Was ist Tuberkulose?
Die Tuberkulose, auch als TBC oder früher als „Schwindsucht“ bezeichnet, ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit, die durch Bakterien (fast immer Mycobacterium tuberculosis) verursacht wird. TBC tritt vermehrt bei untergewichtigen, körperlich geschwächten oder chronisch kranken Menschen auf und befällt heute praktisch nur die Lungen. Die Krankheit ist inzwischen sehr gut behandelbar, so dass in den meisten Fällen eine völlige Ausheilung der Infektion möglich ist.
Eine Tuberkulose wird durch Bakterien verursacht. Der häufigste Tuberkulose-Erreger ist das Mycobacterium tuberculosis. Es wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Eine Infektion mit dem TBC-Erreger bedeutet jedoch nicht, dass die Krankheit auch ausbricht. Gehäuft tritt sie bei Menschen auf, die ein geschwächtes Immunsystem haben, beispielsweise aufgrund von schweren Erkrankungen wie einer HIV-Infektion.
Unser Experte: Professor Dr. med. Heinz Dieter Köhler, Internist mit Schwerpunkt Lungen- und Bronchialheilkunde
In Europa, so auch in Deutschland, sind Tuberkulose-Erkrankungen inzwischen selten geworden und rückläufig. Problematischer hingegen ist die Situation in den Entwicklungsländern: Die Zahl der Neuerkrankungen, vor allem die Ausbreitung sogenannter multiresistenter Tuberkulose-Stämme steigt. Die Zahl der begleitenden HIV-Infektionen nimmt zu. Die zur Behandlung notwendigen Tuberkulose-Medikamente stehen aus Kostengründen in vielen Ländern nicht zur Verfügung. Daher ist die Tuberkulose immer noch mit Abstand die häufigste Infektionskrankheit weltweit. Immerhin hat jeder dritte Mensch eine Tuberkuloseinfektion durchgemacht, wobei aber viele davon keine besonderen Beschwerden hatten.
Bleibt eine Tuberkulose ohne entsprechende Symptome, erschwert das die Diagnose. Üblicherweise zeigen sich im Rahmen der Erkrankung zunächst meist unspezifische Krankheitszeichen wie Husten und leicht erhöhte Körpertemperatur sowie nächtliches Schwitzen. Später nehmen die Beschwerden zu. TBC kann auch andere Organe als die Lungen befallen und – vor allem bei unzureichender Behandlung – schwere Verläufe nehmen.
Einem Verdacht auf Tuberkulose kann der Arzt durch eine gezielte Befragung des Patienten nachgehen. Um eine Tuberkulose sicher zu diagnostizieren, kommen je nach Ausprägung der Erkrankung verschiedene Untersuchungsverfahren zum Einsatz. Die gängigsten zur Diagnose eingesetzten Verfahren sind der so genannte Tuberkulin-Hauttest, der Interferon-Gamma-Bluttest, Röntgenuntersuchungen der Lunge und bakteriologische Untersuchungen.
Die Erkrankung verläuft über einen längeren Zeitraum. Tuberkuloseerreger teilen sich etwa fünfzigmal langsamer als zum Beispiel die normalen Bakterien im Darm. Weil die Keime vor allem während ihrer Vermehrung empfindlich gegenüber Antibiotika sind, muss TBC über eine entsprechend lange Zeit hinweg mit Medikamenten behandelt werden.
Die Standard-Therapie besteht aus vier verschiedenen Antibiotika, die zunächst alle über zwei Monate eingenommen werden. Danach schließt sich eine weitere Behandlung mit zwei Antibiotika über weitere vier Monate hinweg an. Eine "offene" Tuberkulose wird wegen der Ansteckungsgefahr anfangs im Krankenhaus behandelt.
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13.09.2005, aktualisiert am 10.10.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Prof.Dr.med.T.O.F.Wagner, Uni Frankfurt
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