Die Diagnose einer Tuberkulose kann sich wegen der ausbleibenden oder unspezifischen Symptome schwierig gestalten. Lang anhaltender Husten, vor allem in Verbindung mit Nachtschweiß und Auswurf, könnte auf eine Tuberkulose hinweisen – insbesondere falls bestimmte Risikofaktoren vorliegen.
Besteht ein Verdacht auf eine Tuberkulose, kann der Arzt diesem durch eine gezielte Befragung des Patienten (Anamnese) und eine Erhebung eventuell vorliegender Risikofaktoren nachgehen.
Risikofaktoren, die das Auftreten einer Tuberkulose begünstigen oder wahrscheinlicher machen:
Um die Tuberkulose sicher zu diagnostizieren, sind üblicherweise mehrere Untersuchungsverfahren notwendig. Nach wie vor ist die Röntgenuntersuchung – meist ergänzt durch eine Computertomografie (CT) – für die Diagnose wichtig. Auf Röntgenaufnahmen lassen sich vor allem Tuberkulose-Herde in der Lunge gut erkennen, zudem lässt sich das Stadium der Erkrankung ermitteln. Anhand der Art des Lungenbefalls können auch besondere Formen der Tuberkulose bestimmt werden, wie eine Miliar-TBC (siehe Kapitel Symptome) oder die tuberkulöse Brustfellentzündung.
Tuberkulin-Hauttest
Mithilfe des Tuberkulin-Hauttests lässt sich bestimmen, ob eine Infektion mit dem Tuberkulose-Erreger besteht oder – was häufiger der Fall ist – bestanden hat. Dieser Test kann eine Tuberkulose-Infektion bereits feststellen, bevor sich Krankheitssymptome zeigen. Er bietet allerdings keine sichere Diagnose. Der Arzt spritzt dafür eine kleine Menge Tuberkulin (= Bestandteil des Tuberkulose-Erregers) in den Unterarm. Die Reaktion des Körpers wird abgewartet.
Interferon-Gamma-Tests
Die neuen Interferon-Gamma-Tests haben den Vorteil nur bei Mycobakterium tuberculosis zu reagieren und nicht bei anderen Mykobakterien-Arten. Ansonsten ist ihre Aussagekraft der des Hauttests vergleichbar. Auch sie zeigen nicht an, ob eine aktuelle Tuberkuloseinfektion vorliegt.
Bakteriologische Untersuchung
Zur sicheren Diagnose einer Tuberkulose gehört unbedingt auch eine bakteriologische Untersuchung. In der Regel wird bei dieser Untersuchung das ausgehustete Sekret (Sputum) oder Sekret aus der Luftröhre oder den Bronchien auf Erreger analysiert. Für einen mikroskopischen Nachweis der TBC-Erreger ist allerdings eine größere Menge an Bakterien nötig. Deshalb ist es üblich, parallel zu den mikroskopischen Untersuchungen einen kulturellen Nachweis der Tuberkulose-Erreger durch Anzüchtung auf einem Nährmedium durchzuführen. Hierdurch lässt sich auch bei geringerer Bakterienzahl eine Tuberkulose feststellen, jedoch dauert dieses Verfahren etwa drei bis vier Wochen.
Es gibt neuerdings für Problemfälle auch schnellere Nachweisverfahren, die ermitteln, ob Bakterien in der Kultur wachsen. Die sogenannten Nukleinsäure-Amplifikations-Techniken wie die PCR erlauben zwar den Direktnachweis der Tuberkulose-Erreger (beziehungsweise von deren Erbinformation), sagen jedoch nichts darüber aus, ob die Erreger noch lebendig sind, oder ob es sich um alte, abgetötete Bakterien handelt.
Hat der Arzt eine Tuberkulose diagnostiziert, ist er gesetzlich verpflichtet, diese umgehend dem Gesundheitsamt zu melden (Meldepflicht). Dies gilt auch, wenn der endgültige Nachweis durch bakteriologische Untersuchungen noch nicht vorliegt. Durch diese Maßnahme soll die Ausbreitung der Tuberkulose verhindert beziehungsweise eingedämmt werden.
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13.09.2005, aktualisiert am 10.10.2011
Bildnachweis: PhotoDisc/ RYF
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