Wenn sich bei Frauen der Bauch rundet, sind sie meist schwanger. Männern schaffen das mit genügend Bier – dachte man. Tatsächlich hat die „Kugelwampe“ aber ganz andere Ursachen
Dem Bier wird allerhand Positives nachgesagt: Es liefert weniger Kalorien als beispielsweise Milch oder Apfelsaft (103 kcal gegenüber 142 kcal bzw. 117 kcal pro 250 ml), haben Ernährungs-Wissenschaftler ausgerechnet. Es fördert den Knochenaufbau, ergab die amerikanische „Framingham Osteoporosis Study“. Sein Vitamin B6 soll uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Viel Kalium und wenig Natrium machen es zum exzellenten Durstlöscher, sagen Sportler. Und Biertrinker in aller Welt sind sich einig: „Es schmeckt einfach gut. Prost!“
Kehrseite der Medaille: Vor allem Männer neigen ab dem mittleren Lebensalter zu einem apfelförmigen Körperbau, was landläufig gern als Bierbauch bezeichnet wird. Der wiederum stellt, wie Übergewicht allgemein, ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Schlaganfall und Diabetes dar. Aber kommt die „Kugelwampe“ tatsächlich vom übermäßigen Bierkonsum?
„Nein“, sagt Stoffwechselexperte Professor Dietrich Hepp. „Dass Männer vor allem am Bauch Fett ansetzen, hat hormonelle Gründe.“ Das weibliche Sexualhormon Östrogen ist dafür verantwortlich, dass Frauen Fett eher um die Hüften herum ansetzen. Dass Männer mehr Bier trinken und andererseits auch häufiger Fett am Bauch ansetzen, hat also nichts miteinander zu tun. Ärzte sprechen übrigens nicht vom Bierbauch, sondern von androider Fettverteilung.
Der Bierbauch ist übrigens mehr als ein Schönheitsfehler, warnt Hepp. Er erhöht das Risiko für Fettstoffwechselstörungen, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wesentlich stärker als der weibliche Hüftspeck oder eine gleichmäßige Fettverteilung.
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