtung ihrer täglichen Aktivitäten. Allerdings sind das eher seltene Ursachen für Übergewicht und Adipositas, die zudem von Ärzten in der Regel erkannt werden können.

 

Bei den meisten übergewichtigen und adipösen Menschen finden sich jedoch keine nachweisbaren Änderungen des Hormonstoffwechsels. Die Rechnung ist in der Regel sehr einfach: Übersteigt die Energiezufuhr den Energieverbrauch, dann kommt es eben langfristig zu Gewichtszunahme.

 

Prof. Dr. Martin O. Weickert


Unser Experte aus der Sprechstunde "Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas)" beantwortet interessante Fragen rund um dieses Thema.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.

 



surfmed/www.apotheken-umschau.de; 26.07.2007, aktualisiert am 15.12.2011
Bildnachweis: W&B und Lizenzgeber/ RYF

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